COOLER geht’s nicht: Start-up entwickelt netzunabhängigen Kühlschrank

26. Februar 2018

COOLER geht’s nicht

Start-up entwickelt netzunabhängigen Kühlschrank

Coolar

Das Coolar-Team: Kilian Mähne, Julia Römer, Karsten Düwel, Sergej Lembke (von l. nach r.) und ihr stromlos funktionierender Kühlschrank

Die 32-jährige Julia Römer ist Geschäftsführerin der Coolar UG und eine von ganz wenigen Gründerinnen im Technikbereich. Sie und ihr Team entwickeln seit 2012 Kühlschränke, die ohne Strom funktionieren, CO2-Emmissionen und Betriebskosten sparen.

Das Start-up Coolar hat sich auf medizinische Kühlschränke für Impfstoffe spezialisiert, die vor allem in Asien und Afrika zum Einsatz kommen. Aktuell wird im Unternehmen am nächsten Prototyp gebaut, der auch zeitnah in den Feldtest gehen soll. „Bisher haben wir uns über Stipendien und Start-up-Preise finanziert. Jetzt haben wir Patente angemeldet, Prototypen produziert und können ein bisschen größer werden“, sagt Coolar-Chefin Julia Römer.

Sie ist Gründerin in einer absoluten Männerdomäne. Sie kommt aus einer Ingenieursfamilie: „Für mich war völlig selbstverständlich, dass ich das auch machen kann.“ Erst studierte sie eineinhalb Semester Chemie an der Berliner Humboldt-Universität (HU) in Adlershof, dann wechselte sie an die Technische Universität Berlin (TU) ins Wirtschaftsingenieurwesen.

„Eigentlich kommt der Schnitt erst im Studium, wo dann nur noch ganz wenige Frauen in der Vorlesung sitzen. Alle Männer kennen sie beim Namen. Kein Wunder, wenn du unter 300 Studenten fünf Frauen hast …“

Sie spricht natürlich, lebhaft und wirkt bodenständig. So wie eine Skifahrerin, die mit Schwung den Berg hinunterfährt, schnell und sicher in den Kurven. Skilehrerin ist sie nämlich auch noch nebenbei. Julia Römer kann überzeugen und begeistern, so beschreiben sie ihre männlichen Teamkollegen, und auch mal einen sturen Kopf haben. Aber das braucht es auch: „Es ist schon ein bisschen strange, wenn du als Frau nur zwischen Männern stehst. Ich habe auch während des Studiums so viele tolle Frauen kennengelernt, aber bei der die Gründung eines Unternehmens sind sie alle weg. Ich frage mich, wo sind die geblieben?“ Aus dieser Überlegung heraus ist die Coolar-Geschäftsführerin auch in Frauennetzwerken aktiv, denn Gründerinnen halten zusammen, weil sie ähnliche Themen bewegen: „Es fängt mit ganz banalen Sachen an: Was ziehe ich an in einer reinen Männerrunde? Rock? Anzug? Passe ich mich an oder will ich weiblich sein?“ Die 32-Jährige hat entschieden, bei sich selber zu bleiben, dann fühlt sie sich am wohlsten.

Schon in Ihrer Masterarbeit war der stromlose Kühlschrank Thema. Das Gründungsteam und die Unterstützer sind eng mit der TU verzahnt und so hat Coolar seinen Sitz im Charlottenburger Innovationszentrum CHIC. Die Werkstatt ist in einem TU-Gebäude nur 500 Meter entfernt. Künftig will Coolar Werkstatt und Büro an einem Ort haben. Adlershof wäre da eine sehr gute Option: „Damals, als ich dort studiert habe, war das noch anders. Mittlerweile ist wahnsinnig viel passiert. Man kommt gar nicht mehr hinterher zu zählen, wie viele Unternehmen jetzt an diesem Hightech-Standort angesiedelt sind. Da lassen sich Kooperationspartner sicher schnell finden. Etwa zum Schweißen im Vakuum suchen wir Partner.“ Geschäftsführerin Römer und ihre vier Mitgründer haben bereits Flächen im Technologiepark Adlershof angefragt.

Von Jördis Götz für Adlershof Journal

coolar.co

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