Gemeinsam stärker: In Adlershof sind die Wege zwischen Forschung und Industrie sehr kurz

11. April 2018

Gemeinsam stärker

In Adlershof sind die Wege zwischen Forschung und Industrie sehr kurz

Khalid Kallow

Khalid Kallow, Projektleiter Forschung und Entwicklung bei ZeSys

Die InSystems Automation GmbH wächst, die Nachfrage für autonom navigierende Transportroboter steigt kontinuierlich an. Über 60 Experten arbeiten inzwischen für den Sondermaschinenbauer. Im Dezember 2017 ist das Unternehmen in einen Neubau gezogen, den das Zentrum zur Förderung eingebetteter Systeme in Berlin ZeSys e. V., eine Schnittstelle zwischen Industrie und Forschung, in Adlershof errichtet hat.

Die Nachbarschaft begünstigt, was sowieso geplant war: InSystems und ZeSys gehen eine enge Technologiepartnerschaft ein. „Ausrichtung und Ziele von ZeSys passen sehr gut zu uns“, erklärt InSystems-Geschäftsführer Torsten Gast, und Projektleiter Jan Stefan Zernickel ergänzt: „Wir entwickeln derzeit gemeinsam mehrere Forschungsprojekte zur Prozessoptimierung in der Montage sowie in der Mensch-Maschine-Zusammenarbeit. Wir sind froh, dass wir hier auf die Kernexpertise von ZeSys in der Softwareentwicklung und der Datenanalyse zurückgreifen können.“

Transportroboter von InSystems Automation kommen in Lagern, im Transport von Werkzeugen zwischen Maschinen oder im Versand zum Einsatz. „Schon lange bevor der Begriff Industrie 4.0 modern wurde, beschäftigten wir uns mit intelligenten Automatisierungslösungen“, erzählt Zernickel. Die Wege zwischen Wissenschaft und industrieller Praxis sind in Adlershof kurz. Khalid Kallow, Projektleiter Forschung und Entwicklung bei ZeSys, ist voll des Lobes über die Möglichkeiten, die sich am Standort auftun. „Wir sind uns sicher, dass weitere Impulse für gemeinsame Forschungsaufgaben und für den raschen Transfer in die Praxis zum Nutzen beider Partner entstehen werden.“

Die Adlershofer Synergien nutzt auch die LTB Lasertechnik Berlin GmbH, ein hochinnovatives Familienunternehmen, das Kurzpuls-Stickstofflaser und Echelle-Spektrometer als Messinstrumente zur Analyse von Materialien entwickelt und herstellt. LTB-Messsysteme bestimmen die chemische Elementzusammensetzung von Werkstoffen berührungslos. „Im November 2016 fragte uns die LTB, eine Software für die Echtzeit-Qualitätsanalyse bei der industriellen Fertigung von metallischen Halbzeugen zu entwickeln“, erzählt Silvia Schwochow von der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. (GFaI). Die gemeinnützige Forschungseinrichtung sitzt nur zwei Straßen von der LTB entfernt.

110 Mitarbeiter unterstützen mit anwendungsorientierter Forschung Partner aus der Industrie bei ihren Innovationen. In Kooperation mit der LTB entwickelte die GFaI eine datenbankbasierte Leitstand-Software, in der die spektroskopischen Daten eines LIBS-Messsystems ermittelt und entsprechend der Kundenvorgaben analysiert werden. Die laserinduzierte Plasmaspektroskopie (engl. Laser-Induced Breakdown Spectroscopy, LIBS) ist ein vielseitig einsetzbares spektroskopisches, kontakt- und quasi zerstörungsfreies Echtzeit-Messverfahren für feste, flüssige, gasförmige Proben. Die gewonnenen Daten werden auf einer grafischen Oberfläche dargestellt, die einen sofortigen Rückschluss auf die elementare Zusammensetzung des Materials zulässt. „Der Auftrag eines Kunden, der eine Lösung für die Qualitätskontrolle bei der industriellen Fertigung von metallischen Halbzeugen benötigte, machte es erforderlich, in sehr kurzer Zeit Software für den industriellen Einsatz zu entwickeln“, so David Mory, Leiter Forschung und Entwicklung bei der LTB. „Die dafür benötigten Kompetenzen und Ressourcen habe ich bei der GFaI gesucht und gefunden. Dabei spielte die örtliche Nähe natürlich auch eine wichtige Rolle.“

Von Mirko Heinemann für Adlershof Special

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