Zero Sugar Fruchtgummis aus Adlershof: Die Firma Zveetz kreiert Naschereien für Diabetiker, ernährungsbewusste Eltern und kalorienbewusste Erwachsene

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02. Juli 2018

Zero Sugar Fruchtgummis aus Adlershof

Die Firma Zveetz kreiert Naschereien für Diabetiker, ernährungsbewusste Eltern und kalorienbewusste Erwachsene

Christian Krause naschte schon als Kind am liebsten Gummibärchen. Ein Jahr lang experimentierte er an den herzförmigen Fruchgummis von Zveetz.

Zveetz steht für Zero Sugar und ist eine Idee des Adlershofer Betriebswirtes Christian Krause. Es sind die ersten Fruchtgummis hauptsächlich gesüßt mit dem natürlichen Zuckerersatzstoff Erythrit – kleine rote Herzchen mit Kirschgeschmack, für die er und sein Partner ein für Süßwaren neues Herstellungsverfahren nutzen.

Es sind Fruchtgummis und keine Gummibärchen. Denn bei Bärchen hat man sofort den süßen Haribo-Geschmack auf der Zunge und die spezielle Konsistenz. Christian Krauses Fruchtgummis sind aber anders, erstens viel weicher, um 80 Prozent kalorienreduziert und lange nicht so süß.

In der Tat könnten es die Zveetz-Fruchtgummis nicht ganz leicht haben auf dem deutschen Markt, denn die Geschmäcker der Kunden, so sagt er, sind hier in Deutschland schon sehr auf eine Sorte Fruchtgummi fixiert. Seine Zielgruppe sind Diabetiker, ernährungsbewusste Eltern und vernaschte, aber kalorienbewusste Erwachsene.

Er, der als Kind lieber Gummibärchen als Schokolade gegessen hat, ist von seiner Erfindung überzeugt. Rund ein Jahr lang hat er nahezu täglich in der Küche gestanden und mit dem Kochen von Fruchtgummis experimentiert. „Wenn mir das vor zehn Jahren jemand erzählt hätte, ich hätt es nicht geglaubt“, scherzt der Betriebswirt. Die Idee zum zuckerfreien Süßigkeitengenuss kam ihm, weil er sich selbst für gesunde, zuckerfreie und kalorienreduzierte Ernährung interessierte.

Fruchtgummis aus dem Zuckerersatzstoff Erythrit, hergestellt aus Mais, waren sein Ziel. Denn dieses Polyol wirkt im Gegensatz zu anderen wie Xylith nicht so stark abführend, so dass Kinder eine ganze 100-Gramm-Tüte essen können. Außerdem sollte das Fruchtgummi nur aus natürlichen Stoffen bestehen. Zusammen mit seinem Partner Vishal Kawatra aus London suchte er erst Unterstützung in der Lebensmittelindustrie. Die winkte aber dankend ab mit der Begründung, dass die Herstellung gar nicht möglich sei. Erythrit kristallisiert nämlich in Flüssigkeiten. Krause und sein Partner knieten sich in Literatur und Lebensmitteltechnik und entwickelten eine spezielle Dosierung. Die Fruchtgummis haben sie von ihren Nachbarn in Adlershof, dem Institut für Produktqualität ifp, testen lassen.

Die Idee hat nach gut einem Jahr der Entwicklungsphase Formen angenommen: Alle Fruchtgummis kommen jetzt in Herzform und Kirschgeschmack daher. Seit März gibt es sie über Amazon oder über den ZVEETZ-Onlineshop zu kaufen, das Päckchen mit 50 Stück für 2,95 Euro im Handel. Heimat der Süßigkeit ist Adlershof, denn der gebürtige Hildesheimer wohnt seit 2015 am Standort, und zwar im Apartmenthotel seines Vaters. Er genießt die Nähe zum Flughafen und zur Stadt, wünscht sich aber mehr Gastronomie am Wochenende und auch abends, damit mehr Leben in die Straßen kommt, in denen ja nicht nur gearbeitet, sondern auch gewohnt wird.

Im Moment entstehen die roten Herzchen noch in Handarbeit. Zveetz hat dafür einen Mitarbeiter. Für die Zukunft sucht das Unternehmen noch einen eigenen Produktionsstandort, unter anderem in Adlershof, testet Maschinen für die Fruchtgummiherstellung und sucht Investoren. Außerdem tüftelt Christian Krause gerade an einer veganen Variante in Pralinenform.

Jördis Götz für Adlershof Journal

https://zveetz.com/

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