Gourmetessen zu Hause : voilà bringt exklusive Restaurants und Feinschmecker/-innen zusammen

05. November 2021

Gourmetessen zu Hause

voilà bringt exklusive Restaurants und Feinschmecker/-innen zusammen

Das Start-up voila (Florian Berg, Mostafa Nageeb und Julius Wiesenhütter) Bild: ©WISTA Management GmbH

Liefern Feinschmeckermenüs in der Box: Florian Berg, Mostafa Nageeb und Julius Wiesenhütter (v. l. n. r.) Bild: ©WISTA Management GmbH

Wer Spitzengastronomie schätzt, aber nicht weit fahren möchte, kann sich das fertige Menü liefern lassen. Das Start-up voilà bringt exklusive Restaurants und Feinschmecker/-innen zusammen.


Geröstete Paprika, grüner Apfel, Steinpilz-Aioli, Pfifferlinge, wilder Blumenkohl, Mandel-Miso, Biskuitmousse, Kürbiskerne, Wildorange, Schokoladen-Crumble. Oder: Zander, weißes Kimchi, Zwiebelvinaigrette, Kohlrabi, fermentierter Spargel, Perlhuhn, Koji, Pastéis de Nata und Karamell.

Schon beim Lesen der Zutaten wächst der Appetit. Umso mehr, wenn sie von Spitzengastronom/-innen zubereitet und über mehrere Gänge verteilt werden. Doch manchmal ist das Restaurant, das solche Kompositionen anbietet, zu weit weg oder man bekommt keinen Babysitter oder will einfach so zu Hause bleiben und genießen. Dann wäre ein Bestellservice für exquisite Speisen genau das Richtige.

Diesen Gedanken hatten auch Julius Wiesenhütter und Florian Berg. Mit Unterstützung der Gründungswerkstatt Adlershof starteten sie im Juni die Plattform voilà. Hier ist es möglich, jede Woche bis Mittwochabend Feinschmeckermenüs von neun verschiedenen Restaurants – allesamt mit den branchentypischen Bewertungen ausgezeichnet – zu wählen. Diese werden am Donnerstag frisch zusammengestellt und vorbereitet, ehe sie am Freitag gekühlt per Expresslieferung deutschlandweit zugestellt werden.

„So schaut das dann aus“, sagt Wiesenhütter und stellt eine braune Pappbox mit dem aufgedruckten voilà-Logo auf den Holztisch in der Küche der Bürogemeinschaft. Die urbane Einrichtung, die Adresse in der hippen Rosenthaler Straße – hier kommen schon einige Start-up-Klischees zusammen. Aber die Nähe zu Koopera
tionspartnern wie dem „Kochu Karu“ oder dem „Dae Mon“ sei einfach hilfreich, meint der Gründer.

Wird die Box geöffnet, das führt Wiesenhütter jetzt vor, ist da zunächst eine Ablage für die Menükarte, eine Kerze oder ein individuelles Geschenk des Restaurants. Digital gibt es dann noch die passende Musik und Videos der Köch/-innen dazu, in denen sie Einzelheiten der Gerichte erläutern und vielleicht noch Tipps für die Zubereitung geben. Doch die sei eigentlich „super einfach“, weil sie sich meist aufs Aufwärmen beschränkt.

Die Verpackung aus Recyclingmaterial, das wasserbasierte Kühlmittel für die Zutaten, die CO2-Kompensation für den Transport – Nachhaltigkeit ist ein maßgeblicher Teil der Firmenphilosophie. „Das ist auch unseren Kund/-innen sehr wichtig“, sagt Wiesenhütter. Er muss es wissen, denn das siebenköpfige Team pflegt engen Kontakt zu den Bestellenden: fragt nach Verbesserungen und ist auch am Samstagabend telefonisch erreichbar, sollte zwischen Rügen und Reinickendorf beim Zubereiten der Menüs irgendetwas schiefgehen.

Berg und Wiesenhütter sind erfahren im Liefergeschäft. Sie waren Manager bei Foodpanda beziehungsweise Foodora, bevor sie voilà gründeten. Mit den Bestellsummen – ein Menü für zwei kostet schnell über 100 Euro – steigen allerdings auch die Ansprüche der Kundschaft. Kein Problem für die beiden, im Gegenteil. Sie mögen Spitzenküche, ob im Restaurant oder beim Test
essen zu Hause, und möchten diese Leidenschaft teilen.

Auch für die Gastronom/-innen geht die Rechnung auf, erklärt Wiesenhütter: „Die Menüs werden donnerstags für den Versand vorbereitet, da ist normalerweise wenig los in einem Restaurant, die Küche ist somit besser ausgelastet.“ Dank der Lieferboxen würden die Inhaber/-innen ihren Kundenkreis noch erweitern. Mitunter werden aus Online-Gästen auch reale Besuchende: „Wir hatten schon Bestellende, die vom Essen des Mannheimer ‚OPUS V’ so beeindruckt waren, dass sie ein Menü im realen Restaurant erleben wollten und hingefahren sind.“ 

 

Ralf Nestler für Adlershof Journal


https://getvoila.com/

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