Umweltfreundliche Mobilität für das boomende Quartier: Elektroantriebe und Shuttledienste sollen den Verkehr in Adlershof entlasten

27. August 2019

Umweltfreundliche Mobilität für das boomende Quartier

Elektroantriebe und Shuttledienste sollen den Verkehr in Adlershof entlasten

Dirk Germandi, Brain Box Berlin © Profi Partner AG

Neuer Büro- und Geschäftscampus: Dirk Germandi auf der Baustelle von Brain Box Berlin © Profi Partner AG

„Mobilität verändert die Büro- und Arbeitswelt nachhaltig“, sagt Dirk Germandi. Für den Geschäftsführer der Projektgesellschaft Gartenstadt Adlershof ist Brain Box Berlin (BBB) nicht nur ein Büro- und Geschäftscampus mit einem 34 Meter hohen weithin sichtbaren Turm. Er sieht Adlershof als „überaus liebenswertes, grünes Quartier“.

Die Wissenschafts- und Technologiestadt boomt. Es entstehen viele neue Arbeits- und Studienplätze. Es wird viel gebaut und geliefert. So wird es nicht selten verkehrsmäßig schwierig: verstopfte Straßen, zu wenig Parkplätze, überfüllte S-Bahnen. Letzterem tragen die Planer von Brain Box Berlin mit einem laut Germandi „effizienten und umweltschonenden Mobilitätskonzept“ Rechnung. Wichtige Bausteine sind Elektromobilität und Transferdienste. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Abgase und weniger Lärm sowie schnelle Erreichbarkeit.

Der 400 Meter lange Komplex mit rund 24.000 Quadratmetern Nutzfläche, der im dritten Quartal 2020 fertiggestellt werden soll, bietet neben 1.800 Arbeitsplätzen auch 229 Stellplätze in der Tiefgarage. Der direkte Autobahnanschluss macht den Flughafen BER/Schönefeld in wenigen Minuten erreichbar. Nur wenig länger dauert die Fahrt der Shuttle-Busse mit Elektroantrieb, die BBB zum S-Bahnhof Schöneweide anbietet, einem wichtigen Drehkreuz des öffentlichen Nahverkehrs.

Zudem warten 20 Ladestationen, davon zehn mit Schnellladefunktion, auf E-Autos sowie viele Steckdosen auf E-Bikes. „Im Rahmen eines Sharing-Angebots können Mieter auch elektrisch betriebene Autos oder Fahrräder ausleihen“, sagt Germandi.

Lieferfahrzeuge bekommen eine eigene Zufahrt hinter dem Gebäude. Ein Facility-Management-Konzept soll gewährleisten, dass der Lieferverkehr möglichst effektiv und störungsfrei ablaufen kann. Für die Abfallentsorgung gibt es eine zentrale Müllsammelstelle direkt neben dem Gebäude. „Wir sichern eine effiziente Entsorgung und verringern Leerfahrten“, betont der Geschäftsführer.

Auch Future Living Berlin (FLB) möchte in Adlershof möglichst störungsfreie Mobilität fördern. Das Zukunftsmodell wurde von der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg GmbH und der Unternehmensgruppe Krebs für vernetzte Stadtquartiere entwickelt.

Zum Konzept gehört, dass verschiedene Technologieunternehmen eigene Services und Produkte einbringen können. In Adlershof geht es um 69 Wohn- und 12 Gewerbeeinheiten sowie Studios und einen Ausstellungsbereich mit Cafeteria. FLB bietet vorkonfigurierte Wohnungen an, die über eine zentrale App oder Sprache gesteuert und um smarte Produkte erweitert werden können.

Auch die Daimler AG ist mit von der Partie. „Für uns ist die Beteiligung für die Weiterentwicklung von Mobilitätslösungen wichtig“, sagt Daimler-Sprecher Tim In der Smitten. Zudem sollten über den Mobilitätsaspekt hinausgehende Produkte und Serviceangebote entwickelt werden. Als Beispiel nennt In der Smitten die Vernetzung von Fahrzeugen mit Partnerprodukten und Smart-Home-Einrichtungen.

Den zentralen Beitrag Daimlers zum FLB-Projekt liefert die Marke Smart, emissionsfrei und batteriebetrieben, im Rahmen eines „geschlossenen Community Carsharing“. Darunter versteht man die gemeinsame Nutzung eines oder mehrerer Fahrzeuge innerhalb einer geschlossenen Gruppe, in diesem Fall der FLB-Bewohner. Per App können sie ab Januar 2020 exklusiv auf fünf Smart EQ fortwo und EQ forfour zugreifen, die sie nach der Nutzung nur in der festgelegten „Homezone“ abstellen können. Im FLB-Bereich befinden sich die Ladestationen für die Smart-Batterie, die zudem an „Plugsurfing“-Ladesäulen nachgefüllt werden kann. Auch Personen mit bestimmter körperlicher Einschränkung können die Smart nutzen, da sie ohne Kupplungspedal fahren. „Zudem regen wir an, dass sich die Teilnehmer innerhalb der Community durch Mitfahrangebote gegenseitig unterstützen“, sagt In der Smitten. Die bei den Projekten gewonnenen Erkenntnisse könnten dann auf andere Projekte übertragen werden.

Von Paul Janositz für Adlershof Journal

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