50.000 Photovoltaikanlagen unter Kontrolle: Neu in Adlershof: Die Innovationen für digitale Energiekraftwerke von meteocontrol sind weltweit gefragt

12. Januar 2022

50.000 Photovoltaikanlagen unter Kontrolle

Neu in Adlershof: Die Innovationen für digitale Energiekraftwerke von meteocontrol sind weltweit gefragt

Stijn Stevens © WISTA Management GmbH

Auf Wachstumskurs mit grüner Energie: Neu-Adlershofer Stijn Stevens © WISTA Management GmbH

Das Wetter ist wechselhaft, und so liefern Sonne, Wind oder Meer wechselnde Erträge an Energie. Für zuverlässige Versorgung braucht es flexible Systeme, die Strom aus verschiedenen Quellen zusammenführen, speichern und abgeben können. Überwachung und Steuerung derartiger Kraftwerke bietet die auf erneuerbare Energien spezialisierte meteocontrol GmbH an.

Zwölf Standorte weltweit wies die vor 40 Jahren gegründete Augsburger Firma bereits auf, als sich im Juni 2021 Berlin dazu gesellte. „Adlershof hat seit langem einen von erneuerbaren Energien, speziell Solarenergie, geprägten Hintergrund“, sagt Chief Technical Officer (CTO) Stijn Stevens. Der gebürtige Belgier hat Luft- und Raumfahrttechnik an der Katholischen Universität Leuven studiert und in Energietechnik promoviert. Dann startete er seine Karriere im Bereich der erneuerbaren Energien. Bei der Kasseler SMA Solar Technology AG stieg der Ingenieur in sieben Jahren zum „Business Unit System Architect“ auf, bis ihn 2017 die auf Photovoltaik spezialisierte Firma skytron energy nach Berlin lockte.

Jetzt nutzt er die inspirierende Verbindung zur aktuellen Forschung im Technologiepark Adlershof auch für meteocontrol, einer Firma, die in den letzten Jahren stark gewachsen ist. „Insgesamt geben die von uns überwachten Anlagen eine elektrische Leistung von 21 Gigawatt (Milliarden Watt) ab“, sagt Stevens. Weltweit überwacht meteocontrol mehr als 50.000 Photovoltaikanlagen. Deren Charakteristik wird mittels künstlicher Intelligenz herausgefunden: Welche Faktoren beeinflussen in welchem Maße die Stromerzeugung? Aus den Daten lassen sich Modelle erstellen, die den Ertrag verbessern und in die Planung künftiger Anlagen einfließen.

Dabei wird es sich nicht ausschließlich um Photovoltaik handeln. Die Zukunft sieht Stevens in hybriden Kraftwerken, wo die erneuerbaren Energien aus verschiedenen Quellen gewonnen und für die Erzeugung von Strom, Wärme oder Treibstoffe wie Wasserstoff oder Methan genutzt werden. „meteocontrol bietet spezifische Lösungen an“, sagt Stevens und zählt auf: „Datenerfassung und intelligente Steuerung von Erzeugung und Verbrauch, Kontrolle der Netzanforderungen, Wartung der Anlagen oder Energiehandel.“

Die in einer Cloud erfassten Daten und technischen Analysen ermöglichen gezielte Lösungen für einzelne Anlagen oder größere Portfolios. „Wenn etwas nicht stimmt, meldet sich die Software und zeigt das spezielle Problem an, so dass Wartung oder Reparatur veranlasst werden können“, erklärt Stevens. Das Unternehmen konzentriere sich derzeit auf kommerzielle und industrielle Anlagen sowie Großkraftwerke mit Leistungen von 200 Kilowatt bis 500 Megawatt.

Angesichts der gefüllten Auftragsbücher und erwarteter größerer Nachfrage wird die Suche nach Mitarbeitenden immer dringlicher. Seit dem Adlershofer Start im vergangenen Sommer wurden fünf Kolleg:innen neu eingestellt, zwei weitere kommen bis März nächsten Jahres. Doch es wird noch mehr Personal benötigt, unter anderem Energietechnikingenieurinnen, Softwareentwickler, Chipprogrammiererinnen, Regelungstechniker oder Anlagendesignerinnen.

„Wir haben zwei Jahre hinter uns, in denen wir alle Rekorde geknackt haben“, berichtet Stevens. Um dieses Tempo aufrechtzuhalten, wird er die Suche nach Mitarbeitenden intensivieren, Kontakte zu Studierenden aufbauen, Forschungsprojekte anregen und unterstützen. Berlin und speziell Adlershof sei mit Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen im Energiebereich der richtige Ort. Auch Stijn Stevens‘ Familie mit drei Kindern fühlt sich in Berlin wohl. Den Ökogarten, den er hier pflegen kann, möchte er auch nicht missen.  

Dr. Paul Janositz für Adlershof Journal

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