Dynamik trifft Erfahrung: Im A² Adlershof Accelerator-Programm arbeiten innovative Start-ups und etablierte Firmen erfolgreich zusammen

07. Januar 2020

Dynamik trifft Erfahrung

Im A² Adlershof Accelerator-Programm arbeiten innovative Start-ups und etablierte Firmen erfolgreich zusammen

A²-Programmmanagerin Yvonne Plaschnick © WISTA Management GmbH

A²-Programmmanagerin Yvonne Plaschnick © WISTA Management GmbH

Freie Parkplätze per App problemlos finden, Netzanschlüsse per Smartphone dokumentieren, aus der Ferne prüfen, ob die heimische Heizung richtig funktioniert, per Kamera erkennen, ob auf dem Recyclinghof der Abfall im falschen Container landet. An diesen digitalen Herausforderungen arbeiten die vier Start-ups abaut GmbH, SO NAH GmbH, netpipe GmbH und ENER-IQ GmbH, jedes unter einem speziellen Aspekt. Die GmbHs nehmen am A² Accelerator-Programm 2019 der WISTA Management GmbH (WISTA) teil, das wie im Vorjahr unter dem Motto „Smart City“ steht. „Junge Unternehmen sollen in der Anfangsphase gezieltes Coaching bekommen und durch Projekte mit etablierten Firmen den Zugang zum Markt erhalten und dessen Anforderungen kennenlernen“, umreißt WISTA-Programmmanagerin Yvonne Plaschnick das Ziel des Accelerators.

Nach dem „Pitching Day“ Mitte Juni 2019, an dem sich mehrere Start-up-Teams mit fünfminütigen Präsentationen vorstellen konnten, kam die fünfmonatige Zusammenarbeit des Energieversorgers BTB mit ENER-IQ und netpipe zustande. Die WBD (Wirtschaftsbetriebe Duisburg – AöR), die unter anderem für Abfallentsorgung und Parkleitsysteme zuständig sind, kooperieren mit abaut und SO NAH.

David Hoffmann, bei WBD für Digitale Innovation verantwortlich, findet die Flexibilität der jungen Gründer attraktiv. So habe das Münchner Start-up „abaut“ bisher auf Baustellen mittels Sensorik die Zusammensetzung der ausgebaggerten Erde festgehalten. Die WBD wiederum interessieren sich dafür, welche Art von Abfall in die verschiedenen Container gelangt: „Könnt ihr das System so umbauen, dass es erkennt, wenn ein Plastiksack im Grüncontainer landet?“, fragte Hoffmann. abaut bejahte, und die Kooperation war besiegelt. Sollte das Pilotprojekt positiv verlaufen, könne er sich eine weitere Zusammenarbeit bei der Container-Überwachung vorstellen.

Auch das Geschäftsmodell des Aachener Unternehmens „SO NAH“, mittels an Laternen befestigten Sensoren feststellen zu können, wo in der Stadt Parkplätze verfügbar sind, erschien für die WBD anwendbar. „Gibt es auf einem Recyclinghof starken Kundenverkehr mit langen Wartezeiten, wäre es sinnvoll, den Kunden per App die aktuellen Wartezeiten mitzuteilen und sie auf weniger besuchte Recyclinghöfe aufmerksam zu machen“, so Hoffmann.

Die Variabilität von „jungen, dynamisch arbeitenden Firmen“ sieht auch der Bereichsleiter für dezentrale Anlagen und Netze der BTB, Mike Müller, als Vorteil: „Das Accelerator-Programm hilft den Start-ups, ihre Ideen in Zusammenarbeit mit der Industrie zu neuen Produkten weiterzuentwickeln.“ Ähnlich funktioniert es auch beim Projekt mit netpipe. Derzeit sind Netzanschlüsse, Rohrleitungen oder Kabel in Häusern, Wohnungen oder auf Grundstücken oft nur unzureichend dokumentiert. Die Berliner Firma verfügt über Software, mit der sich Hausanschlüsse per Smartphone vor Ort festhalten lassen. BTB möchte nun ausloten, ob sich dies auch auf die Vermessung auf Baustellen ausweiten lässt.

Wie Heizungsanlagen durch Digitalisierung effizienter arbeiten können, ist für Energieversorger ein spannendes Thema. Daher bot sich für BTB ein Projekt mit ENER-IQ an. Das 2018 gegründete Start-up mit Sitz in Hamburg und Würzburg entwickelt intelligente Software, die ständig über den Zustand der Heizung informiert. Auf diese Weise lassen sich auch aus der Ferne kaputte Bauteile identifizieren und ersetzen.

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit von Start-ups und Industrie war, wird spätestens beim „Demo Day“ am 29. Januar 2020 offenbar werden. „Wir laden neben Verbänden auch Politik und Presse sowie Vertreter anderer Branchen ein“, sagt A²-Programmmanagerin Yvonne Plaschnick. Sie ist zuversichtlich, dass es dann in Adlershof einiges zu feiern geben wird.

Von Paul Janositz für Adlershof Journal

 

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