Von der Tüftellust gepackt: Acht Teilnahmen, elf Erfindungen: Der Adlershofer Jonas Wanke entdeckte bei „Jugend forscht' seine Leidenschaft fürs Programmieren

06. Januar 2020

Von der Tüftellust gepackt

Acht Teilnahmen, elf Erfindungen: Der Adlershofer Jonas Wanke entdeckte bei „Jugend forscht“ seine Leidenschaft fürs Programmieren

Jonas Wanke © WISTA Management GmbH

Jonas Wanke zeigt eines seiner Lieblingsprojekte, mit denen er bei „Jugend forscht“ erfolgreich war: „Light your Dog“ sorgt dafür, dass Hunde im Dunkeln nicht übersehen werden © WISTA Management GmbH

Er baut Seifenbenutzungserinnerungsanlagen und bringt Hunde zum Leuchten: Jonas Wanke ist 19 Jahre alt und ein begeisterter Tüftler. Achtmal hat der gebürtige Adlershofer an Deutschlands bekanntestem Schülerwettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen, dessen Regionalentscheid Berlin Süd seit 2010 im Technologiepark Adlershof ausgetragen wird. Die Erfindung DOSUAS – Symphonie des Sehens, die Jonas Wanke gemeinsam mit einem Mitschüler entwickelte, gewann beim Bundeswettbewerb 2018 einen Sonderpreis.

Sein Höhepunkt war wohl bei der Bundeswettbewerb-Preisverleihung 2018, erinnert sich Jonas Wanke. Über eine Stunde hatten er und sein Teamkollege damit verbracht, unruhig auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen, während nach und nach die Namen der Gewinner verlesen wurden. Dann endlich fielen ihre Namen, wurde ihr Projekt aufgerufen. „Das war so ein toller Moment, aufgerufen zu werden, mit dem Konrad-Zuse-Jugendpreis für Informatik ausgezeichnet zu werden“, freut sich der junge Programmierer. Gelten kann die Szene als krönender Abschluss einer „Jugend forscht“-Karriere, die acht Jahre zuvor in Adlershof begann.

Mit zehn Jahren reichte Jonas Wanke zum ersten Mal eine Idee bei „Jugend forscht“ ein. Seine erste Erfindung: eine Leuchtvorrichtung für öffentliche Waschräume – die „Seifenbenutzungs­erinnerungs­anlage“, die auf Vorschlag von Jonas‘ Mutter entstanden war. Zehn weitere Projekte sollten folgen, darunter ein smarter Briefkasten für Rentner und eine Tafelabwischanlage (2011), eine Ölsperre mit Wellenschutz, die nach Havarien die Ausbreitung von Öl im Meer verhindert (2013), und ein leuchtendes Hundegeschirr mit GPS („Light your Dog“), das dafür sorgt, dass Hunde im Dunkeln nicht übersehen werden (2017).

„‘Light your Dog‘ ist eines meiner Lieblingsprojekte“, sagt der Adlershofer. „Da haben wir ein komplexes Geschirr entwickelt, das in drei Richtungen leuchtet und dessen Farbe und Blinkmuster per App gesteuert werden können. Die App zu entwickeln, war wahnsinnig viel Arbeit.“ Gewürdigt wurde dieser Einsatz mit einem 3. Platz im Landeswettbewerb. Im Folgejahr dann: Der Sonderpreis für DOSUAS beim Bundeswettbewerb. Die Orientierungshilfe für Blinde wandelt 3D-Aufnahmen in akustische Signale um. „Das funktioniert über eine an einem elastischen Stirnband angebrachte 3D-Kamera. Jeder Pixel der Aufnahmen wird auf Entfernung analysiert. Je näher etwas an einem dran ist, desto lauter ist der Ton, den DOSUAS ausgibt“, erläutert Jonas Wanke. Mithilfe dieser akustischen „Karte“ können sich Blinde auch in unbekannten Umgebungen schnell orientieren.

Anderthalb Jahre nach diesem fantastischen Erfolg studiert Jonas Wanke im dritten Semester IT-Systems Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, entwickelt Apps und beschäftigt sich mit Softwarearchitektur. „Meine Interessenschwerpunkte liegen auf Programmieren und der Entwicklung mobiler Anwendungen für Android“, sagt der Student. Nach dem Studium möchte er ein Start-up gründen oder bei einem großen Softwareunternehmen arbeiten – vielleicht in seinem Heimatort Adlershof.

Am 25. und 26. Februar 2020 wird im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof zum neunten Mal der „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Berlin Süd ausgetragen. Zahlreiche Unternehmer und Forscher am Standort sind „Jugend forscht“-Alumni und unterstützen den Wettbewerb als Betreuer, Juroren und Preisstifter.

Von Nora Lessing für Adlershof Journal

 

 

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