Adlershofer Azubitalente: Sieben Porträts, die für eine Lehre im Technologiepark sprechen

01. Juli 2015

Adlershofer Azubitalente

Sieben Porträts, die für eine Lehre im Technologiepark sprechen

Azubis Berlin Adlershof

v.l.n.r.: Pascal Wadzack, Anne Kroschk, Sebastian Hlawa, Maria Scheiner, Szymon Bauch, Thu Huyen Nguyen und Nick Sárosi

In der Wissenschaftsstadt Adlershof gibt es derzeit gut 670 Auszubildende. Besonders viele in Technik- und IT-Berufen. Hier stellen wir sieben von ihnen vor.

„Jeder Azubi ist eine eigene Persönlichkeit“, weiß Ina Reith, Personalerin bei der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH aus gut zehn Jahren Erfahrung. Im Unternehmen werden unter anderem Zerspanungsmechaniker ausgebildet, allerdings kennen Schulabgänger diesen komplexen Beruf kaum. „Wir suchen auf allen Kanälen nach Azubis, über die Arbeitsagentur, die Industrie- und Handelskammer, das Ausbildungszentrum ABB.“

Für Alexander Schmidt, Geschäftsführer des Chemiespezialisten Chromicent ist eine Tendenz klar: „Bewerber findet man immer, aber die Qualifikation der Schulabgänger ist in den letzten 20 Jahren eher schlechter geworden.“ Reichte früher ein Realschulabschluss für die Erfordernisse eines Chemielaboranten, „muss man als Ausbilder heute mindestens einen Abiturienten, besser einen Studienabbrecher akquirieren.“ Der IHK-geprüfte Ausbilder Schmidt setzt bei der Suche nach geeigneten Azubis auf die Unterstützung des Berufsbildungszentrums (BBZ) Chemie in Adlershof. Dieses trifft eine Vorauswahl aus allen Bewerbungen. Der Chemiker hat für sein Unternehmen Chromicent den perfekten Azubi gefunden.

Pascal Wadzack, 22, Chemielaborant, Chromicent GmbH
Jung, groß gewachsen, ehrgeizig und eine große Leidenschaft für Chemie: Pascal Wadzack ist die Nachwuchshoffnung in der jungen Firma Chromicent. Dass er hier in Adlershof an der Humboldt-Universität studieren und dann weiter beim Unternehmen arbeiten wird, ist für ihn so gut wie sicher. Beim Adlershofer Start-up Chromicent geht es um die Entwicklung chromatographischer Analysemethoden für die Pharmazie. „Ich arbeite gerade mit der Dünnschichtchromatographie“, erzählt Pascal, „besonders spannend finde ich die Vorbereitung der Proben, also das Präparat so herzustellen, dass die Anlage es bearbeiten kann.“ Er schätzt die Atmosphäre am Standort, die Nachbarschaft zu renommierten Instituten wie dem Fraunhofer. „Man spürt richtig, dass hier viel Technik und Forschung angesiedelt  ist.“

Sebastian Hlawa, 26, Anwendungsentwickler, MeteoGroup Deutschland GmbH
In Europas größtem privatem Wetterdienst, der auch die Daten für Tagesschau & Co. liefert, sind Meteorologie und Informatik eng beieinander. „Es macht Spaß, Anwendungen für bestimmte Kunden auszutüfteln oder bestehende zu erweitern“, sagt Sebastian Hlawa. Viel besser als die Theorie in der Universität, findet er, der einige Semester Informatik studiert und sich dann nach etwas Praktischem gesehnt hat. „Das ist genau mein Ding, schon als Kind habe ich mich für Computer interessiert.“ Ohne IT geht in Zukunft gar nichts mehr, da ist der Azubi im zweiten Lehrjahr sicher. „Technologie und Informatik sind ja auch in Adlershof am Wachsen, so dass es gut vorstellbar ist, dass hier in Zukunft einige gute Stellen frei sein werden.“

Anne Kroschk, 27, Bürokauffrau, ifp Institut für Produktqualität GmbH
Sie hat Japanologie studiert, abgeschlossen und doch einen neuen Weg eingeschlagen: Anne Kroschk wollte etwas Praktisches! Sie hat sich bei der IHK beraten lassen und für den Beruf der Bürokauffrau entschieden, weil er Zukunft hat. „Was mir am meisten Spaß macht? Eigentlich ist es die Arbeit mit meinen Kollegen und das gute Arbeitsklima hier. Ich bin sehr dankbar dafür.“ Das Institut für Produktqualität in Adlershof ist ein Laborzentrum für die Produktanalyse von Lebensmitteln, Futtermitteln und Medikamenten. Hier wird geforscht und entwickelt. Das braucht nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Menschen wie Anne Kroschk, die organisieren, rechnen, telefonieren, prüfen. „Am liebsten würde ich nach dem Ende meiner Ausbildung im Sommer 2015 hier im Unternehmen bleiben.“ Anne Kroschk kommt gern nach Adlershof, „weil das ganze Umfeld hier so jung und dynamisch ist.“

Maria Scheiner, 22, Biotechnologin, Surflay Nanotec GmbH
Ruhig, leise und konzentriert pipettiert die junge Frau im Labor Lösungen in einen Reaktionsansatz. Im Rahmen ihres dualen Studiums an der Berufsakademie in Riesa (BA) absolviert Maria ihre Praxisphasen in dem Adlershofer Unternehmen im Bereich Funktionalisierung von Oberflächen. Hier geht es hauptsächlich um die Layer-by-Layer-Technologie, durch die Oberflächen völlig neue Eigenschaften erhalten, indem sie im Nanobereich mit alternierend geladenen Polymeren beschichtet werden. „Aktuell schreibe ich am Bachelor, danach will ich meinen Master in Biotechnologie machen.“ Mit der Biotechnologie sei man sehr flexibel, das Studium sehr breit gefächert. „Da weiß man nicht, in welche Branche man später einmal reinrutscht. Ich könnte mir gut vorstellen, hier am Wissenschaftsstandort Adlershof zu arbeiten.“

Szymon Bauch, 21, Zerspanungsmechaniker, Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH
„Alle in meiner Familie haben handwerkliche Berufe gelernt“, erzählt Szymon, der gerade an einer konventionellen Fräsmaschine arbeitet. Nach dem Abitur hat er sich für diesen Beruf entschieden, weil er komplexer ist als Maschinen- und Anlagenbau. Hier bei Astrofein werden unter anderem hoch präzise Teile für Luft- und Raumfahrttechnik, meist Spezialaufträge gefertigt. „Die Präzision, das ist das Spannende“. Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung möchte Szymon Bauch ein paar Jahre Erfahrung als Zerspanungsmechaniker sammeln, „später den Techniker machen und vielleicht noch studieren.“

Thu Huyen Nguyen, 21, und Nick Sárosi, 25, Mikrotechnologen, AEMtec GmbH
„Den Beruf der Mikrotechnologin kannte ich gar nicht, aber es klang interessant“, berichtet Thu Huyen Nguyen. Beim Vorstellungsgespräch lernte sie das Unternehmen kennen und fühlte sich sofort gut aufgehoben. Mikroskopieren, Geräte einstellen und überwachen – das sind ihre Hauptaufgaben. „Die Teile, die wir produzieren, müssen im Milli-, Mikro- und Nanometerbereich sitzen“, fügt Nick Sárosi hinzu, der ebenfalls im ersten Lehrjahr ist.
AEMtec hat sich auf miniaturisierte Elektronik spezialisiert, die in Medizin, Telekommunikation oder Industrie eingesetzt wird. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und wir haben wirklich gute Trainer, bei denen es unglaublich Spaß macht, zu verstehen und zu lernen.“ Mikrotechnologie ist ein sehr vielseitiger Beruf und die Berufschancen sind ideal, da die Branche wächst. „Deshalb habe ich mich für diesen Beruf entschieden“, resümiert  Nick Sárosi, der auch schon Physik studiert hat.
Er selbst möchte sich gern bei AEMtec in Adlershof eine Zukunft aufbauen und eventuell im Unternehmen noch eine Ausbildung zum Techniker anschließen. Thu Huyen Nguyen möchte sich nach der Ausbildung im Betrieb weiterbilden und ebenfalls bleiben.

Aufgezeichnet von Jördis Götz für Adlershof Journal

www.aemtec.com
www.astrofein.com
www.chromicent.de
www.meteogroup.com
www.produktqualitaet.com
www.surflay.com

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