Wie gedruckte Bilder laufen lernen: Das Start-up Inuru bringt Papier zum Leben

12. September 2016

Wie gedruckte Bilder laufen lernen

Das Start-up Inuru bringt Papier zum Leben

Patrick Barkowski und Marcin Ratajczak von Inuru. Bild: © Adlershof Special

Patrick Barkowski und Marcin Ratajczak von Inuru. Bild: © Adlershof Special

Das Start-up Inuru bringt Papier zum Leben, indem Licht und Animationen dank simpler Displays auf Papier gedruckt werden. Und das energieautark, umweltschonend und preisgünstig.

Die Erfolgsstory beginnt im Sushi-Laden. Patrick Barkowski und Marcin Ratajczak beugen sich über die Speisekarte, überlegen, was man aus gedruckten asiatischen Zeichen und Bilderchen alles machen könnte. „Plötzlich hatten wir die Vision, dass die kleinen Fische, die auf der Menukarte aufgezeichnet waren, anfangen zu schwimmen. Und dann dachten wir, das kann man doch wirklich machen”, sagt Unternehmensgründer und Physiker Patrick Barkowski. Das nötige betriebswirtschaftliche Know-how brachte Marcin Ratajczak mit, der bereits während seines Studiums unternehmerische Erfahrungen sammelte.

Fasziniert von der OLED (organic light emitting diode)-Technik startete ihre Projektidee 2012, im Jahr 2016 gründeten die beiden die INURU GmbH. Mittels der OLED-Technik drucken sie Animationen auf Papier und können so beispielsweise ein Printmagazin mit bewegten Bildern herstellen. „Wir wollen nicht nur in die Printwerbung, sondern die OLEDs wirklich in den Alltag bringen. Jedes Magazin, jede Verpackung kann mit Elektronik bereichert werden”, sagt Barkowski, der sich schon während seines Studiums auf organische Elektronik spezialisiert hatte. Gemeinsam mit dem Industriepartner OSRAM GmbH sind sie im Innovationsnetzwerk INAM, um Potenziale für Kosteneinsparungen zu evaluieren: „Wir versuchen den Preis nachhaltig zu senken, indem wir die Automatisierung von Prozessbestandteilen evaluieren.”, sagt Thomas Waldmann, Leiter Energiemanagement Werk Berlin Spandau der OSRAM GmbH.

Die Idee des OLED – ein leuchtendes Dünnschichtbauelement aus organischen halbleitenden Materialien – ist nicht neu. Bereits in den 1960er-Jahren gab es erste Forschungen. Die Vorteile der OLEDs, im Gegensatz zu anorganischen Leuchtdioden (LEDs), lagen früh auf der Hand: hoher Kontrast, keine Hintergrundbeleuchtung, geringer Stromverbrauch. Der Nachteil: kurze Lebensdauer. Inuru strebt mit seinen OLEDs bis zu 10 Wochen aktive Leuchtzeit und eine Lagerzeit von über einem Jahr an.

Mit ihrer Firma haben die beiden Unternehmensgründer heute im Technologiepark Adlershof besten Austausch mit Unternehmen, Wissenschaft und Forschung. „Was wir entwickelt haben, ist ein Prozess, der auf gängige Druckmaschinen transferiert werden kann”, sagt Barkowski. Dieser kann so an Druckereien ausgelagert werden. Kunden müssen genau wissen, was bei ihnen leuchten soll, dann übernimmt Inuru die Einstellung der Druckparameter. Dieses Geheimnis haben die beiden gelüftet, behalten es aber natürlich gut gehütet für sich.

Von Jennifer Giwi für Adlershof Special

www.inuru.de
www.osram.de 

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