Exzellente Forschung: Adlershof profitiert vom Exzellenzstatus der HU

04. Juni 2013

Exzellente Forschung

Adlershof profitiert vom Exzellenzstatus der HU

Janik Wolters und Niko Nikolay bei einem optischen Aufbau zur Untersuchung von Nanodiamanten. Bild: Adlershof Special

Janik Wolters und Niko Nikolay bei einem optischen Aufbau zur Untersuchung von Nanodiamanten. Bild: Adlershof Special

Die Forschung an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) genießt nun auch offiziell den Ruf exzellent zu sein – das gilt auch für die Nanooptik, ein hochkomplexer und zukunftsträchtiger Bereich der Physik, in dem Spitzenforscher die Weichen für visionäre Technologien wie den Quantencomputer stellen.

Das Terrain von Professor Oliver Benson und seinem Team sind die Grenzen der Optik. Die Forscher wollen verstehen, was auf atomarer und molekularer Ebene geschieht, wenn Teilchen Licht aussenden. Benson leitet den Bereich „Nanooptik“ am Humboldt-Zentrum für Moderne Optik (HZMO), einer gemeinsamen Initiative der HU und ihrer außeruniversitären Partner, die die Aktivitäten auf dem Gebiet der Modernen Optik am Standort Adlershof zusammenbringt.

„Wir erforschen die einzigartigen Eigenschaften des Lichts, um fundamentale Prozesse in physikalischen, chemischen und biologischen Systemen zu verstehen, damit daraus neue Anwendungen auf dem Gebiet der optischen Technologien entwickelt werden können“, erklärt der Grundlagenforscher. Untersucht wird unter anderem die Wechselwirkung von Licht und Materie auf der Nanometerskala in komplexen Systemen unter normalen Bedingungen, also etwa bei Raumtemperatur – so nähern sich die Forscher künftigen Anwendungen an. Neben der schnelleren und abhörsicheren Verarbeitung von Informationen mit Quantenbits sind unter anderem Quantencomputer oder sichere Verschlüsselungstechniken vorstellbar.

„Aber auch neue Techniken für Anwendungen in der Mikroskopie und Sensorik sind denkbar“, sagt Benson. Dafür kooperiert sein Team mit Adlershofer Firmen wie PicoQuant und PlasmaChem. Wie Benson überhaupt die rege genutzten Kooperationsmöglichkeiten auf dem Campus schätzt. Denn attraktive Partner im Bereich der Modernen Optik muss er mit Blick auf das Max-Born-Institut, das Helmholtz-Zentrum oder das Ferdinand-Braun-Institut nicht lange suchen. „So können weit über die Möglichkeiten der Humboldt-Universität hinaus Großgeräte wie BESSY oder Reinraum-Laboratorien gemeinsam genutzt werden, woraus sich sehr oft neue Projektideen ergeben können“, sagt der Quantenphysiker.

Einen Push für Kooperationen über Adlershof hinaus brachte der Exzellenz-Status der HU: „Angesehene internationale Forschungseinrichtungen vernetzen sich natürlich lieber mit einer Exzellenz-Universität“, weiß Benson. Attraktiv bleibt die HU so aber auch für den eigenen Nachwuchs, der nun mitunter durch zusätzliche Fördergelder aus dem Topf der Exzellenz-Initiative, etwa durch Überbrückungsfinanzierungen, besser gehalten werden kann, bis neue Projekte beginnen. „Die Gefahr, dass sehr gute Absolventen nach dem Studium sofort weiterziehen, kann so verringert werden“, sagt der Physiker und ergänzt: „Insofern wirkt der Exzellenzstatus auf vielen Ebenen auch indirekt.“ Damit teilt er nicht die häufig vorgebrachte Kritik, dass die Fördergelder lieber für gezielte Projekte ausgegeben werden sollten. Für Benson steht fest: Adlershof und seine Forscher profitieren auf vielschichtige Weise vom Exzellenzstatus. Man könnte auch sagen: Was ohnehin klar war, wird jetzt sichtbar.

Von Chris Löwer für Adlershof Special

www.physik.hu-berlin.de/hzmo

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