Adlershof Accelerator-Programm A² hilft Start-ups bei der Entwicklung: Für ein Projekt zur Digitalisierung von Fernwärme-Messdaten fanden ein Start-up aus Bayern und ein Energieversorger aus Berlin zusammen

30. August 2018

Adlershof Accelerator-Programm A² hilft Start-ups bei der Entwicklung

Für ein Projekt zur Digitalisierung von Fernwärme-Messdaten fanden ein Start-up aus Bayern und ein Energieversorger aus Berlin zusammen

Elena Holsten, A² Accelerator Berlin. Bild: © Adlershof Journal

Jungunternehmerin Elena Holsten. Bild: © Adlershof Journal

Im Rahmen des „A² Adlershof Accelerator-Programm Berlin“ entwickelten das Start-up Holsten Systems und die BTB Blockheizkraftwerks-Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin gemeinsam eine Lösung, um Verbrauchsdaten eines Fernwärmenetzes rascher verfügbar zu machen.

Die BTB Blockheizkraftwerks-Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin versorgt den Wissenschaftsstandort Adlershof und angrenzende Stadtregionen mit Fernwärme sowie zahlreiche Gebäude in Berlin mit Strom, Kälte und Wärme. Der Mittelständler beteiligt sich regelmäßig am A²-Accelerator-Programm der WISTA-MANAGEMENT GMBH. Neben der Unterstützung von Start-ups will er im Bereich Digitalisierung Partner für seine innovativen Projekte finden.

Eines dieser Projekte verfolgt das Ziel, mit der Kopplung von Verbrauchs- und Erzeugerdaten im Bereich der Fernwärmeversorgung effizienter, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu werden. Die Verbrauchsdaten, die in den Kellern an Hausübergabestationen erfasst werden und bislang einmal im Monat von Mitarbeitern ausgelesen wurden, sollten möglichst rasch digital verfügbar gemacht werden.

„Beim A²-Programm vor zwei Jahren wurden wir auf die Holsten Systems GmbH aufmerksam“, erzählt Mike Müller, Bereichsleiter für dezentrale Anlagen und Netze der BTB. Das junge Unternehmen aus Garching bei München hat sich auf Dienstleistungen im Bereich der Automatisierungstechnik und dem Internet der Dinge spezialisiert. Dazu gehören zum Beispiel Systemintegrationen und Softwareentwicklungen im Bereich Energie- und Anlagentechnik.

„Zunächst haben wir darüber philosophiert, wie wir am sinnvollsten unser Know-how einbringen können“, erzählt Geschäftsführerin Elena Holsten. Schon bald entwickelte sich ein konkretes Projekt. Das Team von Holsten Systems entwickelte eine innovative Lösung für die Digitalisierung der Wärmedaten: Demnach sollten die Hausübergabestationen per Funk mit dem Internet verbunden werden.

Holsten Systems entschied sich für die Funktechnologie LoRaWAN  (Low Range Wide Area Network). Das System gebe es zwar schon, aber es werde noch wenig eingesetzt, obwohl es damit kaum Probleme mit Funklöchern in Heizungskellern gäbe, erklärt Thomas Holsten, Co-Geschäftsführer des Start-ups. LoRaWAN bietet für das Projekt mehrere Vorteile: Es benötigt weniger Energie als Mobilfunk, es lassen sich größere Distanzen überbrücken und die Software wird auf Open-Source-Basis entwickelt. Somit handelt es sich um eine langfristige Lösung. Für die BTB waren auch die geringen Betriebskosten interessant.

Nach einem ersten Test und technischen Nachbesserungen installierte Holsten Systems im Juni 2018 zwei Empfangsstationen auf einem Mast in Berlin-Rudow. Sie sammeln die Daten von sechs Hausübergabestationen und senden sie an das Datenerfassungsmodul der BTB. „Inzwischen sind wir sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, sagt Müller. „Durch die schnelle Analyse der Daten können wir den Kundenbedarf besser mit unseren verschiedenen Wärmeerzeugern abgleichen und erreichen insgesamt ein effizienteres Energiemanagement.“

Die Mitarbeiter von Holsten Systems arbeiten derzeit an einer Vermarktungsstrategie ihres Produktes. Mit der Zusammenarbeit im Rahmen von A² sind beide Partner sehr zufrieden. „Es ist wichtig, dass Mittelständler in solchen Programmen Verständnis für die Einschränkungen von Start-ups hinsichtlich Ressourcen und Praxiserfahrungen entwickeln. Das hat mit der BTB immer gut funktioniert“, sagt Elena Holsten. Mike Müller ergänzt, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten fruchtbar war. Generell werde in dem A²-Programm eine gute Auswahl an Start-ups getroffen. So viele verschiedene Spezialkenntnisse finde man sonst nicht so leicht.

Von Sven Titz für Adlershof Journal

 

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