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16. Oktober 2026

HZB gratuliert Peter Hegemann zum Nobelpreis

Seine Forschungsgruppen nutzten über Jahre hinweg die Adlershofer Röntgenquelle BESSY II für ihre Experimente

Porträtfoto
Prof. Dr. Peter Hegemann © HU Berlin/Philipp Plum
Experimentierhalle mit Maschinen, Rohren und einer roten Metalltreppe zu einer erhöhten Plattform
Die IRIS-Messstation an BESSY II: Hier hat die Hegemann-Gruppe zwischen 2014 und 2021 regelmäßig experimentiert. © HZB

Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) übermittelt herzliche Glückwünsche an Peter Hegemann, Professor für Neurowissenschaften und für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gemeinsam mit Prof. Georg Nagel (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) und Prof. Karl Deisseroth (Stanford University, USA) hat er den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie 2026 gewonnen. Das HZB freut sich sehr für ihn, sein Team, die Humboldt-Universität und die gesamte Berliner Wissenschaft.

Von der Forschung an Grünalgen bis zur Begründung der Optogenetik, einem völlig neuen Fachgebiet, hat Peter Hegemann seinen eigenen Weg verfolgt. Er zeigt, wie aus wissenschaftlicher Neugier ein neues Forschungsgebiet entstehen kann. Damit unterstreicht dieser Nobelpreis wieder einmal die große Bedeutung von Grundlagenforschung.

Am Anfang stand für Hegemann die Frage, wie Grünalgen Licht wahrnehmen und ihre Bewegung danach ausrichten. Pures Interesse am Erkenntnisgewinn. Er entdeckte, wie sich durch Lichteinfluss Ionenkanäle öffnen, welche Proteine daran beteiligt sind und wie sich dadurch innerhalb von Millisekunden die elektrische Spannung einer Zelle verändert.

Seine Entdeckungen zu lichtempfindlichen Proteinen ermöglichen es heute, zelluläre Prozesse gezielt mit Licht zu steuern. Damit legte er auch den Grundstein für mögliche medizinische Anwendungen.

Am HZB ist man auch stolz darauf, dass seine Forschungsgruppen über Jahre hinweg die Röntgenquelle BESSY II für ihre Experimente genutzt haben. Unter anderem haben sie 2018 die Struktur des Proteins Rhodopsin-Guanylyl-Zyklase an den MX-Beamlines entschlüsselt. Dieses Enzym produziert den Botenstoff cGMP nach Lichtbestrahlung und steht damit in direktem Zusammenhang zu Hegemanns Nobelpreisthema, der Optogenetik. Außerdem haben sie regelmäßig die Infrarot-Beamline genutzt. Aus diesen Messkampagnen sind allein zwischen 2014 und 2021 neun Publikationen aus der Gruppe Hegemann entstanden.

Es sind solche gemeinsam nutzbaren Infrastrukturen, die Berlin zu einer international führenden Wissenschaftsstandort machen. Erst kürzlich zeigte eine Studie von DIW Econ, dass jeder in BESSY II investierte Euro eine Bruttowertschöpfung von 10 Euro für Berlin ermöglicht. Investitionen in die Forschung sind Investitionen in die Zukunft. Der Nobelpreis für Peter Hegemann ist daher auch ein starkes Signal an die Berliner Politik.

Kontakt:

Dr. Ina Helms
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie

Stabsstelle Kommunikation
(030) 8062-42034 / (030) 8062-14626
ina.helms(at)helmholtz-berlin.de
www.helmholtz-berlin.de

 

HZB-Pressemitteilung vom 14.10.2026

Ausgezeichnet! Außeruniversitäre Forschung Biotechnologie / Umwelt Hochschulen Mikrosysteme / Materialien Photonik / Optik

Meldungen dazu

Sechs Personen in einem Labor mit technischen Geräten, zwei Personen halten die aufgeschlagene Studie in die Kamera

BESSY II zahlt sich aus – zeigt die Wirkungsanalyse des DIW Econ

Jeder in BESSY investierte Euro bringt Deutschland drei Euro ein, dem Land Berlin sogar zehn Euro

Gemischte Quantenzustände in der Photobiologie

Neue Einsichten der Stark-Spektroskopie mit ultrakurzen Terahertz-Impulsen
Rhodopsin © E. Ritter/HZB

Sehen, riechen, schmecken

Forscher untersuchen mittels neu entwickeltem Infrarot­spektro­meter an BESSY II, wie Biomoleküle in Sinneszellen funktionieren

Verknüpfte Einrichtungen

  • Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, Elektronenspeicherring BESSY II
  • Campus Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin

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