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09. September 2022

„Jeder soll seine Kreativität ausleben können“

Adlershofer Newcomer Hendrik und Leon Ramps haben mit „Papyrus Autor“ die traditionelle Textverarbeitung revolutioniert

Die Fangemeinde wächst: Hendrik (r.) und Leon Ramps machen Lust aufs Schreiben © WISTA Management GmbH

Die Brüder Hendrik und Leon Ramps haben mit „Papyrus Autor“ die traditionelle Textverarbeitung revolutioniert und eine Software entwickelt, die auf die Natur des kreativen Schreibens ausgerichtet ist. Erst kürzlich sind sie nach Adlershof gezogen und wollen von hier aus die Welt erobern.

„Es gibt unheimlich viele Menschen, die Lust auf Schreiben haben“, sagt Hendrik Ramps. „Natürlich machen die meisten ein Geheimnis daraus und trauen sich damit niemals in die Öffentlichkeit.“ Das wollen er und sein Bruder Leon ändern und starten mit dem einst vom Vater gegründeten Familienunternehmen neu durch.

Vor drei Jahren haben die Brüder die Geschäftsführung gänzlich übernommen, taten sich mit dem Duden-Verlag zusammen und integrierten die Korrektur in ihre Software. „Dann kamen die ersten Rückmeldungen von Vielschreiber:innen, die sich so einen Teil ihres Korrektorats sparen konnten“, berichtet Hendrik Ramps.

Sie rutschten wie von selbst in die Szene und stellten sich anschließend die alles entscheidende Frage: Warum gibt es keine Software, die sich nur an Autorinnen und Autoren wendet? Gemeinsam mit dem Schriftsteller und Dozenten Andreas Eschbach entwarfen sie ein Konzept und entwickelten Ideen für die Korrektur von langen Texten – aus „Papyrus“ wurde „Papyrus Autor“.

Alles, was Lektor:innen übernehmen, erledigen die Schreibenden mit Papyrus selbst. Eine Stilanalyse zeigt Füllworte, die den Lesefluss ins Stocken bringen, unklare Wörter können direkt nachgeschlagen werden und eine Statistik zeigt an, wie leicht lesbar ein Text ist. Navigator, Organizer und Leitfaden helfen, eine Struktur ins Geschriebene zu bringen. Mit Papyrus können Schrifsteller:innen Szenen und Konflikte visuell darstellen. Eine Geschichte wächst mit dem Schreiben, täglich entstehen neue Ideen und Wendungen, das Denkbrett schafft Verbindungen und hilft dabei, den Überblick nicht zu verlieren.

„Es ist einfach schön, für Menschen zu arbeiten, die ihrer Aufgabe mit so viel Leidenschaft nachgehen“, sagt Leon Ramps und sein Bruder nickt zustimmend. Die Bücher der Autorinnen und Autoren, die „Papyrus Autor“ nutzen, haben sie gesammelt und freuen sich jeden Tag aufs Neue über ihren Erfolg. „Manche melden sich und berichten, dass sie zum Teil täglich 14 Stunden mit ‚uns‘ verbringen“, ergänzt Hendrik.

Mit ihren Nutzerinnen und Nutzern – mittlerweile sind es knapp 80.000 – sind sie immer im Austausch und lassen die Wünsche in die neuen Versionen des Programms einfließen. Aktuell arbeiten sie an den menschlichen Bedürfnissen, wie Zuspruch, Lob und Emotionen. „Aber all das ist eigentlich noch nicht spruchreif,“ flüstern die beiden. „Unsere Mission ist es, alle dazu zu bringen, zu schreiben, nicht nur die Profis“, sagt Leon, der Psychologie studiert hat. „Wir wollen alle an die Hand nehmen und dabei unterstützen, ihre Kreativität auszuleben.“

Als kleine Jungen saßen sie mit ihrem Vater am Computer und begutachteten seine Romanversuche. Natürlich sind die beiden auch selbst kreativ, allerdings schreiben sie nicht jeden Tag und schon gar keine kompletten Bücher. Sie leben sich in Workshops aus und befassen sich mit (Neu-)Anfängen oder Teilen von Manuskripten. Um sich in ihre Kundinnen und Kunden hineinzufühlen, sei das zwingend notwendig. Ihre eigenen Ideen und Einfälle fließen in die Software. So gibt es nicht nur regelmäßige Updates, sondern auch ein Forum, in dem ein gemeinsamer Austausch stattfindet.

Helen Arnold für Adlershof Journal

 

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