Erste kommerzielle Anlage für grünes Methanol von C₁ erhält 13,3 Mio. Euro EU-Förderung
Projekt METHANOL.ONE wird täglich 20 Tonnen grünes Methanol produzieren und in den ersten zehn Jahren 318.000 Tonnen CO₂-Äquivalent einsparen
Die C₁ Green Chemicals AG wurde von der Europäischen Kommission für eine Förderung aus dem EU Innovation Fund ausgewählt. C₁ wird den Zuschuss in Höhe von 13,3 Millionen Euro für den Bau und Betrieb von METHANOL.ONE verwenden, der weltweit ersten Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab für homogen katalysiertes Methanol. Die Anlage wandelt Biomethan in grünes Methanol um, das als kohlenstoffneutraler Kraftstoff dient. Sie entsteht im Chemiepark Leuna und wird 2029 die Produktion aufnehmen.
Der Wettbewerb war hart: Auf die Ausschreibung des Innovation Fund gingen 358 Anträge mit einem Volumen von 17,5 Milliarden Euro ein – etwa das Sechsfache des verfügbaren Budgets. Im Themenbereich „Pilotprojekte“, der bahnbrechenden Technologien für tiefgreifende Dekarbonisierung vorbehalten ist, wählte die Kommission nur 16 von 79 Projekten aus.
„Der Zuschlag durch Europas wettbewerbsintensivstes Programm für Klimaschutz-Technologien bestätigt, dass unsere Technologie bereit für den nächsten Schritt ist“, sagt Christian Vollmann, Vorstandsvorsitzender von C₁. „Mit METHANOL.ONE demonstrieren wir den kommerziellen Betrieb unserer homogenen Katalyse im industriellen Maßstab. Wir legen damit die Grundlage für die nächste Generation der Methanolproduktion.“
METHANOL.ONE überzeugt in Sachen Projektreife, Innovationsgrad und CO₂-Einsparung
Unabhängige Experten bewerteten alle Bewerbungen anhand von Projektreife, Innovationsgrad und Treibhausgas-Reduktion. METHANOL.ONE überzeugte in allen drei Bereichen:
- Projektreife: Die Technologie von C₁ hat sich im Betrieb bereits bewährt. Vor kurzem erreichte die Pilotanlage „Leuna100“ mehr als 120 Tage Dauerbetrieb. METHANOL.ONE wird das erste kommerzielle Projekt, das das volle Potenzial der Technologie im industriellen Maßstab unter Beweis stellt.
- Innovationsgrad: Anstelle der mehr als 100 Jahre alten heterogenen Katalyse nutzt C₁ die weltweit erste dreidimensional skalierbare homogene Katalyse zur Herstellung von Methanol. Das hochselektive Verfahren erzielt eine höhere Umwandlungseffizienz bei deutlich niedrigerem Druck und geringerer Temperatur und ist hinsichtlich der Ausgangsstoffe flexibler.
- CO₂-Einsparung: METHANOL.ONE spart in den ersten zehn Betriebsjahren rund 318.000 Tonnen CO₂-Äquivalent ein – vergleichbar mit ca. 11.000 PKW mit Verbrennungsmotor.
Vom Pilotprojekt zum kommerziellen Maßstab – an der Wiege der Methanolproduktion
Mit einer Kapazität von 20 Tonnen pro Tag überführt METHANOL.ONE die Technologie von C₁ vom Pilotmaßstab in den kontinuierlichen kommerziellen Betrieb. Die Anlage wird das volle Potenzial des C₁-Verfahrens demonstrieren und als Vorzeigeprojekt für die künftige Lizenzierung der Technologie dienen: Es liegen bereits Absichtserklärungen für Anlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 3.000 Tonnen Methanol pro Tag vor, was die Nachfrage eindrucksvoll unterstreicht.
Julius von der Ohe, Leiter Geschäftsentwicklung bei C₁: „Sowohl Projektentwickler als auch Methanolhersteller suchen nach einem Weg zur kostengünstigen Produktion von grünem Methanol. METHANOL.ONE ist das Vorzeigeprojekt für den weltweiten Einsatz unserer Technologie.“
Der Standort Leuna knüpft an eine lange Tradition an: 1923 errichtete die BASF in Leuna die weltweit erste Methanolanlage. Heute, mehr als ein Jahrhundert später, schlägt C₁ ein neues Kapitel auf – und läutet damit eine neue technologische Ära in der Methanolproduktion ein. Das Projekt wird wichtige Märkte erschließen, darunter die Luftfahrt, die Schifffahrt, den Straßenverkehr und die chemische Industrie, die zusammen ein Marktpotenzial von über 500 Milliarden Euro darstellen.
„Der EU-Zuschuss ist ein starkes Signal an Investoren und Kunden. Er schließt die DeepTech-Finanzierungslücke und beschleunigt die Markteinführung unserer innovativen Technologie zur Produktion von grünem Methanol“, erklärt Haik Mehmke, Finanzvorstand von C₁.
Über Grünes Methanol
Grünes Methanol ist der Schlüssel zur Defossilisierung mehrerer Branchen, in denen die CO₂-Emissionen nur schwer zu reduzieren sind. In der Schifffahrt ist grünes Methanol die konkreteste CO₂-neutrale Kraftstoffalternative zu Öl. Es kann zudem zu nachhaltigem Flugkraftstoff verarbeitet werden sowie Öl, Gas und Kohle als nicht-fossile Kohlenstoffquelle bei der Herstellung von kohlenstoffbasierten Produkten wie Klebstoffen, Kunststoffen, Farben, Dämmstoffen und Beschichtungen ersetzen.
Über C₁
C₁ entwickelt neue, klimafreundliche chemische Produktionsverfahren, indem es chemische Reaktionen von der atomaren Ebene bis hin zum Produktionsmaßstab neu konzipiert. Die chemischen Prozesse werden mithilfe quantenchemischer Simulationen entworfen und in firmeneigenen Produktionstechnologien umgesetzt. Dabei entwickelt und skaliert das in Berlin ansässige Unternehmen ausschließlich auf der Grundlage erneuerbarer Rohstoffe und Energie. Bereits ab den ersten Schritten bei der Entwicklung eines Produktionsprozesses sind alle Abläufe so konzipiert, dass ein geschlossener Kohlenstoffkreislauf ermöglicht wird. Auf diese Weise unterstützt C₁ die Industrie auf ihrem Weg zur Klimaneutralität.
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Pressekontakt C₁
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Pressemitteilung C₁ vom 20.10.2026
