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23. April 2013

Himmel und Erde angezapft

Wie erneuerbare Energien im Technologiepark Adlershof genutzt werden

Mit Erdsonden will Volker Keddig 50 Prozent Heizkosten sparen. Bild: Adlershof Special
Die Solarenergie in Adlershof steht kurz davor, eine neue Bestmarke zu knacken. Spätestens ab Juni werden die Mieter des 8.000 Quadratmeter großen Neubaus des Photovoltaik-Zentrums ihre Büros und Labore beziehen können. Mit den Solarmodulen auf dem Gebäude werden dann in Adlershof 32 Photovoltaik-Anlagen eine Nennleistung von insgesamt über zwei Megawatt erreichen. Das „Solarkraftwerk Adlershof“ ist das markanteste Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien im Technologiepark. Seit 1998 an der Fassade des Zentrums für Umwelt-, Bio- und Energietechnologie (ZBU1) die erste Solaranlage in Betrieb ging, wurde in Adlershof immer wieder innovative Solartechnik installiert. Beispiele sind die Dünnschicht-Solarzellen aus Kupfer-Indium-Sulfid, die in die Glasfassade des Bürogebäudes der Soltecture GmbH integriert sind oder die bifacialen Zellen auf dem Gebäude des Studios H in der Medienstadt, die mit zwei aktiven Seiten eine höhere Energieausbeute haben als die üblichen unifacialen Zellen. Doch auch andere erneuerbare Energiequellen als die Solarenergie werden in Adlershof genutzt. Die Elektronikfirma FUSS-EMV betreibt seit 2011 eine Wärmepumpe, die ihre Energie aus 20 Erdsonden in einer Tiefe von knapp 100 Metern bezieht. „Damit decken wir 99 Prozent unserer Wärmeversorgung in unseren jüngsten 4.500 Quadratmeter großen Werkshallen “, berichtet Geschäftsführer Volker Keddig. Die Investition von 40.000 bis 50.000 Euro will FUSS-EMV durch die Heizkostenersparnis refinanzieren. „Die erste Abrechnung steht noch aus, aber wir rechnen damit, dass wir unsere Heizkosten um 50 Prozent reduzieren können“, sagt Keddig. Die Technik hat FUSS-EMV so sehr überzeugt, dass auch für den dritten 3.000 Quadratmeter umfassenden Bauabschnitt bereits ein Dutzend Bohrungen gesetzt wurden. Bald könnten die Bohrer in Adlershof noch weiter in den Untergrund vordringen. Derzeit laufen Untersuchungen für die sogenannte Tiefengeothermie jenseits von 100 Metern, erklärt Bernd Ludwig von der Betreibergesellschaft WISTA-MANAGEMENT. Solche Bohrungen sind aufwendiger als die oberflächennahe Geothermie und müssen nach dem Bergrecht genehmigt werden, aber sie versprechen auch eine höhere Energieausbeute. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnte die Wärme aus dem Untergrund zentral in das Nahwärmenetz des Technologieparks eingespeist werden. Von Manuel Berkel für Adlershof Special www.fuss-emv.de
www.adlershof.de/pv

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