Das Mutterschiff: Konzertfilme und Musikvideos aus der Adlershofer Medienstadt

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27. April 2017

Das Mutterschiff

Konzertfilme und Musikvideos aus der Adlershofer Medienstadt

Mutterschiff

Die zwei Videoprofis Frank Machel (l.) und Markus Mörtz in ihrem Studio in Adlershof

Schon in der in seiner Schulzeit hat Markus Mörtz Vorträge, die er halten sollte, als Film abgeliefert. Die Leidenschaft für Fotografie und das bewegte Bild hat er von seinem Vater geerbt. Auch Frank Machel ist in seiner Familie mit dem „Filmvirus“ infiziert worden – von einem Onkel, der Konzertfilme drehte. Heute sind Mörtz und Machel das „Mutterschiff“ für eine große Musiker- und Künstlerfamilie, deren Konzertfilme oder Musikvideos sie produzieren. Sie touren mit Gruppen wie „Silbermond“, haben Rapper Bushido, das Pop-Avantgarde-Duo „Ich & Ich” oder die britische Gesangsnaturgewalt „Florence + the Machine” ins Bild gesetzt.

Es sind ehrwürdige Räume, aus denen früher der DDR-Rundfunk sendete und in denen nach der Wende die Berliner Popband „Bell, Book & Candle” ihren Hit „Rescue me“ einspielte. Hier in den alten Tonstudios in der Adlershofer Medienstadt haben Markus Mörtz und Frank Machel ihr Studio „Mutterschiff Film“, in dem Konzertvideos, Live-Musikaufzeichnungen, Fernsehbeiträge oder Webisoden entstehen – von der Dramaturgie bis zum Endschnitt. Nicht ohne Grund trägt ihre Firma den Namen „Mutterschiff“. Mit vielen ihrer Künstler und Partner, seit Jahren treu, verbindet sie inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis. „Wir sind ein altes Raumschiff, ein Mutterschiff, in dem die Leute gern zusammenkommen, wie zum Familientreffen. Es muss menschlich stimmen“, sagt Mörtz, „manchmal hängt man gerade auf Tourneen tagelang aufeinander.“

Kennengelernt haben sich beide bei der Berliner Firma PH-Wert, die Livemusik und Sportevents aufzeichnete. Gern erinnern sie sich an diese Zeit. Viel gelernt hätten sie dort. Unter anderem vom vielfach preisgekrönten Regisseur Russell Thomas, der mit Künstlern wie Beyonce, Robbie Williams oder Katy Perry arbeitet. Ein Projekt führte sie damals sogar bis nach Dubai, wo ein schwerreicher Bauunternehmer seinen Frauen ein Rockfestival zum Geburtstag geschenkt hatte. Das „Dubai Desert Rock Festival“, sollte filmisch festgehalten werden. Eine Freude für Machel, früher selbst Musiker in diversen Bands und Heavy-Metal-Fan, denn „hier gab es nur das Beste“: von Muse bis Iron Maiden. „Klein anfangen“, erinnert sich Mörtz, „wollten die nicht.“ Die DVD zum Festival ist dennoch nie erschienen. Die Auftraggeber hatten sich nicht um die Urheberrechtsfragen gekümmert.

Als die Geschäfte schlechter gingen, starteten Frank Machel und Markus Mörtz ihr „Mutterschiff“ in Eigenregie. „Von der Ausbildung in die Selbstständigkeit“, schmunzelt Mörtz. Ganz einfach ist die Arbeit nicht immer. Jeder Musiker ist anders. Einer vertraut auf das Können und die Ideen des Duos, lässt Spielraum und Freiheiten, andere haben eigene Vorstellungen bis ins kleinste Detail. Je mehr Leute an einem Projekt beteiligt sind, desto schwieriger werde es. Da sei Fingerspitzengefühl gefragt. „Viele Köche ...“, sagt Machel, „aber wir verstehen uns als Dienstleister.“

Der Spagat ist bislang gut gelungen. Im Sommer geht es auf die nächste Silbermond-Tournee, Heavy-Metal-Fan Machel freut sich auf das „With Full Force”-Festival, dessen Konzertfilme seit langem im Mutterschiff entstehen. „Wir kommen ja aus dem Metal-Sumpf“, witzelt Machel, „aber in letzter Zeit sind wir etwas ins Poppige abgedriftet.“  Der „dunkle Tenor“ ist da wohl die ideale Mischung. Rock und Pop meets Klassik – ein amerikanischer Tenor, der in „Game of Thrones“- und „Assassins Creed“-Optik auftritt und populäre Melodien aus Opern und Sinfoniekonzerten mit Popmusik verbindet. „Da hatten wir totale Narrenfreiheit, waren von Anfang an dabei“, erzählt Markus Mörtz, „haben uns Filme, Trailer und Webisoden ausgedacht und in der Berliner Malzfabrik gedreht.“ Und dann gebe es da noch die Familienband, die ein Comeback plant. „Das wäre mal etwas ganz anderes“, sagt Machel. Mehr darf er noch nicht preisgeben. 

Von Rico Bigelmann für Adlershof Journal

www.mutterschiff-film.com

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