Prof. Dr. Thomas Elsässer: Direktor am Max-Born-Institut und Professor für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin

19.05.2010

Prof. Dr. Thomas Elsässer

Prof. Dr. Thomas Elsässer

Direktor am Max-Born-Institut und Professor für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin

Thomas Elsässer (*1957) studierte Physik in Heidelberg und an der Technischen Universität München, wo er 1982 das Diplom in Physik erwarb. Er promovierte im Jahre 1986 an der TU München zum Dr. rer. nat. über ein Thema aus dem Bereich der Ultrakurzzeitspektroskopie. Danach arbeitete er als Akad. Rat und Oberrat am Physik Department der TU München und verbrachte im Jahr 1990 einen Forschungsaufenthalt bei den AT&T Bell Laboratories, Holmdel, USA. Die Habilitation erfolgte im Jahr 1991.

Seit 1993 ist Thomas Elsässer Direktor am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie, seit 1994 C4-S-Professor für Experimentalphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Mehrere Rufe auf ordentliche Professuren im In- und Ausland lehnte er ab. Im Jahr 2004 arbeitete er als Professeur invité an der Ecole Normale Superieure in Paris.

Thomas Elsässer fungiert als Divisional Associate Editor der Zeitschrift Physical Review Letters und ist Mitherausgeber der Zeitschriften New Journal of Physics, Applied Physics A, Chemical Physics und Chemical Physics Letters. Er ist Mitglied des Board of Directors der Optical Society of America (OSA), der wissenschaftlichen Beiräte mehrerer Forschungseinrichtungen und der Programmkomitees zahlreicher internationaler Tagungen. Von 2003 bis 2008 koordinierte er ein Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Ultrakurzzeit-Röntgenbeugung. An der Humboldt-Universität ist er Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Seine Forschungsschwerpunkte

Das wissenschaftliche Arbeitsgebiet von Thomas Elsässer ist die Ultrakurzzeitphysik kondensierter Materie, d.h. die Untersuchung von Prozessen im Femtosekunden-Zeitbereich (1 fs = 10-15 s) mit optischen Methoden. Im Vordergrund stehen dabei die Aufklärung transienter Strukturen in (Bio-)Molekülen und Festkörpern und ein Verständnis grundlegender Wechselwirkungen, die auch für Anwendungen im Bereich der Optoelektronik relevant sind.

Er hat mit seinen Mitarbeitern am MBI zahlreiche bahnbrechende Untersuchungen zum Nichtgleichgewichtsverhalten von Ladungsträgern in Halbleitern und Halbleiter-Nanostrukturen, zur Dynamik zwischenmolekularer Wasserstoffbrücken in Flüssigkeiten und zur Aufklärung ultraschneller Strukturänderungen mit Ultrakurzzeit-Röntgenmethoden durchgeführt. In jüngster Zeit fanden Ergebnisse zum ultraschnellen Verlust des strukturellen Gedächtnisses von Wasser und die erste Demonstration der Femtosekunden-Röntgenbeugung an kristallinen Pulvern besondere internationale Beachtung.

Die Abbildung zeigt zweidimensionale Infrarot-Schwingungsspektren von Wasser und hydratisierter DNS (oberer Teil der Abbildung). Die Änderungen in der Form der Spektren sind auf den ultraschnellen Verlust von Frequenzkorrelationen zurückzuführen, die durch den Zerfall struktureller Korrelationen (des "Gedächtnisses") verursacht werden.

Thomas Elsässer hat mehr als 350 Veröffentlichungen in referierten Zeitschriften und Büchern publiziert, hält 6 Patente und hat mehr als 230 eingeladene Vorträge und Vorlesungen gehalten. Er ist ein Fellow of the Optical Society of America und erhielt im Jahr 1991 der Rudolf-Kaiser-Preis und im Jahr 1995 der Otto-Klung-Preis für Physik.

Kontakt: Prof. Dr. Thomas Elsässer, E-Mail, Tel.: +49 30 6392-1400, www.mbi-berlin.de

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