Berlin Adlershof: Wachstumsdynamik des Technologieparks ungebrochen: Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark legt deutlich zu / Wachstum, obwohl „2021 das schwierigere Krisenjahr war'/ Wissensbasierte Wirtschaft erweist sich erneut als robust

06. April 2022

Berlin Adlershof: Wachstumsdynamik des Technologieparks ungebrochen

Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark legt deutlich zu / Wachstum, obwohl „2021 das schwierigere Krisenjahr war“/ Wissensbasierte Wirtschaft erweist sich erneut als robust

Jahrespressekonferenz WISTA Adlershof. Bild: © WISTA Management GmbH

V.l.n.r am Tisch Cindy Böhme (Unternehmenssprecherin WISTA Management GmbH, Roland Sillman (CEO WISTA Management GmbH), Senator Stephan Schwarz (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe), Dr. Ulrich Panne (Präsident der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung). Bild: © WISTA Management GmbH

Luftaufnahme Adlershof 2019 © WISTA.Plan GmbH/Dirk Laubner

© WISTA.Plan GmbH/Dirk Laubner

Der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof entwickelte sich auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie positiv, auch wenn die wirtschaftlichen Folgen für manche Unternehmen spürbar waren: Im Jahr 2021 lagen die Umsätze und Haushaltsmittel mit 3,21 Mrd. Euro sogar um 13,1 % über denen des Vorjahres. Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof zählte 24.500 Beschäftigte (2020: 22.000) und verbuchte somit ein Plus von 11,4 %. Hinzu kamen rund 6.650 Studentinnen und Studenten sowie rund 1.000 Auszubildende.1

Im Kerngebiet des Wissenschafts- und Technologieparks legten die Umsätze der 532 (2020: 553) Unternehmen um 1,2 % (2020: 1,6 %) auf 1,08 Mrd. Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,2 % (2020: 5,9 %) auf 8.520 (2020: 8.420). Hinzu kamen 298 Auszubildende (2020: 280). Den leichten Rückgang der absoluten Unternehmenszahl haben die Bestandsunternehmen, die bereits 2020 am Standort waren, durch ein Wachstum um 6,7 % beim Umsatz und um 6,5 % bei der Beschäftigung überkompensiert.

Die Umsätze und Haushaltsmittel der 444 (2020: 430) Unternehmen und Einrichtungen im Wachstumsgebiet legten 2021 – auch aufgrund von Ansiedlungserfolgen – um beachtliche 23,4 % (2020: 10,7 %) auf 1,400 Mrd. (2020: 1,130 Mrd. Euro) zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 29 % (2020: 9,5 %) auf 10.000.1 Hinzu kamen 557 (2020: 426) Auszubildende (u. a. bei mehreren Trägern überbetrieblicher Ausbildung).

In der Medienstadt blieb sowohl die Zahl der Unternehmen mit 195 (2020: 196) als auch Zahl der Beschäftigten mit 2.890 (2020: 2.920) nahezu konstant. Hinzu kamen 95 Auszubildende (2020: 96). Die Umsätze kletterten gleichzeitig um 27 % auf 401 Mio. Euro. Stark war hingegen der Rückgang bei den sogenannten festen freien Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern (von 1.140 auf 778). Der Umstand, dass die Medienstadt mehr Umsatz aber keine Erhöhung bei den Beschäftigungszahlen aufweist, lässt auf eine Restrukturierung der Branche sowie eine Umschichtung der Geschäfts- und Beschäftigungsmodelle schließen.

Der Förder- bzw. Drittmittelanteil am Budget der in Adlershof ansässigen Einrichtungen der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) stieg leicht auf 33 Mio. Euro (2020: 32 Mio. Euro), die Grundfinanzierung stieg auf 64 Mio. Euro (2020: 61 Mio. Euro). Bei den außeruniversitären Instituten lagen die Haushaltsmittel mit 144 Mio. Euro über denen des Vorjahres (141 Mio. Euro); die Drittmittel mit 84,7 Mio. Euro jedoch darunter (2020: 90,1 Mio. Euro). Die Zahl der Beschäftigten in den wissenschaftlichen Einrichtungen stieg gegenüber 2020 um 6,1 % auf 3.080.

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2022 schätzen die Unternehmen im Wissenschafts- und Technologiepark die Aussichten positiver als im Vorjahr ein. Während die Mittelwerte hinsichtlich Personal- und Umsatzentwicklung für 2021 bei 107,5 % lagen, stiegen sie für 2022 auf 111,3 %. Dabei gehen 60% der Unternehmen von einem Umsatzanstieg aus, während lediglich jedes fünfte Unternehmen einen Umsatzrückgang prognostiziert.2

Wie in jedem Jahr bewerteten die Unternehmen und Einrichtungen auch die sogenannten weichen Standortfaktoren. Das Image des Hochtechnologiestandorts Adlershof wird nach wie vor als sehr hoch und bedeutend eingeschätzt. Besonders positiv sieht man auch die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs (u.a. durch die neue Straßenbahnlinie).

Aus aktuellem Anlass haben wir die Unternehmen im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof nach ihrer Haltung zum Thema Homeoffice befragt. Während die Beschäftigten sich zwei (23,4 %) oder drei (18,6 %) Tage Homeoffice pro Woche wünschen, halten die Vorgesetzten einen (25,4 %) oder zwei Tage (23,0 %) für sinnvoll. Auffallend ist, dass sich rund 32 % der Angestellten und 28,5 % der Geschäftsführenden überhaupt keine Mobilarbeit wünschen bzw. für realistisch halten. Lediglich 5,1 % der Angestellten wünschen sich eine Tätigkeit komplett im Homeoffice.

Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, sieht in den Zahlen der aktuellen Jahresumfrage Anlass zur Zuversicht: „Mit Blick auf die beiden hinter uns liegenden Jahre können wir feststellen, dass sich unsere Unternehmen und Einrichtungen in Krisensituationen insgesamt sehr gut behaupten, auch wenn 2021 das schwierigere Krisenjahr war. Die enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft hat unseren Technologiepark widerstandsfähig gemacht. Hinzu kommt, dass die Unternehmen während der gesamten Corona-Krise positiv auf ihre künftige Geschäftsentwicklung geblickt haben. Dies gibt uns allen Grund zur Hoffnung, dass die Unternehmen am Standort auch in der aktuellen Situation Wege finden werden, um die wirtschaftlichen Folgen des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu meistern.“

Laut Sillmann zeigen „die Ergebnisse unserer Umfrage zum Homeoffice, dass das Konzept der räumlichen Nähe in unserem Technologiepark auch nach der Pandemie zielführend ist. Gleichzeitig belegen die Zahlen, dass ein signifikanter Anteil der Mitarbeitenden zukünftig hybrid arbeiten wird. Dies bestärkt uns darin, den bereits 2019 begonnenen Weg des Innovationskorridors von Berlin in die Lausitz weiter zu bestreiten.“

Stephan Schwarz, Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe, sieht in der engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ein Erfolgsmodell: „In der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft steckt ein Riesenpotenzial für unsere Stadt und die gesamte Metropolregion. Das zeigt der Zukunftsort Adlershof auf beeindruckende Weise auch in Krisenzeiten. Dass die Berliner Wirtschaft insgesamt besser durch die Corona-Pandemie kam und sich schneller als andernorts erholen konnte, haben wir auch dem Zugpferd Adlershof und der gesamten Innovationsbranche zu verdanken. Berlin und die Metropolregion haben das Zeug, Deutschlands Innovations- und Technologiestandort Nummer Eins zu werden und international Maßstäbe zu setzen. An diesem Ziel werden wir noch enger mit unserem Partnerland Brandenburg zusammenarbeiten und gemeinsam Zukunft gestalten. Eine der wichtigsten Brücken für diesen Ansatz ist natürlich Adlershof.“

Diese Aussagen werden auch von Prof. Dr. Lech Suwala, Professor für Stadt- und Regionalökonomie an der Technischen Universität Berlin, bestätigt: „Im Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof werden abermals wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt, dass diversifizierte, wissenschaftsnahe und gut vernetzte Gebietseinheiten, die zudem über ein schlagkräftiges Standortmanagement verfügen und eine kritische Größe erreicht haben, sich solide und resilient in Krisenzeiten darstellen. Die Kombination dieser Faktoren ist aber gleichzeitig besonders und selten.“

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und Vorstandssprecher des Adlershofer Forschungsnetzwerks IGAFA, betont: „Die außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Adlershof konnten sich durch einen klugen Umgang mit der Pandemie im letzten Jahr mit vielen originellen Forschungs- und Entwicklungsansätzen erfolgreich positionieren und so die Einwerbung von Drittmittelprojekten konstant halten. So forschen die Institute an nachhaltigen und weltweit verfügbaren Batteriematerialien (BAM, Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB)), unterstützen den Markthochlauf der Wasserstofftechnologie durch grundlegende (HZB) und angewandte Forschung (BAM). Für eine ‚Technologische Souveränität‘ positioniert sich das Leibniz-Institut für Kristallzüchtung gemeinsam mit Partner/-innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um eine Strategie für wichtige Technologiefelder in Deutschland zu entwickeln.
Eine gute Chance für zukunftsfähige Kooperationen liegt im Innovationskorridor zwischen Adlershof und Cottbus – besonders für Energiethemen. Der von der IGAFA und Adlershof mit initiierte Verbund der außeruniversitären Forschungseinrichtungen Berlin Research 50 (BR50) bietet enormes Potenzial für die Zusammenarbeit und dafür, gemeinsam mit der Berlin University Alliance (BUA), die Relevanz des Berliner Forschungsraums auszubauen.“

1Diese Wachstumsraten enthalten sowohl die positive Entwicklung der Bestandsfirmen als auch Ansiedlungserfolge.
2Die Angaben wurden vor dem Angriffskrieg gegen die Ukraine erhoben.
 

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