Termine / Veranstaltungen

"Und weil der Mensch ein Mensch ist" - Festival des neuen politischen Liedes

Samstag, 27. August 2022 // 14.30

Theater Ost

Moriz-Seeler-Str.1, 12489 Berlin

“Flüstern & SCHREIEN“ (Ein Rockreport / 1988). Bild: Theater ost
Filmgespräch mit Dieter Schumann (Regie) & Co-Autor Jochen Wisotzki - Moderation Petra Schwarz. Bild: Theater Ost
Marco Tschirpke. Bild: Theater Ost
Liedgefährten - "Auf Spurensuche". Bild: Theater Ost

OPEN AIR - FESTIVALTAG 2

 

14:30 - 16:30 Uhr - DEFA Dokumentarfilm “Flüstern & SCHREIEN“ (Ein Rockreport / 1988)



17:00 Uhr - Filmgespräch mit Dieter Schumann (Regie) & Co-Autor Jochen Wisotzki - Moderation Petra Schwarz

Dieter Schumann, Jahrgang 1953, ging mit Siebzehn zur See und studierte später an der Babelsberger Filmhochschule Regie. 1987 drehte er bei der DEFA den legendären Rockmusik-Film „flüstern&SCHREIEN“, der das Lebensgefühl Jugendlicher zum Ende der DDR beschrieb. Der Film machte die alternative Musik der DDR auch außerhalb ihrer Grenzen bekannt und erhielt internationale Anerkennung.
Seit 1990 arbeitet er als Regisseur fürs Kino und Fernsehen. In Filmen wie „Wadans Welt – von der Würde der Arbeit“ porträtiert er oft Menschen aus dem Arbeitsmilieu. Seine mehrfach preisgekrönten Filme zeichnen sich durch große Nähe zum Lebensalltag seiner Protagonisten aus.Prof.

Jochen Wisotzki
- Studium der Journalistik in Leipzig 1973 bis 1977. Von 1977 bis 1986 Arbeit als Redakteur, Film- und Fernsehkritiker für ADN und "Sonntag". 1986 bis April 1991 Dramaturg und Autor im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Seit 1990 erste Regiearbeiten, zunächst bei der DEFA, dann freischaffend. Im selben Jahr Mitbegründer des Mecklenburg-Vorpommern-Filmvereins. 1992 bis 1994 Aufbaustudium Regie am Institut für Theater, Musiktheater und Film der Universität Hamburg. Seither tätig als Regisseur, Autor und Dramaturg.
Lehraufträge seit 2001 u.a. an der Hochschule für Film- und Fernsehen Potsdam-Babelsberg, der Uni Greifswald und der Volontariatsausbildung des MDR. Berufung zum Professor für „zeitbasierte Medien“ an der Hochschule Wismar 2006.

Petra Schwarz (diplomierte Kultur- und Musikwissenschaftlerin) hat seit Mitte der 70er Jahre als Ehrenamtliche beim „Festival des politischen Liedes“ – und später beim „Festival Musik und Politik“ – mitgearbeitet. In dieser Zeit entwickelte sich ihre Liebe für „Songs – Lieder mit Grips“, wie eine ihrer wöchentlich im Jugendradio DT 64 ausgestrahlten Sendungen hieß. Dort war sie von 1981 bis 1991 als Kultur- und Musikjournalistin und nebenbei auch beim DDR-Fernsehen tätig. Im Herbst 89 erschien – in Zusammenarbeit mit Wilfried Bergholz – ihr Buch „Liederleute“ im Verlag Lied der Zeit.
Seit 1990 ist Petra Schwarz Mitglied der Jury der „Liederbestenliste“. Monatlich am letzten Freitag veröffentlicht sie die Wertung in ihrer Sendung bei www.rockradio.de und auf ALEX Berlin UKW 91,0. Seit 2014 ist sie zudem Mitglied der Jury „Liedermacher“ des „Preis der deutschen Schallplattenkritik“.
Bis 2005 war Petra Schwarz Moderatorin und Redakteurin vorwiegend beim Sender Freies Berlin, dem heutigen Rundfunk Berlin-Brandenburg. Heute moderiert sie Veranstaltungen (Konferenzen, Tagungen, Podiumsdiskussionen), macht Öffentlichkeitsarbeit und trainiert/coacht Leute in Sachen „wirkungsvolles Kommunizieren“.
https://lebendig-reden.de

 

18:30 Uhr - Marco Tschirpke „Dichten, bis ich Dresche kriege“

Politische Lyrik (mit Klavier und Ukulele)
Politische Lyrik und auch noch heitere? Ist das nicht Kunst von gestern? Und fordert unsere Weltlage nicht andere Mittel? – Das sind Fragen, die den Humoristen Marco Tschirpke nicht scheren. Ungerührt, doch nicht unbekümmert, fertigt er klar konturierte Schnappschüsse vom Zeitgeschehen in Deutschland. Doch seine Sicht der Dinge hat wenig gemein mit der Meinungstombola des gelernten Bundesbürgers. Er stellt infrage, was andere voraussetzen. Und spürt mit seinen „Lapsusliedern“ und Gedichten das Allgemeine im Besonderen auf. Historische Personen und lebende Artgenossen kommen da ebenso vor wie Schiffsverkehr und Raumfahrt, Freund und Feind. Er spottet über grüne Minister und „Reichsbürger“, zeigt der kapitalistischen Kälte die kalte Schulter und erklärt der Kriegstreiberei den Krieg.
Ein Lichtstrahl der Komik leuchtet jene Ecken des Daseins aus, denen die öffentliche Debatte keine Aufmerksamkeit widmet.

 

ca. 19:45 Uhr - Liedgefährten - "Auf Spurensuche"

Gundermann - die geliehenen Musiken
Am 21.02.2015 wäre Gerhard Gundermann 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass fanden sich Familie, Freunde und Gäste, Weg- und Liedgefährten von ihm zusammen, um in seiner Heimatstadt Hoyerswerda diesen Geburtstag zu feiern, in der Hoffnung, dass er ihn ähnlich gefeiert hätte. Sie öffneten seine Schatzkiste, begaben sich auf Spurensuche und es wurde für sie -zusammen mit dem Publikum - eine Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Gegenwart und Zukunft. Es entstand ein emotional fröhliches, kraftvolles und berührendes literarisch- musikalisches Programm mit Gedanken, Zwischentexten und einigen seiner schönsten Lieder mit „geliehenen Musiken“, z.B. von Bruce Springsteen, Tom Waits, Steeleye Span und den Beatles. Es erzählt viel über den Menschen und Künstler Gerhard Gundermann und deshalb auch von denen, die mit ihm einen Teil seines Weges gegangen sind.
Gerhard Gundermann hat uns Lieder und Texte hinterlassen, von denen er sich wünschte, dass sie Lebensmittel werden, mit denen wir auftanken können. Doch hat er nicht wissen können, wie wichtig sie uns gerade heute sind. Die Welt ist durch Armut und Kriege noch unsicherer geworden und wir und müssen in ihr leben und uns verhalten.

 

Einlass: 14:00 Uhr