Alles neu bei der Allianz: Von Fintech bis Homeoffice: Am neuen Berliner Allianz-Campus wurden Ideen einer modernen Arbeitsplatzgestaltung umgesetzt

28. Oktober 2019

Alles neu bei der Allianz: Von Fintech bis Homeoffice

Am neuen Berliner Allianz-Campus wurden Ideen einer modernen Arbeitsplatzgestaltung umgesetzt

Allianz-Standortleiter Tobias Haasen © WISTA Management GmbH

Viel Licht in der neuen Allianz-Zentrale: Standortleiter Tobias Haasen sieht Kooperationspotenzial in Adlershof © WISTA Management GmbH

Am 20. September war es so weit: Der neue Berliner Allianz-Campus in Adlershof, der seit 2016 nahe der S-Bahn-Station entstanden ist, wurde offiziell eröffnet. Schon im Mai hatte der Einzug der Allianz Adlershof auf einen Schlag 2.500 neue Mitbewohner/-innen beschert. Sie arbeiten in den Bereichen Vertrieb, der Schadensabwicklung und Betrieb, wo das gesamte Vertragswesen organisiert und abgewickelt wird. Dazu gehört auch das Logistik-Service-Zentrum für ganz Deutschland, in dem der gesamte schriftliche Informationsverkehr – immerhin 31 Millionen postalische oder elektronische Vorgänge pro Jahr – verteilt wird, manuell und maschinell, Tag und Nacht.

„Berlin ist immer noch ein wichtiger Standort für Europas größten Versicherer“, betont Tobias Haasen, der Standortleiter, „obwohl die Zentrale als Folge der Teilung der Stadt nach dem Krieg nach München umzog.“ Immerhin wurde das Unternehmen 1890, vor fast 130 Jahren, hier gegründet. 1998 wurden die zwölf Berliner Standorte zusammengeführt und bekamen in den Treptowers eine weithin sichtbare Repräsentanz. „Das war damals ganz bewusst ein Zeichen für den Aufbau Ost“, berichtet Haasen. Nach dem Verkauf der Gebäude residierte man auf Mietbasis weiter, die Verträge liefen aber 2019 aus. Anstehende Mieterhöhungen und der Wunsch, ein neues Büroweltenkonzept umzusetzen, das mit den alten Gebäudestrukturen schwer vereinbar war, motivierten die Suche nach einem neuen Standort.

Nach Adlershof lockte eine Brache dicht an der S-Bahn, immerhin noch im selben Bezirk, mit Nähe zum neuen Flughafen und gewachsener Infrastruktur inklusive Shopping, Restaurants, Arztpraxen und Kitas. Und die Möglichkeit, als Mieterin für die kommenden 15 Jahre das Gebäude zu gestalten.

Von außen wirkt der viergeschossige Bau zwar nicht so spektakulär, mit seiner verschachtelten Struktur und geschwungenen Fassaden aber durchaus interessant. Seine besondere Gestalt erschließt sich allerdings erst bei einem Blick von oben: Knapp 60.000 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf viele miteinander verbundene Gebäudeteile kleinerer Grundfläche. Der Vorteil: Viele Fenster lassen viel Tageslicht in die Büros.

Die Büroflächen selbst konnten nun an das neue Büroweltenkonzept angepasst werden. Das hat diverse Aspekte: Durch offenere Büros soll das Arbeiten kommunikativer werden. Dabei entstehen keine klassischen Großraumbüros, sondern ein sogenannter Open Space mit Viererboxen, die durch textile Elemente gegeneinander akustisch abgetrennt sind. Jeder sucht sich morgens einen neuen Schreibtisch, passend zu den anstehenden Tätigkeiten. Dazu kommen Besprechungsräume für Teamarbeit und Rückzugsflächen – inklusive Eltern-Kind-Zimmer, falls im Notfall mal ein Kind mitgebracht werden muss.

Für das leibliche Wohl gibt es eine große Kantine im Erdgeschoss und Etagenküchen; außerdem Duschen, die unter anderem von Radfahrern genutzt werden. Die können ihre Gefährte in 200 geschützten Stellplätzen unterbringen. Wer trotzdem und S-Bahn-Nähe mit dem Auto kommt, findet ein Parkhaus mit 500 Plätzen sowie 20 Ladestationen für E-Autos, die allerdings noch nicht alle genutzt würden, wie Haasen berichtet. Insgesamt wurde ein nachhaltiger Baustandard zertifiziert, mit Regenwassertoiletten, ohne Klimaanlage, dafür mit Kühldecken, die sich bereits in den ersten heißen Monaten nach dem Einzug bewährt hätten. Gut angenommen wird auch die Möglichkeit, zwei Tage pro Woche im Homeoffice zu arbeiten. Rund 80 Prozent der Mitarbeiter, deren Job dafür geeignet sei, nutzten das auch.

„Die Nähe zur Wissenschaft und zur Technologieszene war für unsere Standortentscheidung ebenfalls nicht ohne Bedeutung“, betont Haasen. „Es gibt beispielsweise gute Kontakte zur Humboldt-Universität zu Berlin. Wir halten das universitäre und wissenschaftliche Umfeld für wichtig, um Trends zu erkennen.“

Die Kooperation mit Start-ups etwa bei der Entwicklung von App-Lösungen für eigene Produkte oder zum Thema Big Data läuft bereits, allerdings außerhalb von Adlershof. Noch. Denn hier sieht Haasen durchaus Potenzial für die eine oder andere künftige Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitsvorsorge (Demographie), autonomes Fahren (Verkehr) und Digitalisierung allgemein, etwa wenn es um effizienteres Arbeiten geht. Über das Gesundheitsforum Adlershof will sich die Allianz schnell vernetzen und ist auch interessiert daran, mit ihren eigenen Mitarbeitern/-innen etwa bei Studien zum Homeoffice und seinen Auswirkungen auf Krankenstand und Leistungsfähigkeit mitzuwirken.

Von Dr. Uta Deffke für Adlershof Journal

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