Adlershof hat ein neues Arbeitszimmer: Gründerwerkstatt ist Ankermieter im neuen Coworking-Space

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01. September 2017

Adlershof hat ein neues Arbeitszimmer

Gründerwerkstatt ist Ankermieter im neuen Coworking-Space

Coworking-Space Berlin

Mal in Ruhe nachdenken: Tobias Kirschnick testet die Sofaecken im Coworking-Space

Sie liegen im Trend: offene Räume zum Arbeiten, vernetzen, ausprobieren. Berlin ist die Hauptstadt der Coworking-Spaces – jetzt auch im Technologiepark Adlershof. Die neue Gründerwerkstatt Adlershof ist dort Ankermieter.

Eine 550 Quadratmeter große Spielwiese für Kreative, Freelancer, Gründerwillige, Studenten, Projektgruppen aus Forschungsinstituten und etablierten Unternehmen, kurz für alle, die einen Raum zum Schmieden neuer Ideen suchen, ist im Technologiepark Adlershof entstanden. Im Basement in der Rudower Chaussee 17 stehen mehr als 50 Arbeitsplätze im neuen Coworking-Space „Im.Puls“ bereit. Ganz im Wortsinn einen  Anstoß geben, sollen die offenen Räume, wo man bei einer Tasse Kaffee schnell mit dem Tischnachbarn ins Gespräch kommt, Gleichgesinnte trifft und gemeinsam neue Projekte hebt, erklärt der Projektleiter Ralph Langanke von der WISTA-MANAGEMENT GMBH.

„Wir wollen kein gewöhnlicher Coworking-Space sein“, sagt  Langanke. Was plant er stattdessen? „Unsere Idee ist, einen Kultur-, Begegnungs- und Innovationsort zu entwickeln, der wandelbar und an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst ist.“ So  sollen zukünftig etwa auch eigene Veranstaltungen angeboten und Projekte initiiert werden. „Hier mietet sich niemand bloß für ein paar Stunden ein. Die Plätze werden mindestens für  einen Monat vergeben, meistens länger“, ergänzt Marina  Salmon, ebenfalls im Projektteam von „Im.Puls“.

Wer die Räume noch als ehemalige Kantinenküche kennt, wird überrascht sein: Helle Möbel, verschiedenfarbige Stühle, Holzfußboden, transparente Wände, verschiedenste Arbeitsplatzinseln – hier existiert eine neue Arbeitsstruktur mit Wohlfühlfaktor. Neben Schreibtischen, WLAN und Druckern ist auch Platz für lauschige Couchecken, es gibt sogenannte Think Tanks fürs Telefonieren, Flächen, wo gewerkelt werden kann, auch einen Konferenzraum. Besonders stolz ist Ralph Langanke auf die vollausgestattete Küchenzeile, die zum gemeinsamen Kochen einladen soll.

Einen Teil der Coworking-Plätze hat bereits Tobias Kirschnick reserviert. Für die neue Gründerwerkstatt Adlershof, auch ein Projekt der WISTA-MANAGEMENT GMBH. Kirschnick ist in diesen Tagen viel unterwegs, schaut sich auf Wettbewerben nach Start-ups um, sucht Gründungswillige. Der Leiter des Innovations- und Gründerzentrums in Adlershof ist gleichzeitig Gründerscout.  Allerdings einer mit einem prall gefüllten Geschenkesack. Darin enthalten: Stipendien, Workshops, Coaching und Mentoring in der neuen Gründerwerkstatt Adlershof. Dazu gehört auch ein Platz im nagelneuen Coworking-Bereich.

Gefördert werden sollen technische und technologieorientierte Teamgründungen. Gibt es dafür nicht schon das EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie? „Das richtet sich an Ausgründungen aus den Universitäten und Hochschulen.  Die Gründerwerkstatt ist quasi EXIST für Adlershof. Wir wollen Spin-offs aus den außeruniversitären Instituten und etablierten Unternehmen erreichen“, sagt Projektleiter Kirschnick. Fördermittelgeber sind die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und der Europäische Sozialfonds. Pro Team können bis zu drei Personen für ein Jahr ein monatliches Stipendium von 1.500 Euro erhalten. Insgesamt 40 Stipendien können in drei Durchläufen bis zum Ende der Projektlaufzeit im Dezember 2019 vergeben werden.

Voraussetzung ist, dass die Gründer über ein Businesskonzept und einen Prototypen verfügen, der zur Marktreife überführt werden soll. An einem solchen arbeitet momentan Johannes Jägers, den Kirschnick als einen Kandidaten für die Gründerwerkstatt Adlershof sieht. Jägers ist Physiker und fasziniert von menschlichen Robotern. Seine metergroßen sprechenden, sich bewegenden, die Umgebung wahrnehmenden und mit ihr interagierenden Maschinenmenschen sollen vorrangig als erlebnisreiches Hightechprodukt auf Messen und Veranstaltungen die Besucher begeistern. Anders als bei seinen Wettbewerbern ist der Roboter betriebsbereit und hat viele nützliche Funktionen zu einem guten Preis. Momentan prüft Jägers, ob sich die Firmengründung mit Blick auf das Marktpotenzial lohnt. Falls ja, kann es in etwa zwei Monaten losgehen. Dafür sucht er Mitgründer. „Als Teilnehmer der Gründerwerkstatt könnten wir Jägers Team das wirtschaftliche Risiko beim Start vermindern“, ist Kirschnick überzeugt.

Die Ausschreibung für die Gründerwerkstatt erfolgt über das  Internet. Nach der Prüfung und Bewertung der eingereichten  Businesskonzepte wird es für die besten Teams ernst: der Pitchday. Die Bewerberteams pitchen vor dem Gründerbeirat, der sich aus Mitarbeitern der WISTA-MANAGEMENT GMBH, Professoren außeruniversitärer Einrichtungen, Berlin Partner, der Industrie- und Handelskammer, des Business Angels Club und erfolgreichen Gründern aus Adlershof zusammensetzt, um sie von ihrer Idee, ihrem Business Case zu überzeugen.

Die Bewerber, die auch diese Hürde meistern, müssen vor Antritt des Stipendiums einen Wohnsitz in Berlin nachweisen. Wertvoll, neben der finanziellen Förderung, sind für die Teams in der Gründerwerkstatt das Training und die Beratung sowie das Netzwerk eines der besten Hochtechnologiestandorte Deutschlands.

Von Sylvia Nitschke für Adlershof Journal

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