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29. April 2010

Sportsponsoring ist Kalkül und Leidenschaft: Adlershofer Mittelständler halten die Union-Fahne hoch

Union-Fans: Andreas Lichtenstein, Heike Legler, Fabian Lüdke, Joachim Gericke (v.l.n.r.); Bild: © Adlershof Journal
Warum etliche Adlershofer Firmen den Profifußball unterstützen. Und warum sich das lohnt. „Dass sich Sportsponsoring rechnet, kann man nicht gerade behaupten“, sagt Heike Legler. Dabei lächelt die Geschäftsfrau aus Adlershof so freundlich, dass man ahnt, dass es nicht bei diesem Satz bleibt. „Man kann aber auch nicht sagen, dass es sich nicht rechnet.“ Seit zwei Jahren investiert die Legler-OK für Büroausstattung in den Fußballzweitligisten 1. FC Union. Die andere Hälfte ist auch gut fürs Geschäft Wie Legler geht es auch anderen Geschäftsleuten. „In Mark und Pfennig drückt sich das nicht aus“, so Joachim Gericke, Bauunternehmer aus Köpenick. Und Andreas Lichtenstein meint: „Union-Sponsoring ist zu 50 Prozent Enthusiasmus.“ Lichtenstein betreibt in Adlershof die Firma Set-Time, die Bühnentechnik bereitstellt. „Aber die andere Hälfte ist auch gut fürs Geschäft“, ergänzt er und zieht das Union- Branchenbuch aus dem Regal „Wenn wir etwas brauchen“, sagt er, „gucken wir zuerst hier rein.“ In dem Buch werden alle Sponsoren vorgestellt: Firmenprofil, Referenzen, Ansprechpartner. Dennoch glaubt er nicht, dass jemand wegen seiner Bandenwerbung anruft. Er hat andere Kunden: Wenn in diesem Sommer vom Adlershofer Studio Berlin ganz Deutschland mit Bildern von der Fußball-WM in Südafrika versorgt wird, ist Set-Time wieder nah dran. Eisernes Engagement Warum gibt eine mittelständische Firma Geld an einen Zweitligisten? „Weil ick Unioner bin“, berlinert Lichtenstein. „Und zwar schon seit 1968.“ Entsprechend einfach war der Einstieg. „Im Stadionheft findet sich ein Coupon“, erzählt er, da steht: „‚Ich will meinem Verein helfen’. Das habe ich angekreuzt.“ Bei Heike Legler wurde von ihrem Steuerberater zum Engagement geraten: Der ist selbst bei Union aktiv und wusste, dass sie schon seit Anfang der 90er-Jahre in die Alte Försterei geht und die Atmosphäre dort mag. Stefan Meiners vom Druckdienstleister Polyprint geht rationaler an die Union-Sache heran. „Unser Engagement ist erfolgsabhängig“, sagt er. Er könne sich auch einen Ausstieg vorstellen. „Aber dann gehen wir eher ganz woanders hin.“ Meiners unterstützt bereits die Volleyballerinnen des Köpenicker SC in der Bundesliga und noch mehr Jugendsport. Nachwuchsförderung Heike Legler investiert noch in den Tischtennis-Frauenbundesligist 3B und gibt, wie auch Andreas Lichtenstein, Geld für die Jugendarbeit von Union. Und Joachim Gericke darf sich sogar offiziell Förderer des Jugendfußballs bei Union nennen. „Früher war es mir leicht suspekt“, sagt Gericke, „mein schwer verdientes Geld nur in die Lizenzmannschaft zu stecken.“ Heute ist er überall präsent: bei der ersten Mannschaft, bei der Jugend und sogar im Wirtschaftsausschuss von Union. Den Sponsoren stehen Karten im VIP-Bereich zur Verfügung, mit denen Geschäftspartner und auch Mitarbeiter belohnt und motiviert werden können. Keiner der Adlershofer Union-Sponsoren hat den Eindruck, dass er sein Geld versenkt. Polyprint will dank Union zeigen, dass es ein Treptow-Köpenicker Unternehmen ist. Heike Legler ist stolz, dass ihre Büroausstattungsfirma mit dem FC Union und mit dem Stadtteil Adlershof gewachsen ist. „2006 ist meine Firma auch hierhin umgezogen: Da war mir klar: Ich bin angekommen“, sagt sie. Für den alten Unioner Lichtenstein ist ein Engagement woanders gar nicht vorstellbar. Oder, wie es Joachim Gericke ausdrückt: „Eine gewisse positive Beklopptheit gehört schon dazu.“ von Martin Krauß Links: www.legler-ok.de
www.gericke-bau.de
www.settime.de
www.polyprint.de

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