"Laubbläser Ade!" Adlershof setzt auf mehr Artenvielfalt durch biodiversitätsfördernde Grünflächenpflege
Intelligentes Mähkonzept für höhere Wiesen, länger stehende Blühpflanzen
Rund um die Gebäude des Technologieparks verändert sich die Pflege der Grünflächen. Höhere Wiesen, länger stehende Blühpflanzen und neue Pflegemethoden sind Teil eines Konzepts, das die biologische Vielfalt stärken und Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere nachhaltig fördern soll.
Wer in den vergangenen Monaten aufmerksam über den Campus gegangen ist, hat die Veränderungen vielleicht bereits bemerkt: Einige Grünflächen werden seltener gemäht, Wildkräuter und Blühpflanzen bleiben länger stehen und die Vegetation wirkt insgesamt natürlicher. Dahinter steht eine gezielte biodiversitätsfördernde Grünflächenpflege, die den Technologiepark Adlershof ökologisch weiterentwickeln soll.
Mehr Lebensräume durch intelligentes Mähkonzept und Verzicht auf Laubbläser
Die Wiesenflächen werden weiterhin lediglich zweimal pro Jahr gemäht. Neu ist jedoch die zeitlich gestaffelte Mahd. Dadurch entstehen unterschiedliche Vegetationshöhen, sodass zu jeder Zeit Bereiche mit Blüten, Nahrung und Schutz für Tiere erhalten bleiben. Dieses sogenannte Mosaikprinzip fördert die Artenvielfalt erheblich und schafft wichtige Rückzugsräume für Insekten, die das gesamte Jahr über genutzt werden können.
Auch bei der Wahl der eingesetzten Technik werden ökologische Aspekte künftig stärker berücksichtigt. Für die Pflege der Wiesen kommen bevorzugt Balkenmäher zum Einsatz. Diese Mähtechnik gilt als besonders schonend für Insekten und andere Kleintiere. Zudem werden Arbeitsabläufe und Mährichtung so angepasst, dass Tiere möglichst aus den bearbeiteten Flächen ausweichen können.
Ein weiterer Baustein der neuen Pflegekonzepte ist der Verzicht auf Laubbläser und Laubsauger. Stattdessen erfolgt die Laubbeseitigung künftig mit Handgeräten oder geeigneten Kehrmaschinen. Dadurch werden Kleinstlebewesen geschützt und Pflanzensamen weniger stark beeinträchtigt.
Winterquartiere für Wildbienen und Käfer und bessere Bodenqualität
Abgeblühte Stauden und Gräser bleiben künftig teilweise über die Wintermonate stehen. Der Rückschnitt erfolgt erst im Frühjahr. So entstehen wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten für Wildbienen, Käfer und viele weitere Insektenarten, die auf diese natürlichen Strukturen angewiesen sind.
Auch die Bodenqualität soll langfristig profitieren. Auf ausgewählten Flächen kann Laub als natürlicher Nährstofflieferant im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden. Gesundes Schnittgut wird teilweise vor Ort gehäckselt und als Mulch eingesetzt. Dadurch werden natürliche Stoffkreisläufe gefördert und das Bodenleben gestärkt.
Warum manche Flächen künftig anders aussehen
Im Zuge der biodiversitätsfördernden Pflege werden einige Wiesen zeitweise höher stehen bleiben, verblühte Pflanzen länger sichtbar sein oder Mahdtermine von Jahr zu Jahr variieren. Diese Veränderungen sind bewusst vorgesehen und Ausdruck einer naturnahen Bewirtschaftung. Die Flächen übernehmen dadurch wichtige ökologische Funktionen und leisten einen Beitrag zu einem artenreichen sowie klimaresilienten Technologie- und Wissenschaftsstandort. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Grünflächen im und um den Technologiepark Adlershof durch dieselben Akteure gepflegt werden. Daher können sich Pflegekonzepte und Maßnahmen in einigen Bereichen unterscheiden.
Mit der neuen Grünflächenpflege setzt Adlershof ein weiteres Zeichen für Nachhaltigkeit und Biodiversität. Die Unterstützung und das Verständnis der Mietenden tragen dazu bei, den Campus zu einem noch lebenswerteren Arbeits- und Forschungsstandort weiterzuentwickeln.
Kontakt
Magdalena Matheis
WISTA Management GmbH
Nachhaltigkeitsbeauftragte
+49 151 28182981
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