MiwaMix – Middleware zwischen Messtechnik und Mixed Reality
GFaI macht Messdaten aus Akustik und Schwingungsanalyse direkt in Mixed Reality sichtbar
Eine neue Middleware verbindet klassische Messsoftware mit MR-Brillen. Sie soll Fachleute dabei unterstützen, Messdaten räumlich besser zuzuordnen, schneller zu erfassen und direkt am Prüfobjekt auszuwerten.
Bei technischen Prüfungen müssen Fachleute häufig mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten: das reale Prüfobjekt, Sensoren, Messgeräte und die dazugehörigen Messdaten. Die Ergebnisse erscheinen jedoch meist auf einem separaten Bildschirm. Dadurch ist nicht immer sofort klar, welche Information zu welcher Stelle am Objekt gehört.
Das Forschungsprojekt MiwaMix der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. (GFaI) untersucht, wie sich dieses Problem mit Mixed Reality lösen lässt. Eine Middleware soll klassische Messsoftware mit verschiedenen Mixed-Reality-Brillen verbinden. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass sich Mixed-Reality-Brillen hinsichtlich ihrer technischen Schnittstellen und Bedienkonzepte unterscheiden. Die Middleware soll diese Unterschiede vereinheitlichen und damit die Nutzung verschiedener Geräte erleichtern. Messdaten, Ergebnisse und Ortsinformationen können dadurch direkt im Sichtfeld der anwendenden Person und im Zusammenhang mit dem Messobjekt dargestellt werden.
Was MiwaMix technisch leistet
Die Middleware bildet eine Brücke zwischen zwei unterschiedlichen Systemwelten. Auf der einen Seite stehen vorhandene Messgeräte und Messprogramme. Auf der anderen Seite befinden sich MR-Brillen, die digitale Inhalte in die reale Umgebung einblenden können.
MiwaMix soll typische Funktionen, Datentypen und Datenformate klassischer Messsoftware abstrahieren und als standardisierte Schnittstelle bereitstellen. Gleichzeitig kapselt die Middleware die technischen Funktionen der MR-Brille. So können Daten übertragen, räumlich zugeordnet und innerhalb der MR-Anwendung dargestellt werden. Auch Eingaben über virtuelle Bedienelemente oder Gesten sollen an die Messsoftware zurückgemeldet werden können.
Warum die Verbindung von Messtechnik und Mixed Reality relevant ist
Die räumliche Darstellung kann insbesondere bei Messaufgaben hilfreich sein, bei denen mehrere Sensoren, Messpositionen oder Ergebnisse miteinander verglichen werden müssen. Dazu zählen beispielsweise die Akustik- und Schwingungsanalyse, die Zustandsüberwachung und die technische Prüfung.
Die Middleware soll dabei helfen, bestehende Messsoftware sinnvoll zu erweitern. Eine standardisierte Schnittstelle kann außerdem die Grundlage dafür schaffen, unterschiedliche Messprogramme und MR-Anwendungen miteinander zu verbinden. Damit wird eine Nutzung von Mixed Reality auch für kleinere und mittlere Unternehmen mit spezialisierten Messaufgaben interessanter.
Weitere Informationen zum Projekt: https://www.gfai.de/forschung/projekte/bildverarbeitung/miwamix
Kontakt:
Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V (GFaI)
Volmerstr. 3, 12489 Berlin
+49 30 814563300
sekretariat(at)gfai.de
www.gfai.de
Pressemitteilung GFaI vom 2. September 2026

