Gesunde Informatik

01. März 2010

Gesunde Informatik

IT Informatik im Technologiepark Berlin Adlershof, Bild: © Adlershof Special

IT unterstützt die Organisation administrativer und diagnostischer Abläufe. Bild: © Adlershof Special

Mit Software-Architekturen für die Zukunft beschäftigt sich das Projekt SOA MED des Instituts für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Altersgerechte Assistenzsysteme erforscht das Fraunhofer-Institut FIRST und die Firma Conworx sorgt dafür, dass diagnostische und administrative Abläufe in Kliniken reibungslos funktionieren. IT für das Gesundheitswesen „Made in Adlershof“.

„Jedes Krankenhaus entscheidet frei über seine Geräte und Prozesse und kann trotzdem alles vernetzen“, beschreibt Roman Rosenkranz, Geschäftsführer der Conworx Technology GmbH, die Vorteile der IT-Lösungen, die sein Unternehmen anbietet. Ob punktuell eingesetzt oder als Komplett-Lösung, der Spezialist für Labordiagnostik und Medizintechnik entwickelt seine Healthcare-IT für die Organisation diagnostischer und administrativer Abläufe in Adlershof. Ausschlaggebend für die Ansiedlung hier sei besonders die Nähe zur Informatik der HU gewesen, so Rosenkranz. Mit seinen inzwischen 30 Mitarbeitern und Service-Standorten in Süddeutschland und Großbritannien zählt das Unternehmen neben vielen Krankenhäusern über die Hälfte der deutschen Universitätskliniken zu seinen Kunden.

Smart Phones

Den grundsätzlichen Trend zu offenen IT-Lösungen bestätigt auch Dr. Michael John von Fraunhofer FIRST. Er befasst sich zusammen mit sechs Kollegen und 28 Partnern aus Forschung und Industrie im neuen Forschungsprojekt SmartSenior mit altersgerechten Assistenzsystemen. Auch wenn es dabei ebenfalls um eine Plattform für die Vernetzung telemedizinischer Anwendungen geht, spielt sich dies an einem „anderen Gesundheitsstandort ab“, wie er es ausdrückt. SmartSenior ziele darauf, dass ältere Menschen – von der rüstigen Rentnerin bis zum chronisch Kranken – sich in ihrer gewohnten Umgebung möglichst frei und unabhängig von Versorgungseinrichtungen bewegen können. Als Beispiele für Anwendungsbereiche nennt er Schlaganfallrehabilitation, Bauchfelldialyse und Schmerztherapie, aber auch Sturzprävention. Eine „interessante Zielplattform werden dabei Smart Phones“, erläutert John. Einen besonderen Schwerpunkt der Entwicklungsarbeit sieht er beim Datenschutz.

Bessere Abstimmung dank theoretischer Basis

An Qualitätssoftware denkt auch Prof. Wolfgang Reisig vom Institut für Informatik der HU, wenn er vom Graduiertenkolleg „SOAMED – Service-orientierte Architekturen zur Integration Software-gestützter Prozesse am Beispiel des Gesundheitswesens und der Medizintechnik“ spricht. Er will ab April 2010 mit seinen Doktoranden vor allem Fragestellungen bearbeiten, die über rein technische Aspekte, also Fragen, wie gut Services miteinander kommunizieren, hinausgehen. Es sei notwendig, eine theoretische Basis zu entwickeln, um heute noch vielfach unabgestimmte Prozesse zu überwinden. So lange nicht Theorie und Prinzipien in der Softwarearchitektur eine sichere Grundlage bilden, „läuft die Praxis irgendwohin“, sagt Reisig. Und „keiner weiß, wie man das beherrschen soll“. Das gelte weit über IT-Lösungen im Gesundheitswesen hinaus.

Klaus Oberzig

Links:

www.conworx.com
www.first.fraunfofer.de
www.informatik.hu-berlin.de/forschung/gebiete/wbi/soamed.html

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