Auto, Bahn und Lastenfahrrad: IT für den mobilen Menschen

18. Februar 2013

Auto, Bahn und Lastenfahrrad

IT für den mobilen Menschen

Lastenfahrrad, Foto: Amac Garbe / DLR

Foto: Amac Garbe / DLR

IT für den mobilen Menschen – damit befasst sich eine Reihe von Unternehmen in Adlershof. Metergenaue Navigation auf Waldwegen oder in Fabriken zählt ebenso wie europaweite Ticketing-Systeme oder das iBullitt-Lastenfahrrad zu den Ideen für eine Mobilität der Zukunft.

Forstfahrzeuge in heimischen Wäldern können sich auf den Navigator „Forestry“ verlassen. Im Gegensatz zu handelsüblichen „Navis“ zeigt die Entwicklung der Firma Logiball auch den Verlauf von Wald- und Wirtschaftswegen an. Die Logiball-Zentrale ist im westfälischen Herne angesiedelt, das so genannte „Map Engineering“ erledigen Mitarbeiter in Berlin Adlershof. Ein halbes Dutzend Kartografen und IT-Ingenieure arbeiten von hier aus die Kartendaten in eine von Logiball dafür entwickelte Software ein.

„Wir sind in der Lage, jedes gewünschte Detail in die Navigation zu bringen“, erläutert Logiball-Geschäftsführer Roger Müller. Die Navigationssysteme von Logiball können etwa den Verlauf von unterirdischen Gas- und Stromleitungen anzeigen, von Gewässern oder Wegen in Fabriken und auf Flughäfen – und zu diesen metergenau navigieren.

IT für den mobilen Menschen – damit befasst sich auch das Unternehmen VinarIT, das Mitte Januar sein Zweitquartier in Adlershof bezogen hat. Ausschlaggebend war die Nähe zu Kunden und zur Bahnbranche wie Deutsche Bahn, Siemens oder Bombardier. „Aber auch die gute Infrastruktur und die Nähe zu den Hochschulen sind uns wichtig“, so Michael Zylla, Geschäftsführender Gesellschafter.

Wenn Fahrgäste ab 2017 mit dem ICE auf der neuen Schnellstrecke über Leipzig binnen vier Stunden von München nach Berlin reisen können, dann wird das auch ein Verdienst von VinarIT sein. Dem Unternehmen obliegt die elektronische Verwaltung der vielen tausend Dokumente, die im Laufe der Entwicklung des europäischen Zugsteuerungssystems für die Strecke erstellt werden. „Sollte jemals ein Unfall auf der Strecke geschehen, sind die Dokumente wichtige Beweismittel“, erklärt Zylla.

Die nächste Herausforderung wird ein europaweites Ticketing-System für Bahnkunden sein. „Wir sind für ein solches Projekt gut aufgestellt.“

Wie Mobilität von Kurierdiensten in Ballungsräumen optimiert werden kann, erforscht derweil Johannes Gruber vom Institut für Verkehrsforschung, das am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt angesiedelt ist. Der Geograph schätzt, dass in urbanen Teilräumen bis zu 85 Prozent der Autokurierfahrten ersetzt werden könnten – etwa durch innovative Lastenfahrräder vom Typ „iBullitt“, die über einen elektrischen Hilfsmotor verfügen. Seit vergangenem Sommer sind 40 dieser Lastenfahrräder in Berlin und sieben weiteren deutschen Städten unterwegs.

Rund eine Million Auftragsdaten pro Jahr wird Gruber von den Kurierfirmen auswerten, erste Ergebnisse werden im Laufe des Frühjahrs erwartet. Vorab hat Gruber bereits ermittelt, dass die Hälfte aller Kurierfahrten in den beteiligten Städten unter 4,7 Kilometer lang sind – eine Entfernung, in der das Fahrrad seine Vorteile gegenüber dem Auto ausspielen kann.

Von Mirko Heinemann für Adlershof Special

Links:
www.dlr.de
www.logiball.de
www.vinarit.com

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