Übersicht - Daten / Fakten - Geschichte

Daten / Fakten

Adlershof blickt auf eine mehr als 250jährige Geschichte – davon über 100 Jahre als Ort der Wissenschaft und des Erfindergeistes. Die Brüche zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, Faschismus, DDR und BRD haben das Terrain geprägt. Zuletzt 1990, als Ostfernsehen, Akademie der Wissenschaften und Stasiregiment verschwanden...

Von den Pionieren der Lüfte und des Lichtspiels zur "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien".

1909-1912: Erster deutscher Motorflugplatz und DVL-Gründung

Mit einer internationalen Flugwoche wird das Flugfeld Johannisthal (heute: Johannisthal/Adlershof) vor den Toren Berlins eingeweiht. Hans Grade gewinnt mit seinem „Grade Eindecker“ den „Lanz-Preis der Lüfte“. Es ist dies der erste erfolgreiche deutsche Motorflug. Johannisthal entwickelte sich rasch zu einem Zentrum der deutschen Flugzeugindustrie.

Am 13. September 1911 erhält Amelie Hedwig (Melli) Boutard-Beese an ihrem 25. Geburtstag als erste Frau in Deutschland den Pilotenschein.

Im April 1912 wird auf Initiative von Graf Zeppelin die „Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt“ (DVL) gegründet und nimmt in Adlershof ihren Sitz.

1914-1919: Aufstieg im Ersten Weltkrieg durch Rüstung

Im Verlauf des Ersten Weltkriegs expandiert die Flugzeugproduktion in Johannisthal. Größter Produzent sind die Albatros-Werke, gefolgt von Rumpler und der LVG. Der Standort ist wichtigstes Zentrum der deutschen Luftrüstung. Ungefähr jede dritte deutsche Militärmaschine wird zwischen 1914 und 1918 von den Johannisthaler Firmen und ihren Zweigwerken gefertigt.

1919-1933: Erste Linineflüge, beginnende Autoproduktion und Drehort für Kinofilme

Im Februar 1919 startet in Johannisthal eine Maschine der Deutschen Luft-Reederei zum ersten deutschen Linienflug mit Passagieren (Ziel: Weimar). Wenig später kommt infolge der Bestimmungen des Versailler Vertrages die Luftfahrtforschung praktisch zum Erliegen. Sie kann (mit erheblichen Einschränkungen) erst 1922 wieder aufgenommen werden. In den Jahren bis 1933 entwickelt sich das Gelände außerdem zu einem bedeutenden Standort für die Produktionen von Spielfilmen. 1929 rollte das erste Modell der Automobillegende „Dixi“ von BMW in Berlin-Johannisthal aus der Werkhalle.

1933-1936: Nazi-Aufrüstung macht Adlershof zum Zentrum für Luftfahrtforschung

Das nationalsozialistische Regime fördert den Ausbau Adlershofs zum zentralen Standort der deutschen Luftfahrtforschung. 1934 wird der Große Windkanal in Betrieb genommen. Er war mit seinem Leistungsprofil einer der modernsten Niedergeschwindigkeitswindkanäle der Welt. 1936 folgt ein Trudelwindkanal, seinerzeit weltweit einzige Anlage dieser Art.

1939-1945: Kriegswirtschaft zwischen Zwangsarbeit und Grundlagenforschung

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges laufen die Test- und Erprobungsanlagen der DVL auf Hochtouren. 1944 beschäftigt sie mehr als 2.100 Menschen. Forschungs- und Entwicklungspersonal großer Flugzeugfirmen wie Junkers, Heinkel, Henschel oder Messerschmitt ist in Adlershof tätig. Die Forschungen erstrecken sich u.a. auf die Aerodynamik, Bord- und Navigationsgeräte, Erd- und Astronavigation, Flugzeugfestigkeit, Gas­dynamik, Luftfahrtmedizin, Luftbildaufnahmen, Motorenbau, Regeltechnik, Thermodynamik und Trieb­werks­mechanik.

In der unmittelbaren Nachbarschaft zur DVL und zum Flugplatz Johannisthal befindet sich eines der größten Berliner Zwangsarbeiterlager. Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge werden zum Bau von Schutz­räumen und in der Produktion von Raketenteilen, Flugzeugen und Flugmotoren eingesetzt.

1945: Befreiung vom Faschismus und erste Reparationen an die Sowjetunion

Bereits am 29. April 1945 trifft in Adlershof eine erste sowjetische Expertengruppe ein, die sogleich mit der Inspizierung der Forschungsanstalt beginnt. In den folgenden Wochen und Monaten entwickelte sich die DVL zur zentralen sowjetischen Sammelstelle für die modernen deutschen Luftfahrt- und Raketentech­nologien. In Adlershof wurden die gefundenen Objekte, wie Triebwerke, Flugzeuge, Ausrüstungen oder Waffenmuster zum Teil auch noch einmal erprobt und anschließend in die Sowjetunion verfrachtet. Die technischen Einrichtungen in Adlershof werden demontiert und ebenfalls in die UdSSR gebracht. Der Flugbetrieb verliert ab 1946 an Bedeutung und wird 1954 endgültig eingestellt.

1946-1952: Neugründung der Akademie der Wissenschaften und Aufbau des Fernsehens

1946 wird die Deutsche Akademie der Wissenschaften (ehem. Preußische Akademie der Wissenschaften) auf Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht wiedergegründet (1972 in Akademie der Wissenschaften der DDR umbenannt). In Adlershof entsteht in den folgenden Jahrzehnten ein großes naturwissenschaftliches Forschungszentrum für Physik, Chemie, Material-, Luft- und Kosmosforschung. 1952 nimmt der (Ost-) Deutsche Fernsehfunk in Adlershof seinen Sendebetrieb auf. Auf dem ehemaligen Flugfeld entsteht ab 1954 außerdem ein großes Kasernengelände für das Wachregiment des DDR-Staatssicherheits­minis­teriums (seit 1967: „Wachregiment „Feliks Dzierzynski“).

1967-1989: Wichtigstes DDR-Forschungszentrum, Beteiligung am Interkosmos-Programm

Die DDR beteiligt sich am Interkosmos-Programm mit der UdSSR.1978 startet Sigmund Jähn im sowje­tischen Raumschiff Sojus 31 als erster Deutscher zu einem Raumflug zur Raumstation Saljut. Mit an Bord ist eine Multispektralkamera aus Adlershof. 1981 entsteht in Adlershof das Institut für Kosmosforschung (IKF).

1989-1990: Abwicklung und Aufbruch in die Marktwirtschaft

Öffnung der Berliner Mauer. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten 5.600 Menschen in den wissenschaftlichen Einrichtungen Adlershofs. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands (1990) werden die Akademie der Wissenschaften, DDR-Fernsehen und Wachregiment bis Ende 1991 abgewickelt.

Am 20. April 1990 treffen das DLR und IKF eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit. Damit bleibt das Know-How des IKF erhalten; es kann in die neuen Strukturen der gesamtdeutschen Forschungslandschaft einge­bracht werden. Aus DDR-Akademie-Instituten gehen in Adlershof insgesamt acht außeruniversitäre For­schungseinrichtungen hervor, darunter die DLR-Institute für Weltraumsensorik und Planetenerkundung. Damit kehrt das DLR (als Nachfolger der einstigen DVL) wieder an seinen Ursprungsort zurück. Heute liegen die Forschungsschwerpunkte des DLR-Standorts Adlershof vor allem auf Weltraum und Verkehr.

1991: Startschuss für eine Erfolgsgeschichte

Am 12. März fällt die Entscheidung zum Aufbau einer „integrierten Landschaft aus Wirtschaft und Wis­senschaft“. Das Land Berlin gründet die Entwicklungsgesellschaft Adlershof mbH (EGA, seit 1994: WISTA-MANAGEMENT GMBH) und gibt die Entwicklung eines Rahmenplans für das Gelände in Auftrag. Im August 1993 setzte der Senat die Johannisthal Adlershof Aufbaugesellschaft mbH (JAAG, später: Berlin Adlershof Aufbaugesellschaft mbH, BAAG) als treuhänderischen Entwicklungsträger für die Entwick­lungs­maßnahme ein. Ein Jahr wird das 420 Hektar große Gelände Johannisthal/Adlershof zum „städtebaulichen Entwicklungsbereich erklärt”.

2012: Jubiläum "100 Jahre Luftfahrtforschung"

Am 2. April feiert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Jubiläum „100 Jahre Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) – 100 Jahre Luftfahrtforschung in Berlin“. Berlin Adlershof hat sich in­zwi­schen zum größten deutschen Wissenschafts- und Technologiepark entwickelt. Neben dem DLR beschäf­tigen zahlreiche Unternehmen mit der Luft- und Raumfahrt.

Kontakt

Dr. Peter Strunk
WISTA-MANAGEMENT GMBH
Bereichsleiter Kommunikation / Public Relations
Peter Strunk, Bereichsleiter Kommunikation / Public Relations WISTA-MANAGEMENT GMBH
+49 30 6392 2225
+49 30 6392 2236

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Zeitraffer Innovation: 175.200 Stunden Wissenschaft und Technologie. 20 Jahre Technologiepark Adlershof. 2010
 
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Damals und heute - Orte im Vergleich
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