MagForce AG plant weiteres NanoTherm-Behandlungs­zentrum: Therapie für Hirntumor­patienten soll künftig auch in Thüringen zur Verfügung stehen

25. März 2020

MagForce AG plant weiteres NanoTherm-Behandlungs­zentrum

Therapie für Hirntumor­patienten soll künftig auch in Thüringen zur Verfügung stehen

Die MagForce AG, ein auf dem Gebiet der Nanotechnologie führendes Medizintechnik-Unternehmen mit Fokus auf den Bereich der Onkologie, und das Hufeland Klinikum geben den Abschluss einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung sowie die geplante Eröffnung eines NanoTherm Behandlungszentrums für Hirntumore am Standort Mühlhausen in Thüringen bekannt.

Das neue Behandlungszentrum wird von Privatdozenten (PD) Dr. Johannes Wölfer, Chefarzt der Abteilung für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, geleitet. Als langjähriger Experte für den Einsatz von MagForces Therapiesystem war er unter anderem an der Entwicklung des Trainingskonzepts der NanoTherm Therapy School beteiligt. Darin werden Chirurgen in einer umfassenden Anwendungstrainingsreihe in der Verwendung der innovativen Technologie zertifiziert. Vor seinem Wechsel zum Hufeland Klinikum im Jahr 2017 war PD Dr. Wölfer als stellvertretender Direktor mit dem Spezialgebiet Neuroonkologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) tätig, das seit Anfang 2015 Hirntumorpatienten mit dem NanoTherm Therapiesystem behandelt. Als Mitglied des UKM Teams setzte er 2016 erstmals erfolgreich ein neues Applikationsverfahren für Nanopartikel, „NanoPaste“, ein. In klinischen Studien konnte das Team zeigen, dass das Ergebnis einer Thermotherapie zur Tumorablation bedeutend verstärkt werden kann, wenn eine bessere Applikation der Hitze erzeugenden Nanopartikel rund um den Resektionsrand erfolgt, der nach der Entfernung des Hirntumors entsteht. Für seine Forschungen wurde das Team unter anderem mit dem „Best Abstract Award“ des EANS- Kongresses ausgezeichnet. Auch am Hufeland Klinikum in Mühlhausen will Dr. Wölfer mit dem NanoTherm Therapiesystem modernste Hirntumortherapie anbieten.

„Die Hufeland Klinikum GmbH bietet in Mühlhausen hervorragende Voraussetzungen für unsere Arbeit, ist technisch sehr modern eingerichtet und auch in Sachen Personal hervorragend aufgestellt. Die Vision unserer Neurofächer ist es, dieses Potential zu nutzen und zusammen einen Leuchtturm in der Region zu schaffen“, sagte Chefarzt PD Dr. Johannes Wölfer. „Bei vielen Gliomen steht die Operation, also die weitestmögliche Entfernung des Tumors, an erster Stelle. Wenn der Tumor trotz aller Behandlungen wiederkommt, geschieht das in 90 Prozent der Fälle an den Rändern der ehemaligen Operation. Mit Hilfe von Hitze kann hier zusätzlich Tumorgewebe abgetötet werden. Jedoch verträgt gesundes Hirngewebe Hitze nicht gut. Die medizinische Herausforderung war also, die Hitze so zu erzeugen, dass möglichst wenig gesundes Gewebe geschädigt wird. Hier kommt die Nanotechnologie ins Spiel, die uns neue Behandlungsspielräume eröffnet.“

Das Hufeland Klinikum am Standort Mühlhausen in Thüringen wird europaweit die fünfte Klinik, die aktuell MagForces NanoTherm Therapiesystem zur kommerziellen Behandlung von Hirntumoren anbietet. Als eines der akademischen Lehrkrankenhäuser der Universität Göttingen greift das Klinikum bereits auf über 100 Jahre Erfahrung als erfolgreicher Gesundheits- und Medizindienstleister zurück.

Mit zwei modernen, zukunftsfähigen Krankenhäusern, der Tochtergesellschaft Hufeland MVZ GmbH und insgesamt über 1.300 qualifizierten Mitarbeitern im Hufeland-Verbund werde hoch spezialisierte medizinische Leistungen erbracht und wird so die medizinische Versorgung von Patienten in Bad Langensalza, Mühlhausen und Umgebung gesichert. Seit der Eröffnung der Abteilung für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie im Juli 2017 hat sich das operative Spektrum stetig erweitert, auch in der Hufeland MVZ GmbH werden regelmäßig ambulante neurochirurgische Sprechstunden durchgeführt.

„Es freut uns sehr, dass mit dem Hufeland Klinikum bald ein weiteres Kompetenzzentrum für die Behandlung von Hirntumorpatienten mit unserem NanoTherm Therapiesystem in Mitteldeutschland entsteht. PD Dr. Wölfer verfügt nicht nur über langjährige Erfahrungen mit NanoTherm, sondern war auch entscheidend an der Weiterentwicklung des Applikationsverfahrens beteiligt, das mittlerweile auch an anderen Kliniken eingesetzt wird. Wir freuen uns, unsere langjährige Zusammenarbeit nun auch am Hufeland Klinikum fortsetzen zu können“, sagte Dr. Ben Lipps, Chief Executive Officer der MagForce AG und MagForce USA, Inc.

Die Rolle der NanoTherm Therapie bei der Behandlung von Hirntumoren

Die NanoTherm Therapie ist ein relativ junges Verfahren zur fokalen Behandlung solider Tumoren. Vereinfacht zusammengefasst: Magnetische Nanopartikel werden entweder direkt in den Tumor oder in die Resektionshöhlenwand eingebracht. Anschließend werden diese Partikel durch ein magnetisches Wechselfeld erwärmt und so die Krebszellen zerstört.

Bei den Nanopartikeln handelt es sich um winzig kleine, in Wasser suspendierte, also sehr fein verteilte, Teilchen aus Eisenoxid mit einem Durchmesser von ca. 15 Nanometern. Ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Sobald sie appliziert werden, agglomerieren die Teilchen und verbleiben wie ein Implantat in dem zu behandelnden Gewebe. Danach werden die Partikel in einem Wechselmagnetfeld, das bis zu 100.000 Mal in der Sekunde seine Polarität wechselt, dazu gebracht, Wärme zu erzeugen.

Abhängig von den erreichten therapeutischen Temperaturen im Tumor odereinzelnen verbliebenen Krebszellen in der Resektionshöhlenwand und der Behandlungsdauer werden die Krebszellen infolge irreparabel zerstört, oder sie werden geschwächt und empfindlicher gegenüber einer begleitenden Radio- oder Chemotherapie. Die Art der Applikation der Nanopartikel entscheidet der behandelnde Neurochirurg individuell.

Diese neue Technik ermöglicht, den Tumor von innen heraus zu bekämpfen oder nach einer operativen Entfernung des Tumors sicherzustellen, dass vereinzelte restliche Tumorzellen in der Resektionshöhlenwand – die Rezidive auslösen könnten – bekämpft und zerstört werden,. Das umliegende gesunde Gewebe wird geschont, da die Partikel aufgrund ihrer speziellen Oberflächenstruktur am Ort der Applikation verbleiben.
 

Über MagForce AG und MagForce USA, Inc.

Die MagForce AG, gelistet im Scale Segment der Frankfurter Wertpapierbörse (MF6, ISIN: DE000A0HGQF5), zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft MagForce USA, Inc., ist ein auf dem Gebiet der Nanomedizin führendes Medizintechnik-Unternehmen mit Fokus auf Onkologie. Das unternehmenseigene NanoTherm(R) Therapiesystem ermöglicht die gezielte Behandlung solider Tumoren über die intratumorale Abgabe von Wärme durch Aktivierung superparamagnetischer Nanopartikel.

NanoTherm(R), NanoPlan(R) und NanoActivator(R) sind Bestandteile der Therapie und verfügen als Medizinprodukte über eine EU-weite Zertifizierung für die Behandlung von Hirntumoren. Bei MagForce, NanoTherm, NanoPlan und NanoActivator handelt es sich um Marken der MagForce AG in verschiedenen Ländern.

Kontakt:

MagForce AG
Max-Planck-Straße 3, 12489 Berlin
www.magforce.com

Presse- und Investorenkontakt:
Barbara von Frankenberg
VP Communications & Investor Relations
Tel. +49 30 308380-77
bfrankenberg@magforce.com

Meldungen dazu

Magnetflüssigkeit für NanoTherm® Therapie. Bild: MagForce AG
Ziel: Bestmögliche Versorgung von Hirntumor-Patienten
MagForce veranstaltet praxisorientierte Anwendungs­trainings­reihe für den Einsatz des NanoTherm-Therapie­systems zur Behandlung von Hirntumoren und will Verfügbarkeit der Therapie erhöhen
MagForce AG installiert NanoActivator® im Universitätsklinikum Münster
Studie zur Wirksamkeit der Therapie gegen Hirntumore wird erweitert
Adlershofer KnowHow gegen Tumore
MagForce AG erhält weiteres Patent im Bereich der NanoTherm® Therapie
Modell eines Hinrtumors, Bild: © Adlershof Journal
Hitzschlag für Hirntumoren
Nanotechnologie für die Krebsbekämpfung

Verknüpfte Einrichtungen