Nobelpreis für Neutrino-Forschung im Eis
Humboldt-Universität hat an der Forschung seit mehr als 25 Jahren mitgewirkt
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den belgisch-amerikanischen Forscher Francis Halzen für seine „entscheidenden Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs“ mit dem Physik-Nobelpreis 2026 ausgezeichnet.
„Das IceCube-Experiment ist ein wahrhaft faszinierendes Vorhaben, dessen Ergebnisse unser Verständnis bestimmter kosmischer Objekte revolutionieren, und die Würdigung durch die Verleihung des Nobelpreises für Physik 2026 an Prof. Halzen ist mehr als verdient. Die HU freut sich sehr, dass sie seit so vielen Jahren zu diesem internationalen Vorhaben beitragen konnte,“ so Prof. Dr. Ulf Leser, Vizepräsident für Forschung der Humboldt-Universität zu Berlin.
Vorbereitung für den Neutrino-Detektor der nächsten Generation
Die Forschungsgruppe für experimentelle Astroteilchenphysik an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) hat seit mehr als 25 Jahren am IceCube-Experiment entscheidend mitgewirkt. „Unsere gemeinsame Reise begann mit den ersten Neutrino-Nachweisen am Südpol im Rahmen des Vorgängerexperiments AMANDA. Der spätere Aufbau des viel größeren IceCube-Observatoriums, der zu einer ganzen Reihe von spannenden Entdeckungen im Bereich der hochenergetischen kosmischen Neutrinos führte, war eine einmalige Erfahrung! Herzlichen Glückwunsch, Francis, und vielen Dank, dass du all dies möglich gemacht hast“, sagt Prof. Dr. Marek Kowalski, Leiter der Neutrino-Gruppe bei DESY Zeuthen und Inhaber des Lehrstuhls für Astroteilchenphysik am Fachbereich Physik der Humboldt-Universität zu Berlin.
Professor Kowalski kam bereits 2006 mit einer von der DFG geförderten Emmy-Noether-Forschungsgruppe an die HU, um am IceCube-Experiment mitzuarbeiten. Seit 2014 hat er eine gemeinsame Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY inne.
Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern bereitet die IceCube-Kollaboration derzeit den Neutrino-Detektor der nächsten Generation, IceCube-Gen2, vor. Dieser Detektor, der neue Forschungsmöglichkeiten zur Untersuchung faszinierender Objekte wie Schwarzer Löcher oder explodierender Sterne eröffnen würde, wurde auf die aktuelle deutsche Shortlist für die Förderung große Forschungsinfrastrukturen gesetzt. Ziel ist es, das Projekt in den kommenden Jahren zu realisieren.
Weitere Informationen:
DESY-Profilseite von Marek Kowalski
Forschungsprojekt “IceCube-Experiment”
Kontakt:
Prof. Dr. Marek Kowalski
Professor für Astroteilchenphysik am Fachbereich Physik der Humboldt-Universität zu Berlin
Leiter der Neutrino-Gruppe bei DESY Zeuthen
+49 30 2093-7635
marek.kowalski(at)desy.de
www.physik.hu-berlin.de/de/eephys
HU-Pressemitteilung vom 6.10.2026
