Elitestatus für Humboldt-Universität: Förderung der Spitzenforschung bis 2017 bewilligt

15.06.2012

Elitestatus für Humboldt-Universität

Förderung der Spitzenforschung bis 2017 bewilligt

Die Humboldt-Universität zu Berlin gehört seit heute zu den 11 Exzellenzuniversitäten Deutschlands. Sie hat in der zweiten Phase der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern in allen drei Förderlinien erfolgreich abgeschnitten. Die Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats haben die Anträge für das Zukunftskonzept „Bildung durch Wissenschaft“, 2 Exzellenzcluster (1 davon gemeinsam mit der FU Berlin, 1 Beteiligung an einem weiteren Cluster der TU Berlin) und 5 Graduiertenschulen (2 davon mit der FU Berlin, 1 gemeinsam mit der FU und TU, sowie 2 weitere Beteiligungen mit der FU) bewilligt. Zudem konnten wir gemeinsam mit der Freien Universität 1 erfolgreiches Exzellenzcluster und 2 Graduiertenschulen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der gemeinsamen medizinischen Fakultät beider Universitäten, einwerben. 

„Ich freue mich an diesem Tag gleich zweifach: darüber, dass die Humboldt-Universität als Ort internationaler Spitzenforschung so erfolgreich durch die jüngste Runde des Exzellenzwettbewerbs gegangen ist und vor allem darüber, dass der eigene Weg der HU mit ihrem Zukunftskonzept ,Bildung durch Wissenschaft: Persönlichkeit – Offenheit – Orientierung’ in so hohem Maß Anerkennung gefunden hat. Unser Zukunftskonzept ist im Einklang aller Statusgruppen der Humboldt-Universität entstanden. So ist es auch ihr gemeinsames Verdienst und berechtigter Anlass zum Stolz. Mein großer Dank gilt allen Universitätsmitgliedern für ihre guten Ideen und Anregungen, aber auch kritischen Anmerkungen und den unermüdlichen Einsatz für die Vorbereitung der Anträge. Danken möchte ich auch den Gutachtern und Entscheidungsgremien von DFG und Wissenschaftsrat für ihr Vertrauen in die exzellente wissenschaftliche Arbeit der Humboldt-Universität“, sagte HU-Präsident Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz nach der Entscheidung. 

„Dass auch die Freie Universität Berlin erneut erfolgreich ist, freut mich sehr, denn von nun an werden zwei Hauptstadtuniversitäten gefördert. Das ist eine wichtige Entscheidung für die Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Berlin“, so Olbertz. Ebenso freue ich mich über das gute Abschneiden der Charité und der Technischen Universität Berlin. Die Erfolge werden die weitere kooperative Zusammenarbeit mit all unseren Partnerinstitutionen beflügeln“, so Olbertz. 

Olbertz weiter: „Gerade in Bezug auf die Humboldt-Universität bin ich glücklich, dass unser Zukunftskonzept ebenso wie der Antrag der TU Dresden erfolgreich waren. Dies stärkt die Sichtbarkeit der ostdeutschen Universitäten und zeigt, dass sich seit 1990 hier potente, konkurrenzfähige Wissenschaftsstandorte entwickelt haben.“ 

Die Universität verfolgt mit ihrem Zukunftskonzept drei Ziele: Unter den Leitbegriffen Persönlichkeit, Offenheit und Orientierung wird sie ihre exzellenten Rahmenbedingungen für die Spitzenforschung ausbauen, den wissenschaftlichen Nachwuchs bestmöglich fördern und die Verwaltung als wissenschaftsadäquate Serviceinstanz neu profilieren. Dies wird beispielsweise durch ein Netzwerk neuer Service-Zentren geschehen, die gezielt und flexibel auf die Bedürfnisse der Wissenschaftler eingehen. 

Mit allen ihren Initiativen stellt die Humboldt-Universität die Persönlichkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und beruft sich damit auf ihre mehr als 200-jährigen Wurzeln. „Das Präsidium baut auf Schöpferkraft und Forschungsfreiheit, denn die Entfaltung der kreativen Potenziale aller Mitglieder der Universität ist unsere wichtigste Ressource für exzellente Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung“, sagt Olbertz. Für die Förderung der Spitzenforschung wird die HU einen Strategischen Innovationsfonds einrichten. 

Im Zentrum des Zukunftskonzeptes steht das erfolgreiche HU-eigene Forschungsformat der Integrativen Forschungsinstitute (Integrative Research Institutes, IRI). Das Konzept beinhaltet ein umfassendes Programm zur Entwicklung dreier interdisziplinärer Forschungsplattformen: des 2009 gegründeten IRIS Adlershof, des neuen IRI für Lebenswissenschaften – eine Kooperation zwischen Humboldt-Universität, Max-Delbrück-Centrum und Charité auf dem Campus Nord – und künftig des IRI THESys (Transformations of Human-Environmental Systems), das sich zum Themenkomplex Nachhaltigkeit, Landnutzung und Globalisierung formiert. „Als die kooperative Universität wird die HU am Standort Berlin-Brandenburg die reichen Potenziale an den interdisziplinären Schnittstellen von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen nutzen und weiterentwickeln“, erklärt Prof. Dr. Peter A. Frensch, Vizepräsident für Forschung an der HU

Mit der Umsetzung des Zukunftskonzeptes wurde bereits unmittelbar nach Abgabe der Voranträge begonnen. So hat sich – als Pendant zu den naturwissenschaftlich ausgerichteten IRI – u.a. das Forum Geisteswissenschaften konstituiert, das das Präsidium regelmäßig berät sowie Empfehlungen zur Förderung geisteswissenschaftlicher Projekte und zur Stärkung der Arbeitskultur der Geisteswissenschaften ausspricht. 

Zudem hat ein Ständiger Beratender Ausschuss (SBA) die Arbeit aufgenommen, der die Kriterienbildung, Mittelverwendung und die Qualitätssicherung der Förderverfahren des Zukunftskonzepts überprüft sowie die Governance- und Verwaltungsreform begleitet. Der Ausschuss, dem Mitglieder aller Statusgruppen angehören, sichert künftig die Kohärenz der Gesamtumsetzung des Zukunftskonzepts und gewährleistet die notwendige Transparenz aller entsprechenden Entscheidungen und Prozesse. „Der SBA wird auch die angestrebte Fakultätenreform begleiten, durch die verwandte Fächer enger miteinander verknüpft werden sollen, um Synergieeffekte zu nutzen und die wissenschaftliche Profilbildung zu erleichtern. Dazu sind unsere Exzellenzcluster und Graduiertenschulen essentiell“, so Olbertz. 

Aber auch das hohe kreative Potenzial der Projekte, die nicht erfolgreich aus dem Exzellenzwettbewerb hervorgegangen sind, soll weiter verfolgt werden: „Wir werden so bald wie möglich Gespräche mit den Vertretern derjenigen Projekte aufnehmen, die leider nicht gefördert werden. Der bisherige Einsatz und die innovativen Ideen dürfen nicht ungenutzt bleiben. Wir werden uns gemeinsam schnellstmöglich um alternative Formate der Förderung bemühen“, informiert Olbertz. 

GRADUIERTENSCHULEN 

Neuanträge: 
Graduiertenschule für Analytical Sciences Adlershof (SALSA) Ob es um das Aufspüren gesundheitsschädigender Weichmacher im Spielzeug geht, die Analyse von Feinstaub in der Luft oder um die Qualitätskontrolle von Lebensmitteln – viele Erkenntnisse unseres Alltages wären ohne die Analytische Chemie nicht möglich – und würden unsere Lebensqualität stark mindern. Das Gebiet der Analytischen Wissenschaft ist heute entscheidend für viele wissenschaftliche und technische Problemlösungen und Innovationen, beispielsweise in der Nanotechnologie oder den Materialwissenschaften. „Die Graduiertenschule SALSA wird durch die Würdigung des interdisziplinären Charakters eine Wandlung der Analytical Sciences in eine kohärente Disziplin einleiten. Die Doktorandinnen und Doktoranden werden die einmalige Gelegenheit haben, an den Grenzen zwischen Chemie, Physik und Biologie zu forschen“, erläutern die beiden Sprecher, Prof. Dr. Janina Kneipp und Prof. Dr. Ulrich Panne vom federführenden Institut für Chemie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM), das Vorhaben. Die Graduiertenschule wird Teil der „Analytic City Adlershof“ sein, die außeruniversitäre, universitäre und unternehmerische Expertise des Standorts Adlershof auf dem Gebiet der analytisch-chemischen Fragestellungen bündelt. Eine bilaterale Kooperation mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich wird zu einem gemeinsamen Curriculum in Analytical Sciences und einem engen wissenschaftlichen Austausch führen. 

Kontakt:
Prof. Dr. Janina Kneipp (Sprecherin)
Humboldt-Universität zu Berlin,
Institut für Chemie
Telefon: 030 2093-7171
E-Mail: janina.kneipp@chemie.hu-berlin.de

Prof. Dr. Ulrich Panne (Sprecher)
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Chemie
Telefon: 030 2093- 1100
E-Mail: ulrich.panne@bam.de 

 

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