Talentförderung: Pflicht und Kür

05.01.2012

Talentförderung

Pflicht und Kür

„Jugend forscht“ ist eine der größten Talentschmieden. Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Adlershof unterstützen den Regionalwettbewerb Berlin-Süd durch Sachspenden, Geld oder Jurorentätigkeit– und versprechen sich dadurch Impulse für die eigene Arbeit.

„Ich fände es schrecklich, Jugendliche zu einem Projekt zu motivieren, und dann wäre niemand bereit, ihre Ergebnisse zu bewerten“, sagt Birgit Fiedler. Deshalb musste die Geschäftsführerin des in Adlershof ansässigen Speziallabors für angewandte Mikrobiologie (SLM) nicht lange überlegen, als Jurorin beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ mitzuwirken. Zusammen mit zwei Kollegen wird Fiedler im Frühjahr die eingereichten Arbeiten aus der Kategorie Biologie bewerten. Doch zuvor finden erst mal die Regionalwettbewerbe von „Jugend forscht“ statt. Für den Regionalwettbewerb Berlin-Süd werden am 21./22. Februar in Adlershof die Preise vergeben.

Die SLM-Chefin ist nicht die Einzige aus dem Technologiepark Adlershof, die sich für das Gelingen des Regionalwettbewerbs einsetzt. Die WISTA-MANAGEMENT GmbH übernimmt als Ausrichterin einen großen Teil der organisatorischen Arbeit. Und auch kleinere Beiträge sind hilfreich. Die Heliocentris Energy Solutions AG zum Beispiel stiftet als Sachpreis ein Model Car – das ist ein Modellauto mit reversibler Brennstoffzelle, welches das Unternehmen für den Unterricht in der Sekundarstufe I entwickelt hat.

„Wir wollen einen Beitrag leisten, den Wandel hin zu den erneuerbaren Energien zu beschleunigen“, begründet Finanzvorstand András Gosztonyi das Engagement seines Unternehmens beim Wettbewerb. Dazu passe, dass Heliocentris mit dem Geschäftsfeld Didactic ohnehin daran arbeite, „Kinder und Jugendliche früh auf die Möglichkeiten der Erneuerbaren aufmerksam zu machen“. Dass die Unterstützung von „Jugend forscht“ in ein umfassendes Nachwuchskonzept eingebettet ist, zeigt sich auch bei anderen Sponsoren. SLM-Geschäftsführerin Birgit Fiedler zum Beispiel engagiert sich mit ihrem Unternehmen auf ganzer Breite für die Nachwuchsarbeit: Sie beteiligt sich regelmäßig am „Girls´ Day“, bietet Praktikanten die Möglichkeit, sich mit der Arbeit in ihrem Labor vertraut zu machen, und hat mehrfach am Mentoring-Programm „Jump in Mint“ teilgenommen, das junge Frauen motiviert, eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung zu ergreifen. Warum sie das tut? „Ich betrachte es als Verpflichtung, sich mit Jugendlichen auseinanderzusetzen und ihnen etwas beizubringen“, antwortet die Unternehmerin. Einen weiteren Grund nennt Hannelore Wessel-Segebade, die bei der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) für Nachwuchsförderung verantwortlich ist: „Wir engagieren uns beim Wettbewerb „Jugend forscht“, weil die zerstörungsfreie Materialprüfung wenig bekannt ist und unsere Mitgliedsunternehmen nur schwer Nachwuchskräfte finden.“ Wessel-Segebade wirkt beim Regionalwettbewerb Berlin-Süd als Jurorin im Bereich Technik. Darüber hinaus unterstützt die DGZfP den Wettbewerb seit Jahren bundesweit mit einem Sonderpreis: Verfasser von herausragenden Arbeiten, die sich im weiten Sinne mit der zerstörungsfreien Prüfung befassen, erhalten auf Regional-, Landes- und Bundesebene eine Geldprämie; der Träger des Bundespreises wird zudem zu einem Grundkurs bei der DGZfP eingeladen.

Außerdem dürfen die Ausgezeichneten ihre Forschungsergebnisse dem örtlichen DGZfP-Arbeitskreis vorstellen – wovon auch die Fachleute profitieren. Wessel-Segebade erinnert sich an einen 13-jährigen Schüler, der ein Modellauto vorstellte, das so programmiert ist, dass es Hindernissen automatisch ausweicht: „Das war grandios für das Publikum.“

Auf jeden Fall lohnt es sich nach Überzeugung von Wessel-Segebade, den Wettbewerb „Jugend forscht“ zu unterstützen: Das Engagement helfe dabei, ein Netzwerk zu knüpfen – und einzelne Preisträger aus vergangenen Jahren arbeiteten jetzt tatsächlich im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung.

Von Christian Hunziker

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