Lernstoff von morgen: Am Adlershofer Institut für Informatik der HU lernen die IT-Spezialisten von morgen

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09. Januar 2018

Lernstoff von morgen

Am Adlershofer Institut für Informatik der HU lernen die IT-Spezialisten von morgen

Niels Pinkwart, HU

Niels Pinkwart bildet an der HU den IT-Nachwuchs aus

Wie die Lehre auf das Digitalisierungszeitalter reagiert? Am Adlershofer Institut für Informatik der Humboldt Universität zu Berlin lernen die IT-Spezialisten von morgen. Aber auch alle anderen Studierenden müssen für die Digitalisierung fit gemacht werden. Ständig werden hier Lehrpläne angepasst, Inhalte verändert und Studienfächer erweitert, um mit der schnellen Zeit Schritt zu halten.

Prof. Niels Pinkwart ist Studiendekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und hat den Lehrstuhl „Didaktik der Informatik / Informatik und Gesellschaft“ inne. Er erzählt: „Für das fünfte Semester haben wir jetzt ein Teamprojekt mit realistischen Situationen eingerichtet. Hier gibt es einen Auftraggeber, eine Zeitfrist und viel Praxis, wie im richtigen Geschäftsleben. Ein zusätzlicher junger Studiengang ‚INFOMIT‘ bringt Informatik mit Bibliotheks- und Informationswissenschaft zusammen. Studierende sind hier keine ‚Vollblutinformatiker‘, sondern sie müssen ganz bestimmte digitale Dinge vermittelt bekommen. Geplant ist ein neues Studienfach ‚Mathematik, Informatik und Physik‘, das wahrscheinlich in einem Jahr startet. Wir haben festgestellt, dass viele Studenten noch keine klare Ausrichtung haben, wenn sie zu uns kommen. Da setzen wir an. Dazu kommen viele Kurse für Nicht-Informatik-Studenten. Denn die Digitalisierung macht auch vor ihren Fächern nicht halt. Da gibt es zum Beispiel die Einführung in die Computerprogrammierung für Studenten aller Fächer oder spezifische Kurse zum Unterrichten mit digitalen Medien für angehende Lehrer – auch wenn sie nicht Informatik unterrichten.

“Kleine Dinge in den Lehrplänen ändern sich dynamisch und ständig. Aber im Bachelor gibt’s einen fixen Standard. Pinkwart: „Natürlich müssen die Informatiker erst einmal lernen, was ein Algorithmus ist, wie ein Computer aufgebaut ist und ähnliches. Ab dem fünften Semester wird’s dann spezifischer und die Wahlmöglichkeiten größer.“ Schlagworte sind Grundlagenforschung, Robotik, digitale Lernsoftware, Fragen der Sicherheit und Privatsphäre, damit wir nicht zum gläsernen Menschen werden. Immer wieder geht es vor allem um Verfahren, die gewaltigen Datenmengen überhaupt analysieren zu können. In fast allen Forschungsprojekten sind Studenten dabei.

175 reine Informatikstudienplätze gibt es, dazu noch weitere im Lehramt, INFOMIT und anderen Studiengängen. Der moderne Hörsaal fasst 300 Zuhörer, aber das reicht schon lange nicht mehr. Pinkwart: „Wir streben jetzt einen größeren Hörsaal für bis zu 800 Studierende an.“

Das Adlershofer IT-Institut steht in den Rankings weit vorn in Deutschland und Europa. Pinkwart selbst betreut als Mentor spannende Start-up-Projekte wie einen „digitalen Concierge“, der Gästen in Hotels später jeden Wunsch erfüllen könnte. Oder sprachbasierte Arbeitszeit-Erfassungssysteme, wo „Kalle von der Baustelle“ beim Gehen ansagt, wer mit wem wie lange gearbeitet hat. Sekunden später steht alles in einer Excel-Liste für den Chef am Computer.

Eines ist klar: „Wir Informatiker müssen immer die Praxis sehen“, resümiert Pinkwart, „aber die anderen Branchen müssen eben auch ständig die Digitalisierung im Auge behalten.“ Wer denkt „mich interessiert das alles nicht”, der wird abgehängt.

Von Katrin Reisinger für Adlershof Journal

www.informatik.hu-berlin.de

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