Zwei neue Fuß- und Radwegbrücken: Infrastruktur­maßnahmen im Norden des Entwicklungs­gebietes Adlershof

28. August 2019

Zwei neue Fuß- und Radwegbrücken

Infrastruktur­maßnahmen im Norden des Entwicklungs­gebietes Adlershof

Frank Wittwer © WISTA Management GmbH

Zuversichtlicher Blick: Frank Wittwer auf der Brücke am Betriebsbahnhof Schöneweide, die bis 2021 umgebaut wird © WISTA Management GmbH

Im Norden des Entwicklungsgebietes Adlershof gehen die Infrastrukturmaßnahmen voran. Das öffentliche Straßennetz wird ergänzt, 2021 fährt dort auch eine Straßenbahn.

Wagner-Régeny-Allee und Benno-König-Straße, so heißen die beiden neuen Straßen, die das Gebiet der „Gleislinse“ zukünftig erschließen werden. Noch sind sie im Bau. Doch Frank Wittwer, Projektmanager Erschließung bei der WISTA.Plan GmbH, der die Erweiterung der verkehrlichen Infrastruktur im Entwicklungsgebiet steuert, ist von deren planmäßiger Fertigstellung im nächsten Jahr überzeugt. Dann sind zu dem insgesamt seit 1994 in der Wissenschaftsstadt Adlershof neu errichteten, um- bzw. ausgebauten öffentlichen Straßennetz von 32 Kilometern vier weitere hinzugekommen.

Die Gleislinse, ein Areal zwischen den S-Bahnhöfen Betriebsbahnhof Schöneweide und Adlershof, bietet auf 33 Hektar neue Gewerbeflächen, die Berlin dringend braucht. Im Jahr 2020 kann es mit der Gewerbeansiedlung losgehen. Zuvor mussten allerdings einige Hürden genommen werden. So wies das Gelände eine der größten Zauneidechsen-Populationen Berlins auf. Wittwer erzählt, dass 2.500 auf dem Gelände heimische seltene Zauneidechsen eingesammelt und innerhalb Berlins umgesetzt wurden. Die neuen Lebensräume der Reptilien sind in Herzberge und Pankow. Über 1,8 Million Euro haben das Land Berlin und die Bahn dafür investiert. Auch eine 32.000 Quadratmeter große öffentliche Grünanlage ist parallel zu den Gleisen entstanden – ein naturnah gestalteter Biotopverbund als Erholungsfläche für zukünftige Beschäftigte und Bewohner.

Für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Fußgänger und Radfahrer werden Verbesserungen im Norden des städtebaulichen Entwicklungsbereiches Johannisthal/Adlershof ebenso konkreter. Der Betriebsbahnhof Schöneweide wird bis 2021 umgestaltet. Die dort bestehende Fuß- und Radwegbrücke über die Gleise und das Adlergestell wird umgebaut, so dass der Bahnhof dann von zwei Seiten erreichbar ist. Der Entwicklungsbereich erhält damit einen zweiten S-Bahnhof-Anschluss. Mit einer Umbenennung in S-Bahnhof Adlershof-Johannisthal soll das auch namentlich sichtbar werden. Daneben wird die Tramlinienverlängerung von der Karl-Ziegler-Straße über Hermann-Dorner-Allee und Groß-Berliner Damm bis zum S-Bahnhof Schöneweide im gleichen Jahr abgeschlossen sein. Momentan läuft die Planfeststellung dafür. Vorgesehener Baubeginn der BVG ist im zweiten Quartal 2020, die geplante Bauzeit beträgt circa ein Jahr. Im Zuge der Tramverlängerung soll auch der Busverkehr neu geordnet werden, berichtet Wittwer. Im Gespräch sei es, dass die Buslinie 164 einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Siriusstraße in Alt-Glienicke und S-Bahnhof Adlershof erhält.

Weiterhin ist noch eine zweite Fuß- und Radwegbrücke mit avisierter Eröffnung 2023 in der Planung. In Verlängerung der Igo-Etrich-Straße wird sie die Gleise und das Adlergestell überqueren. Bauherr ist das Land Berlin, kofinanziert wird sie von der Deutschen Bahn mit einem Zuschlag von 1,6 Million Euro. Joachim Sichter von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hatte den Brückenbau angeregt, um die trennende Wirkung des Adlergestells zu überwinden. So entsteht eine schnelle Verbindung für Erholung suchende Neu-Adlershofer und Johannisthaler zur Köllnischen Heide und zur Spree sowie ein sicherer möglicher Schulweg. Damit gibt es dann fünf Querungsmöglichkeiten übers Adlergestell zur Wissenschaftsstadt, alle etwa in einem Abstand von 800 Metern. Nur vom Sterndamm bis zum zukünftigen S-Bahnhof Johannisthal ist die Strecke mit zwei Kilometern etwas länger. Wie die neue Brücke aussehen wird, steht noch nicht fest. Zurzeit werden Vorentwürfe erstellt, verrät Wittwer. Nach dem aktuellen Planungsstand soll sie rund 120 Meter lang werden und ein bis zwei Zwischenstützen haben. Hinzukomme ein rund 250 Meter langer Rampendamm auf jeder Seite.

Frank Wittwer nennt noch einen weiteren Schwerpunkt bei der verkehrlichen Infrastrukturgestaltung im nordöstlichen Entwicklungsbereich. Das betrifft die Erschließung des sogenannten Müller-Erben-Areals. Ein 214.000 Quadratmeter großes Areal zwischen Gerhard-Sedlmayr-Straße, Groß-Berliner Damm und Segelfliegerdamm, auf dem 1.800 Wohnungen und auf circa 82.000 Quadratmetern Flächen für Gewerbe entstehen sollen. 2025 soll hier die Erweiterung des öffentlichen Straßennetzes abgeschlossen sein. Der Wohnungs- und Gewerbebau wird in einzelnen Bereichen ggf. schon früher beginnen.

Von Sylvia Nitschke für Adlershof Journal

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