Technologiepark Adlershof feierte Geburtstag(e): Auch Bruker, Soltecture und Innominate mit runden Firmenjubiläen

23.05.2011

Technologiepark Adlershof feierte Geburtstag(e)

Auch Bruker, Soltecture und Innominate mit runden Firmenjubiläen

60 Jahre Geburtstag wurden am 20. Mai in Adlershof gefeiert, aber an 1951 dachte niemand. Tatsächlich waren es je zwei 20- und 10-jährige Jubiläen, für die um das Forum Adlershof eine kleine Festzeltlandschaft aufgebaut worden war: Die ehemalige Röntec, heute Bruker Nano Analytics, blickt auf 20 Jahren zurück, bei Soltecture (noch am Anfang des Tages mit Namen Sulfurcell) und Innominate sind es 10 Jahre, auch der Standort hatte den Senatsbeschluss zum Umbau des AdW-Geländes von 1991 als 20-jährigen Geburtstag des neuen Adlershof identifiziert. Alle vier hatten ihre Mitarbeiter und deren Familienangehörigen eingeladen und feierten ein zwangloses Frühlingsfest. Premiere hatte am Rande das Joghurt-Eis Wonderpots, das offiziell erst in wenigen Wochen seinen ersten Laden in Mitte eröffnet.

Ehrengast war Walter Momper, heute Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin und damit „Bürger Nummer Eins" der Stadt. Er erinnerte sich an Adlershof 1990, damals als Regierender Bürgermeister, „als wir das hier erbten - Keiner wusste, was wird daraus werden". Es sei der Landesregierung nicht leicht gefallen, damals relativ viel Geld in den Standort zu stecken. Momper: „Es drohte manchmal zu kippeln, aber heute wissen wir: es war die richtige Entscheidung". Heute sei Adlershof eine „vorbildliche Hausnummer", ein gepflegtes Ambiente, erfolgreiche Firmen. „Eine tolle Sache", begeisterte sich der SPD-Politiker. Den Namen Hans Kremendahl erwähnte er zwar nicht, den SPD-Staatssekretär, der in jenen Jahren als der eigentliche Wegbereiter Adlershof in der Berliner Politik agierte, dafür hob Momper die Leistung der AdW-Wissenschaftler hervor. „Was wir Wessis damals nicht wussten war, wie viel Kompetenz in den Akademie-Instituten steckte", benannte er. Heute sei diese Forschungskompetenz ein Eckstein, auf dem das heute Adlershof gebaut sei. Als Wiege der deutschen Luft- und Raumfahrt habe der Ort Geschichte, Charakter, ein Gesicht. Adlershof zeige auch, dass man aus Niederlagen etwas machen könne, wenn man diese Rückschläge als Herausforderungen angehe. Nur eines, ergänze der Mann aus der Immobilienbranche noch: es fehle hier noch ein bisschen an Wohnungsbau, dann werde der Campus auch am Abend etwas lebendiger. Gleichwohl, schloss der Parlamentsvorsteher: „Wir Berliner sind stolz auf Adlershof".

WISTA-Geschäftsführer Schmitz konnte nach diesem historischen Teil den Blick in die Zukunft richten. Jetzt seien 860 Unternehmen am Standort. Ob man es schaffen werde, bis 2020 den Bestand zu verdoppeln, fragte er. Aber selbst 70 Prozent wären keine schlechte Zahl. Einige wichtige Etappen stünden in nächster Zeit noch bevor, wie neuer Bahnhof, Straßenbahn und auch zu Wohnungsbau werde es kommen. Schmitz dankte den Leuten am Standort für ihren Mut und ihr unternehmerisches Durchhaltevermögen, den Studenten für ihre Quirligkeit, die sie in den Standort brächten, wieder und wieder der Politik sowie den Planern aus den Senatsverwaltungen.

Danach traten die drei Firmengründer auf. Sulfurcell-Gründer Nikolaus Meyer, auf den die Idee zur kombinierten Geburtstagsfete zurückging, erinnerte eingangs an die Flashlights des Jahres 1991, darunter sein Abitur in Freiburg und die Verabschiedung des ersten Energieeinspeisungsgesetzes für Erneuerbare. Zehn Jahre später habe ihn die Vision, dass die Solarenergie zu einer Säule der künftigen Energieversorgung werde, zur Gründung der Sulfurcell aus dem HMI angetrieben. Natürlich habe es bis zu den heutigen Erfolgen, etwa dem Wirkungsgrad von 13 Prozent für CIS-Solarzellen, immer wieder Rückschläge gegeben. Aber man habe durchgehalten und sich auch gewandelt, wo dies der optimale Schritt war - wie jetzt beim Übergang vom Modulproduzent zum solaren Gebäudeausstatter mit Architekturkompetenz. Zum Schluss überreichte Meyer Wista-Schmitz ein Hochleistungs-Solarmodul als Geburtstagsgeschenk.

Röntec-Gründer Schülein, das Unternehmen firmiert heute als Bruker Nano GmbH, skizzierte die Entstehung der Firma im Mai 1991 mit 13 Gründungsgesellschaftern, allesamt vormalige Beschäftigte des ZWG der AdW der DDR. Die Röntgenanalysetechnik sei schon Anfang der 80er Jahre ein Technologiefeld des Zentrums für Wissenschaftlichen Gerätebau gewesen, und war mit der Wiedervereinigung von der Abwicklung bedroht. Mit der Privatisierung sei erreicht worden, dieses Spezialfeld in Berlin zu erhalten, auch wenn es einige „Abenteuer der Marktwirtschaft" zu bestehen galt.

Im ersten Jahr startete Röntec mit 10 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1 Mio. DM. Seit 2005 ist man Teil des Bruker-Konzerns, einem der TopTen-Hersteller von Messtechnik weltweit, ist auf jetzt 150 Beschäftigte angewachsen und plant in der Adlershofer GmbH einen Umsatz von 40 Mio. US-Dollar. Nächster großer Schritt ist der vom Mieter im Photonik-Zentrum zum Investor, der ein eigenes Firmengebäude in Adlershof beziehen werde. Auch Schülein dankte Momper als Vertreter der Berliner Politik: „Hier in Adlershof ist vieles richtig gemacht worden".

Dirk Seewald von der IT-Firma, die zuvor zwei Tage lang eine hochkarätige Geburtstagkonferenz zur IT-Sicherheit („Cyber-Security") im Forum Adlershof veranstaltet hatte, freute sich ebenfalls über die günstige Entwicklung des Standorts, an dem das wachsende Unternehmen inzwischen zwei Mal umgezogen sei.

Quelle: Manfred Ronzheimer für InnoMonitor Berlin-Brandenburg

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