Intelligent unterwegs: Adlershofer IT-Lösungen für den Verkehr der Zukunft

24. Februar 2015

Intelligent unterwegs

Adlershofer IT-Lösungen für den Verkehr der Zukunft

Gründer und Geschäftsführer von lesswire, Ralph Meyfarth

Gründer und Geschäftsführer von lesswire, Ralph Meyfarth

Wer heute mit einem der modernen Fernbusse unterwegs ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Technik der Adlershofer IT-Firma lesswire nutzen. In den Fernbussen können Fahrgäste mit ihrem Laptop oder Smartphone problemlos im Internet surfen. Die dazu passenden Router stellt lesswire her. Ähnlichkeiten mit einem handelsüblichen  Router aus dem Elektronikmarkt haben die schwarzen Kästen allenfalls optisch. Die lesswire-Geräte verbinden auch bei schneller Fahrt zuverlässig die Signale der mobilen Hardware mit dem ultraschnellen Mobilfunknetz LTE. „Automotive-grade“ lautet das Zauberwort. „Um für die Automobilbranche geeignet zu sein, müssen die Geräte höchste Anforderungen erfüllen“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer von lesswire, Ralph Meyfarth. Stöße, Schmutz oder Vibrationen dürfen den Routern nichts anhaben können. In China wurde ein lesswire-Router bereits serienmäßig in Mercedes-Fahrzeugen der S-Klasse verbaut. Immer mehr Automobilhersteller werden diesem Beispiel folgen.

Doch die Zukunft von lesswire sieht Ralph Meyfarth in so genannten Car2Car oder Car2X-Kommunikationslösungen. „Wir waren sehr früh in diesem Markt engagiert“, so Meyfarth. Wie werden die Fahrzeuge der Zukunft kommunizieren? Zum Einen mit sogenannten Roadside Units, die entlang der Verkehrswege angebracht sind. Von dort erhalten sie Informationen, beispielsweise aktuelle Wetter- und Stauwarnungen. Aber auch miteinander: Über einen Short-Range-Funkstandard können vorausfahrende Fahrzeuge die nachfolgenden vor Gefahren an der Strecke warnen – etwa vor Unwetter, Nebel oder einem Unfall.

Ebenfalls in Sachen Verkehr ist das IT-Unternehmen der Quattron-Gruppe, VinarIT, tätig. Für die Bahn steuert VinarIT beim Bau der neuen ICE-Schnellstrecke von Berlin über Leipzig nach München die Dokumentenverwaltung für die Zugsteuerungssysteme. VinarIt hat ein System entwickelt, mit dem auch noch nach Jahrzehnten jedes im Rahmen der Entwicklung abgelegte Dokument auffindbar ist. Sollten an der Strecke Unfälle geschehen, können so die Ursachen ermittelt und die Verantwortlichkeiten geklärt werden. 2017 soll die ICE-Strecke eröffnet werden.

VinarIT-Experten arbeiten außerdem als Berater beim europäischen Ticketing-System mit. Die Vision: In Zukunft sollen Bahnkunden europaweit mit einer einheitlichen elektronischen Fahrkarte reisen können. Damit so ein System in ganz Europa funktionieren kann, muss eine neue IT-Infrastruktur aufgebaut werden. Wie sich genau VinarIT hier beteiligt, müsse sich noch zeigen, so der Geschäftsführende Gesellschafter von VinarIT Michael Zylla. „Hier laufen die Prozesse aufgrund der Abstimmung zwischen den vielen Partnern recht langsam.“

Am Standort schätzt Zylla vor allen Dingen die Synergieeffekte. Das IT-Unternehmen der Quattron-Gruppe hat seinen Hauptsitz in Rückersdorf bei Nürnberg. Vor zwei Jahren hat Zylla daher die Zweigstelle in Adlershof gegründet. „In Adlershof sind wir in der Nähe vieler unserer Kunden – etwa die Deutsche Bahn. Auch die Nähe zu den Hochschulen ist uns wichtig. Wir sind auf qualifiziertes Personal angewiesen.“

Von Mirko Heinemann für Adlershof Special

www.vinarit.com
www.lesswire.com

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