So gelingt das Homeoffice: Spätestens mit der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen erkannt, wie wertvoll digitales Arbeiten sein kann – Pokeshot zeigt, wie es geht

28. April 2020

So gelingt das Homeoffice

Spätestens mit der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen erkannt, wie wertvoll digitales Arbeiten sein kann – Pokeshot zeigt, wie es geht

Bildschirm Videokonferenz © Pokeshot GmbH

Online-Treffen: Christian Müller (l.), Stephan Müller-Ziebur (o. r.) und Redakteur Ralf Nestler (u. r.). Bild: © Pokeshot GmbH

Normalerweise hätte man sich in Adlershof getroffen, Am Studio 2, wo die Firma Pokeshot ihre Büros hat. Aber in der Corona-Krise lässt man persönliche Kontakte besser sein. Statt Handschlag gibt es „Hallo“ und Winken auf dem Bildschirm. Stephan Müller-Ziebur, Geschäftsführer, und Christian Müller, Prokurist, haben kurzerhand ein Online-Treffen organisiert. Drei, vier Klicks, Terminbestätigung und schon sind alle pünktlich um zwölf Uhr beisammen, plaudern per Videoverbindung über diese Zeiten und ob das doppelte Müller in den Nachnamen auf eine Verwandtschaft verweist. Tut es nicht, ein Zufall.

Digitale Kommunikation nutzen: schnell, unkompliziert und effektiv – so lässt sich das Konzept von Pokeshot beschreiben. „Wir beraten Unternehmen, welche Werkzeuge und Software sinnvoll sind, von Chatfunktionen über Online-Meetings bis zur intelligenten Datenablage. Diese sollen einfach zu nutzen sein und nicht zu einem Datenfriedhof werden, wie man sie immer wieder auf Firmenservern findet und die kaum einer nutzt“, sagt Müller-Ziebur. Hinzukomme die Schulung der Mitarbeiter, wahlweise vor Ort beziehungsweise in Webinaren, in denen die Teilnehmer online das Training verfolgen sowie per Videoverbindung Fragen stellen und diskutieren können. „Zusätzlich haben wir den Assistenten Mr. Smart entwickelt. Er führt die Kunden auf der Benutzeroberfläche, damit sie die Programme schnell beherrschen und effektiv nutzen“, ergänzt Christian Müller. „So eine Art Karl Klammer aus früheren Microsoft-Office-Versionen, nun aber wirklich smart.“

Seit knapp zehn Jahren ist das Unternehmen am Markt, anfangs noch unter dem Namen „Social Media Solutions“ und in einem Dachgeschoss eines Wohnhauses in Rangsdorf. 2012 kam Pokeshot, benannt nach einer Schlagtechnik beim Beachvolleyball, nach Adlershof. Die gute Lage, günstige Miete, Fahrradstellplatz und Duschen gaben den Ausschlag, sagt Müller-Ziebur, der ins Büro gekommen ist, um die Briefpost durchzuschauen.

„Inzwischen haben wir 14 Mitarbeiter, die auf Erding bei München, Frankfurt am Main und Berlin Adlershof verteilt sind, wobei etliche regelmäßig im Homeoffice tätig sind.“ Jene Form des Arbeitens, die mit Beginn der Corona-Krise für viele Unternehmen zur Rettung wurde. Die Nachfrage stieg deutlich, für Pokeshot sei das aber kein Problem. Die Schulungskonzepte ließen sich auch für große Unternehmen anwenden. In der Liste der Geschäftspartner finden sich beispielsweise die Audi AG, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Berliner Sparkasse.

„Digitales Arbeiten hat seine Eigenheiten“, warnt Müller. Der größte Fehler sei es, Gewohnheiten aus dem Analogen eins zu eins übertragen zu wollen. „Da wird viel in Meetings herumgesessen, die oft schlecht vorbereitet und kaum dokumentiert werden – was für eine Verschwendung von Ressourcen!“ Stattdessen setzt er auf konzentrierte Vorbereitung und Ergebnisse, die für alle nachvollziehbar und zugänglich sind. „Dieses Firmenwissen ist der Schlüssel für künftige Erfolge“, sagt er.

In Zukunft soll auch künstliche Intelligenz (KI) dazu beitragen, das Firmenwissen zugänglich und nutzbar zu erhalten, es sinnvoll zu kuratieren. „KI kann selbstständig in Blogs suchen, welche Inhalte der jeweilige Experte vielleicht schon notiert hat, oder auf wichtige Studien im Internet verweisen, die zu dem Thema passen“, erläutert Müller. „Künstliche Intelligenz kann auch eingesetzt werden, um Prozesse im Unternehmen zu beschreiben“, ergänzt Müller-Ziebur. „Neue Kollegen können rasch erschließen, welche Schritte etwa für das Marketing genutzt werden, welche Dokumente zu nutzen sind und wer welche Fähigkeiten einbringen kann.“

Ideen für digitale Lösungen, so scheint es, haben die zwei noch jede Menge.

Von Ralf Nestler für Adlershof Journal

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