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28. November 2016

Promotionspreis für Dr. Maria Richter vom Max-Born-Institut

Auf ihrer Jahrestagung hat die Leibniz-Gemeinschaft die herausragende Doktorarbeit der Physikerin ausgezeichnet

Dr. Maria Richter. Foto: Leibniz-Gemeinschaft/David Ausserhofer
Dr. Maria Richter hat in ihrer Doktorarbeit "Imaging and controlling electronic and nuclear dynamics in strong laser fields" neue theoretische und praktische Methoden entwickelt, um ultraschnelle Atom- und Molekülveränderungen in einem intensiven Laserfeld sichtbar zu machen. Normalerweise wird angenommen, dass ein intensives Laserfeld zu einer Ionisation des Atoms führen würde, bei der ein oder mehrere Elektronen aus der Atomhülle austreten und ein positiv geladenes Ion zurückbleibt. Maria Richter zeigte jedoch mit ihren Berechnungen, dass es anstelle der Elektronenemission zur Bildung eines neuen Systems kommen kann – dem sogenannten „Atom plus superatomares Feld“ –, in dem der elektronische Zustand des Atoms stabil bleibt. Die neue Gestalt des Atoms ist stark verändert im Vergleich zu den Atomzuständen ohne superatomares Feld (feldfreie Atomzustände). Die neue elektronische Struktur des Atoms in der Laserstrahlung hat Richter für das Kaliumatom berechnet und damit gezeigt, wie diese anschließend mithilfe der Photoelektronenspektroskopie in Experimenten abgebildet werden kann. Damit entwickelte sie Methoden, um die exotischen Laser-veränderten Atomstrukturen eindeutig und direkt mit intensiver Laserstrahlung zu identifizieren. Gleichzeitig präsentiert sie einen neuen Weg, mit dem Ladungen und Energieflüsse in Molekülen kontrolliert werden können, indem die elektronische Struktur mit intensivem Licht reguliert wird. Ihre Erkenntnisse sind wichtige Bausteine zum Verständnis und zur Kontrolle photoinduzierter chemischer, physikochemischer und biophysikalischer Reaktionen in Molekülen, die zum Beispiel für die Stabilität der DNA oder bei der Reaktion des Auges auf das Eintreffen von Licht eine Rolle spielen. Ihre Ergebnisse hat Maria Richter auf mehreren internationalen Fachkonferenzen präsentiert. Bereits mehr als drei Monate, bevor sie die Dissertation verteidigte, nahm sie ein Stellenangebot als Postdoktorandin von einer weltweit renommierten Arbeitsgruppe am Institut für Chemie an der Universidad Autonóma de Madrid an. Publikationen:
M. Richter, F. Bouakline, J. González-Vázquez, L. Martínez-Fernández, I. Corral, S. Patchkovskii, F. Morales, M. Ivanov, F. Martín, F., O. Smirnova, "Sub-laser-cycle control of coupled electron-nuclear dynamics at a conical intersection", New Journal of Physics, 17, 113023 (2015). DOI: 10.1088/1367-2630/17/11/113023 M. Richter, S. Patchkovskii, F. Morales, O. Smirnova, M. Ivanov, Misha,"The role of the Kramers-Henneberger atom in the higher-order Kerr effect". New Journal of Physics, 15, 083012 (2013). DOI: 10.1088/1367-2630/15/8/083012. F. Morales, M. Richter, S. Patchkovskii, O. Smirnova, "Imaging the Kramers-Henneberger atom", Proceedings of the National Academy of Sciences, 108, 16906-16911 (2011). DOI: 10.1073/pnas.1105916108. Über den Preis:
Der Promotionspreis der Leibniz-Gemeinschaft wird jährlich für die besten Doktorarbeiten aus Leibniz-Instituten in den Kategorien „Geistes- und Sozialwissenschaften“ und „Natur- und Technikwissenschaften“ vergeben.
www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/auszeichnungen/promotionspreis/Kontakt Dr. Maria Richter
Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie
Tel.: (030) 6392-1358
E-Mail: maria.richter(at)mbi-berlin.dewww.mbi-berlin.de