Das Potenzial der quanten-digitalen Transformation erforschen: Start der ersten Einstein Research Unit der Berlin University Alliance zum Thema Quantencomputing

06. Mai 2021

Das Potenzial der quanten-digitalen Transformation erforschen

Start der ersten Einstein Research Unit der Berlin University Alliance zum Thema Quantencomputing

Logo: BUA

Quantencomputer gelten als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Wie können sie die rechnerische Leistung von Computern revolutionieren? Welche neuen Einsichten bieten sie für die Hochenergiephysik oder die Quantenchemie? Mit diesen Fragen wird sich die erste Einstein Research Unit (ERU) der Berlin University Alliance (BUA) beschäftigen. Das interdisziplinäre Forschungsteam der Verbundpartnerinnen Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und Charité – Universitätsmedizin hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Potenzial der quanten-digitalen Transformation zu klären. Dabei werden auf einzigartige Weise Expertise in theoretischer und experimenteller Physik, angewandter Mathematik, Informatik und Maschinenlernen zusammengebracht. Die Einstein Research Unit „Perspectives of a quantum digital transformation: Near-term quantum computational devices and quantum processors“ wird mit jährlich zwei Millionen Euro für zunächst drei Jahre gefördert.

„Die Förderentscheidung für diese erste Einstein Research Unit ist ein Meilenstein für die interdisziplinäre Forschungslandschaft in Berlin“, sagt Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, Präsidentin der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecherin der BUA. „Damit unterstützt die Berlin University Alliance langfristig exzellente Forschung in einem Bereich, der heute und in Zukunft von hoher Relevanz für unsere Gesellschaft ist.“

Quantencomputer gelten als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Mit ihnen erhofft sich die Wissenschaft, rechnerische Probleme zu lösen, die selbst mit den aktuellen Superrechnern nicht realisierbar sind. Die Weiterentwicklung von Quantencomputern birgt auch großes Potenzial für die Wirtschaft. Erst der technologische Fortschritt der letzten Jahre hat es erlaubt, erste Prototypen solcher Quantenrechner zu bauen. Im Gegensatz zu klassischen Computern behandeln sie Informationen auf Basis von quantenmechanischen Gesetzen. Das bedeutet, dass Speicherinhalte auf diesen Computern mehrere, überlagerte Werte gleichzeitig enthalten können, auf die sich Rechenbefehle simultan auswirken.

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Jens Eisert, Physiker und Mathematiker an der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Oliver Benson, Physiker an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Jean-Pierre Seifert, Einstein-Professor und Informatiker an der Technischen Universität Berlin und Prof. Dr. Robert Gütig, Mitglied des Exzellenzclusters NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, beschäftigt sich aus einer interdisziplinären Perspektive mit dem Thema Quantencomputing.

„Wir freuen uns, dass die erste Einstein Research Unit nun nach der erfolgreichen internationalen wissenschaftlichen Begutachtung durch die Einstein Stiftung an den Start gehen kann“, sagt Prof. Dr. Günter Stock, Vorstandsvorsitzender der Einstein Stiftung Berlin, zur Förderentscheidung der Berlin University Alliance. Einstein Research Units sollen langfristig angelegte Forschungsverbünde in strategisch wichtigen Forschungsfeldern der Berlin University Alliance aufbauen. Sie stärken strategisch relevante, interdisziplinäre Forschungsbereiche und entwickeln neue inter- und transdisziplinäre Forschungsschwerpunkte.
 

Die Berlin University Alliance
Die Berlin University Alliance ist der Verbund der drei Berliner Universitäten Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin für die gemeinsame Gestaltung von Wissenschaft in Berlin. Die vier Partnerinnen haben sich zusammengeschlossen, um den Wissenschaftsstandort Berlin zu einem gemeinsamen Forschungsraum weiterzuentwickeln, der zur internationalen Spitze zählt. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen dabei die gemeinsame Erforschung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, die Stärkung des Austausches mit der Gesellschaft, die Nachwuchsförderung, Fragen der Qualität und Wertigkeit von Forschung sowie übergreifende Vorhaben in Forschungsinfrastruktur, Lehre, Diversität, Chancengerechtigkeit und Internationalisierung. Die Berlin University Alliance wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Berlin im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.

Die Einstein Stiftung Berlin
Die Einstein Stiftung Berlin ist eine gemeinnützige, unabhängige und wissenschaftsgeleitete Einrichtung, die als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet wurde. Sie fördert Wissenschaft und Forschung fächer- und institutionenübergreifend in und für Berlin auf internationalem Spitzenniveau. Insgesamt 172 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – unter ihnen 3 Nobelpreisträger – 71 Projekte und 6 Einstein-Zentren wurden bislang gefördert.

 

Kontakt:

Presseanfragen
Hans-Christoph Keller
Kommissarischer Pressesprecher der Berlin University Alliance und Pressesprecher der Humboldt-Universität zu Berlin
E-Mail medien@berlin-university-alliance.de

Christian T. Martin
Leiter Stiftungskommunikation der Einstein Stiftung Berlin
E-Mail cm@einsteinfoundation.de
Tel. +49 30 20370 248

Wissenschaftlicher Ansprechpartner
Prof. Dr. Jens Eisert
Dahlem Center for Complex Quantum Systems / Freie Universität Berlin
E-Mail jense@physik.fu-berlin.de

 

Gemeinsame Pressemitteilung der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Einstein Stiftung Berlin vom 06.05.2021

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