Graforce GmbH für den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2020 nominiert: Das Adlershofer Technologie-Unternehmen wandelt per Plasmalyse Schadstoffe in Energie um

28. September 2020

Graforce GmbH für den Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2020 nominiert

Das Adlershofer Technologie-Unternehmen wandelt per Plasmalyse Schadstoffe in Energie um

Bild: © WISTA Management GmbH

Unser Energiesystem ist im Wandel. Gas spielt dabei heute wie morgen eine wichtige Rolle und trägt mit emissionsarmen Lösungen zum Erreichen der Klimaziele bei. Vor diesem Hintergrund hat die Jury des 21. Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft heute aus 78 Bewerbungen 16 Projekte in den fünf Kategorien „Effiziente Energiekonzepte“, „Mobilität & Verkehr“, „Innovative Produkte“, „Forschung & Entwicklung“ und „Klimaschutz & Kommune“ für den Innovationspreis nominiert.  

„Die ausgewählten Projekte verfügen angesichts aktueller Transformationsprozesse in den Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie über besonders weitreichendes Entwicklungs- und Anwendungspotenzial“, betont der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Frank Behrendt, Leiter des Fachgebiets Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien an der TU Berlin. „Die Nominierten zeigen, wie der vielfältig nutzbare Energieträger Gas einen Beitrag zur Energiewende leistet und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland beitragen kann.“
Die nominierten Projekte werden im Rahmen der „Innovationswochen“ vom 28. September bis zum 30. Oktober im digitalen „House of Innovation“ vorgestellt. Bei den wöchentlich stattfindenden „Meet Ups“ können sich Branche, Politik und interessierte Öffentlichkeit bereits im Vorfeld des Innovationspreises mit den Nominierten über aktuelle Entwicklungen und Projekte in den jeweiligen Bereichen austauschen.  
Die Verleihung des Innovationspreises selbst wird aufgrund der Pandemie erstmals als Online-Format abgehalten. Die Veranstaltung wird am 4. November 2020 ab 14 Uhr live aus Berlin übertragen.

Der Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft 2020 steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Träger des diesjährigen Preises sind die vier Branchenverbände Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch (ASUE), Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und Zukunft ERDGAS. Die Unternehmen Wintershall Dea, Uniper und VNG unterstützen den Preis als Partner.
Weitere Informationen zum Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft und zum „House of Innovation“ finden Sie unter innovations-preis-gas.de.

 

Die Nominierten nach Kategorien:

Effiziente Energiekonzepte

  • Graforce GmbH – Emissionsfreie Heizung mit negativer CO2-Bilanz
    In einem Hotel wird mittels Plasmalyse Biomethan in Wasserstoff und reinen Kohlenstoff zerlegt. Damit wird das Gebäude vollständig klimaneutral beheizt.
  • Intergas B.V. / MHG Heiztechnik GmbH – Datenbasierte Energiewende
    Die Unternehmen nutzen umfangreiche Live-Datenbanken, welche sinnvolle Effizienzmaßnahmen für die Energie- und Wärmewende aufzeigen sollen.
  • Thüga AG, Stadtwerke Heide, Open Grid Europe u.v.a. –Westküste 100
    Das Westküste100-Konsortium will die Verknüpfung aller in Erzeugung, Nutzung und Weiterverarbeitung grünen Wasserstoffs anfallenden Produkte und Energieströme erreichen.

Mobilität & Verkehr

  • CM Fluids AG – Bio-LNG im RangeExtender-Einsatz zum Upgrade für Dieselbusse
    Mit der Umrüstung von Bestandsfahrzeugen auf Hybrid-Antrieb mit Bio-LNG-getriebenem Gasmotor schafft das Unternehmen auf dem Münchner Flughafen ein weiteres Puzzlestück für mehr Klimaschutz.
  • GP Joule GmbH – eFarm: Wasserstoffmobilität in Nordfriesland
    An der Nordsee weht viel Wind und der wird jetzt kurz vor der dänischen Grenze noch besser genutzt. In der von GP Joule initiierten eFarm wird Wasserstoff erzeugt und regional genutzt, auch die bei der Erzeugung anfallende Abwärme.
  • Stadtwerke Konstanz GmbH – Bau eines LNG-betriebenen Fährschiffes auf dem Bodensee
    Die Stadtwerke wollen eine Fähre in Betrieb nehmen, die vollständig mit Flüssigerdgas (LNG), perspektivisch flüssigem Biomethan (Bio-LNG), betrieben wird. Damit werden CO2- und Schadstoffemissionen nachhaltig reduziert.

Innovative Produkte

  • ABB Automation GmbH – ABB Ability™ Natural Gas Leak Detection Ecosystem
    Das Ziel der Entwicklung des Detektors ist die Vermeidung und Reduzierung von Methanleckagen.
  • Remeha GmbH und August Brötje GmbH (BDR Thermea Group) – Pilotprojekt mit wasserstoffbetriebenem Heizkessel
    Der vorgestellte Brennwertkessel war der weltweit erste, der mit reinem Wasserstoff betrieben werden kann.
  • Robert Bosch GmbH – Stationäre, brennstoffflexible Brennstoffzellensysteme
    Die von Bosch selbst gefertigten SOFC-Anlagen erschließen mit 10 kWel und mehr als 60 % Wirkungsgrad weitere Anwendungen für diese Effizienztechnologie.
  • Viessmann Werke Allendorf GmbH – Brennwertgeräte mit Wasserstoffbetrieb
    Die neue Brennwertheizung von Viessmann ist „H2ready“ und kann durch einen einfachen Tausch des Brenners vollständig mit Wasserstoff betrieben werden.

Forschung & Entwicklung

  • Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf – Optimierung der Wasserstoffproduktion von Elektrolyseuren
    Die Mikrostruktur von Wasserstoffblasen hat großen Einfluss auf den Wirkungsgrad und die Kosten von Elektrolyse-Anlagen. Die Forscher schaffen hier Grundlagen für eine weitere Optimierung.
  • Kueppers Solutions GmbH, Gas- und Wärme-Institut Essen e.V. – Gasbrenner und 3D-gedruckte Mischeinheit zur NOX- und CO2-Reduzierung
    Via 3D-Druck werden Bauteile in Gasbrennern kostengünstig erzeugt. Damit setzt das Projekt neue Maßstäbe der Wärmerückgewinnung und Abgasoptimierung bei Gasbrennern. Der Stand der Technik von ca. 65 % wird mit Vorwärmgraden von über 80 % deutlich übertroffen.
  • Engler-Bunte-Institut (EBI) ceb – 3-Phasen-Methanisierung
    Das EBI am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat ein neues, hocheffizientes Verfahren zur Methanisierung von Wasserstoff entwickelt.

Klimaschutz & Kommune

  • evm-Gruppe – Regionaler Gestalter der Gaswende
    Wie schaffen die Gasnetze in der Fläche die Gaswende? Die evm setzt hier Zeichen und beeindruckt neben der technologischen Vielfalt in ihrem Netzbereich auch mit einer vorbildlichen Mitnahme der Kunden.
  • Aschaffenburger Versorgungs-GmbH – Neubaugebiet Anwandeweg mit Brennstoffzellen-Cloud
    In Aschaffenburg will das Stadtwerk keinen Strom mehr verkaufen – es kauft ihn den Bauherren ab. Mit der Umkehr der Bezugsrichtung wird Neuland betreten – mit Brennstoffzellen.
  • Stadtwerke Lemgo GmbH – Erneuerbarer, Klimaneutraler Stadtkern (EKS)
    Die Stadtwerke nutzen Abwasserwärme, um daraus mit einer Großwärmepumpe Fernwärme zu erzeugen. Ein BHKW erzeugt den Betriebsstrom dafür.

 

Über die ASUE
Die ASUE ist ein Verband mit Mitgliedern aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft. Sie engagiert sich für technologieoffene Lösungen, die einen Wandel unserer Gesellschaft und seiner Unternehmen in Richtung einer klimaneutralen Energieversorgung ermöglichen. Dabei tragen wir den Zielen der Versorgungssicherheit, der Sozialverträglichkeit und besonders dem Klimaschutz Rechnung. So sollten effiziente und nachhaltige Energiesysteme nicht nur elektrisch, sondern aus Gründen der Speicherbarkeit und Versorgungssicherheit über erneuerbare, gasförmige Energieträger konzipiert werden.
www.asue.de

Über den BDEW  
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, und seine Landesorganisationen vertreten über 1.900 Unternehmen. Das Spektrum der Mitglieder reicht von lokalen und kommunalen über regionale bis hin zu überregionalen Unternehmen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Strom und gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes, über 90 Prozent der Energienetze sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung und rund ein Drittel der Abwasser-Entsorgung in Deutschland.
www.bdew.de

Über den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)
Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) fördert das Gas- und Wasserfach mit den Schwerpunkten Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz. Mit seinen über 13.600 Mitgliedern erarbeitet der DVGW die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Gas und Wasser. Der Verein initiiert und fördert Forschungsvorhaben und schult zum gesamten Themenspektrum des Gas- und Wasserfaches. Darüber hinaus unterhält er ein Prüf- und Zertifizierungswesen für Produkte, Personen sowie Unternehmen. Die technischen Regeln des DVGW bilden das Fundament für die technische Selbstverwaltung und Eigenverantwortung der Gas- und Wasserwirtschaft in Deutschland. Sie sind der Garant für eine sichere Gas- und Wasserversorgung auf international höchstem Standard. Der gemeinnützige Verein wurde 1859 in Frankfurt am Main gegründet. Der DVGW ist wirtschaftlich unabhängig und politisch neutral.
www.dvgw.de

Über Zukunft ERDGAS e.V.
Zukunft ERDGAS ist die Initiative der deutschen Gaswirtschaft. Sie vertritt die Marke und das Produkt Erdgas gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verbrauchern. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzt sich die Initiative dafür ein, dass die Potenziale des Energieträgers sowie der bestehenden Gasinfrastruktur genutzt werden und informiert über die Chancen und Möglichkeiten, die Erdgas und grüne Gase wie Wasserstoff und Biogas für unsere Gesellschaft bieten. Getragen wird die Initiative von führenden Unternehmen der Gaswirtschaft. Branchenverbände und die Heizgeräteindustrie unterstützen Zukunft ERDGAS als Partner.
www.zukunft.erdgas.info

Über Wintershall Dea
Wintershall Dea ist Europas führendes unabhängiges Erdgas- und Erdölunternehmen mit mehr als 120 Jahren Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten E&P-Wertschöpfungskette. Das Unternehmen mit deutschen Wurzeln und Sitz in Kassel und Hamburg sucht und fördert in 13 Ländern weltweit Gas und Öl auf effiziente und verantwortungsvolle Weise. Mit Aktivitäten in Europa, Russland, Lateinamerika und der MENA-Region
(Middle East & North Africa) verfügt Wintershall Dea über ein weltweites Upstream-Portfolio und ist mit Beteiligungen im Erdgastransport zudem im Midstream-Geschäft aktiv. www.zukunft.erdgas.info

Über Uniper
Uniper ist ein führendes internationales Energieunternehmen und mit rund 11.500 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern aktiv. Mit rund 34 Gigawatt installierter Erzeugungskapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit. Unipers Kernaktivitäten umfassen sowohl die Stromerzeugung in Europa und Russland als auch den globalen Energiehandel sowie ein breites Gasportfolio, das Uniper zu einem der führenden Gasunternehmen in Europa macht. Uniper verkaufte im letzten Jahr ein Gas-Volumen von 220 bcm. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Düsseldorf und ist derzeit das drittgrößte börsennotierte deutsche Energiever-sorgungsunternehmen. Im Rahmen ihrer neuen Strategie strebt Uniper an, in Europa bis 2035 CO2-neutral zu werden. www.uniper.energy

Über VNG
VNG ist ein europaweit aktiver Unternehmensverbund mit über 20 Gesellschaften, einem breiten, zukunftsfähigen Leistungsportfolio in Gas und Infrastruktur sowie einer über 60-jährigen Erfahrung im Energiemarkt. Der Konzern mit Hauptsitz in Leipzig beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von rund 10,5 Mrd. Euro. Entlang der Gaswertschöpfungskette konzentriert sich VNG auf die vier Geschäftsbereiche Handel & Vertrieb, Transport, Speicher und Biogas. Ausgehend von dieser Kernkompetenz in Gas richtet VNG mit der Strategie „VNG 2030+“ ihren Fokus zunehmend auf neue Geschäftsfelder. Dazu zählen unter anderem Grüne Gase, digitale Infrastruktur und Quartierslösungen. www.vng.de

 

Kontakt:

Zukunft ERDGAS e.V.
Niklas Wools
Neustädtische Kirchstraße 8
10117 Berlin
Tel: 030-460 60 15 86
Fax: 030-460 60 15 61
presse@erdgas.info
www.zukunft-ergdas.info

 

Pressemitteilung vom 28.09.2020 von Zukunft ERDGAS e.V.

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