“Nenn mich nicht Kamera”:

zur Newsliste01. März 2010

“Nenn mich nicht Kamera”

Firewatch IQ wireless Berlin Adlershof auf der CEBIT

Holger Vogel (li.), Geschäftsführer der IQ wireless GmbH, erklärt Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger (3. v.li.) das FireWatch-System auf der CEBIT 2009

Waldbrände vernichten Ökosysteme und Nutzwald, Siedlungen und immer wieder Menschenleben. Außerdem setzen sie pro Jahr mehr Kohlendioxid frei als der weltweite Autoverkehr. Mit Algorithmen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Adlershofer Technologieschmiede IQ Wireless daher „FireWatch“ entwickelt. Auf eine andere Art Flächenbrand, nämlich die Infektion ganzer Fabrikhallen durch Computerviren und Schadsoftware, hat sich die Adlershofer Firma Innominate Security Technologies AG spezialisiert.

Nach dem seit Römerzeiten geltenden Prinzip „Rauch zeigt Feuer an“ identifiziert „FireWatch” aus zehn Kilometern Rauchwolken ab zehn Meter Durchmesser und kann so Brände bereits melden, während sie entstehen. Ein brennender Baum, erläutert IQ-Geschäftsführer Holger Vogel, zieht rasch Wasser, um sich zu schützen. Der typische Wasserdampf-Anteil hilft daher Staub- von Rauchwolken zu unterscheiden. Auf diese Rauch-Signatur spezialisiert ist das optische Sensorsystem – „nennen Sie es bitte nicht Kamera!“ warnt Vogel – das hochaufgelöste Graustufenbilder liefert. „FireWatch“ verstärkt deren Kontrast und blendet nachts Störlichter mit Filtern aus. Der infrarot-empfindliche Sensor erkennt außerdem die Illumination des Rauchs durch Flammen und garantiert so auch nachts kurze Reaktionszeiten.

Niemals müde: FireWatch

Auf Türmen, wo früher Forstmitarbeiter wachten – aber auch auf Mobilfunkmasten – rotiert die Kamera in acht Minuten um 360 Grad, verharrt dabei alle zehn Grad, um Aufnahmen zu schießen. Die kombiniert die Software zu einem Panoramabild, überträgt sie samt Koordinaten per Telefon oder Mobilfunk zur Zentrale und wertet sie automatisch aus. Da „FireWatch“, wie früher der Mensch mit dem Fernglas, den Horizont absucht, eignet es sich für flaches wie hügeliges Gelände – ermüdet aber im Gegensatz zum Forstmitarbeiter nicht. Das System erkennt Brände typischerweise von einem Turm aus in vier, von zwei überlappenden Türmen in zwei Minuten.

Bei einem Abdeckungsradius von 15 Kilometer kann ein Turm 70.000 Hektar Wald schützen – da nehmen sich die Kosten von 75.000 Euro beinahe bescheiden aus. In Deutschland schützt „FireWatch“ mit 176 Türmen rund 18.000 Quadratkilometer gefährdetes Gebiet. IQ installiert das System inzwischen auch in Australien, Portugal und Polen.

Störungsfreier Betriebsablauf

Gefährlich wie ein Flächenbrand ist die Infektion ganzer Fabrikhallen durch Computerviren und Schadsoftware. Auf die Bekämpfung derartigen Befalls hat sich die Adlershofer Firma Innominate spezialisiert. Ihr System „mGuard“ findet sich als OEMProdukt bei zahlreichen Anbietern industrieller Netzwerktechnik. Doch worin unterscheidet sich industrielle von Büro-Sicherheitstechnik? „In der Produktion geht es vor allem um die Verfügbarkeit“, erklärt Dr. Lutz Jänicke, Entwicklungschef bei Innominate. „Auch wenn ein Hackerangriff erkannt wird, soll auf jeden Fall noch das Auto vom Band laufen.“ Außerdem gelte es, erkannte Probleme anders zu melden – denn der Fabrikarbeiter sitzt ja nicht vor dem Bildschirm – und möglichst per Fernwartung über speziell gesicherte Leitungen, sogenannte VPN-Tunnel, zu lösen. Neben Software hat Innominate dafür ein industrietaugliches Hardware-Portfolio entwickelt, das auch in Deutschland produziert wird.

Udo Flor

Links:
www.iq-wireless.com
www.innominate.de

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