Im Gespräch mit Anne Kazubke
Die Personalleiterin beim Sondermaschinenbauer Jonas & Redmann unterstützt Mitarbeitende in ihrer Entwicklung
Der international agierende Sondermaschinenbauer Jonas & Redmann benötigt ein breites Spektrum an Fach- und Führungskräften. Dazu zählen insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich Maschinenbau, Elektrotechnik und Automatisierungstechnik, Softwareentwicklerinnen, Roboterprogrammierer, Konstrukteurinnen sowie Personal mit mechanischem und elektrischem Schwerpunkt in der Montage, der Inbetriebnahme und im Service. Dazu kommen Mitarbeitende im Projektmanagement, Einkauf, Vertrieb und in der Administration. Wir haben mit Personalleiterin Anne Kazubke zu ihren Strategien bei der Talentgewinnung und -bindung gesprochen.
Adlershof Journal: Über welche Wege und Kanäle gewinnen Sie Fachkräfte?
Anne Kazubke: Wir verfolgen bewusst einen ganzheitlichen Ansatz, der digitale Kanäle wie LinkedIn, Stepstone oder unsere Karriereseite ebenso einbezieht wie persönliche Empfehlungen und den direkten Austausch auf Messen oder im Rahmen von Hochschulkooperationen. Der Fachkräftemangel stellt uns vor Herausforderungen. Insbesondere bei hochspezialisierten Profilen sind Bewerbungen mit passenden Qualifikationen und Erfahrungen rar. Auch die Besetzung unserer Ausbildungsplätze gestaltet sich zunehmend schwierig. Hier möchten wir zukünftig in den direkten Austausch mit den Schulen in der Region treten. Wir müssen noch aktiver auf potenzielle Kandidierende zugehen und gleichzeitig als Arbeitgeber überzeugen – fachlich, aber auch menschlich.
Welche Rolle spielen Aus- und Weiterbildung in Ihrer Personalstrategie?
Sie spielen eine sehr große Rolle. Wir sehen Ausbildung nicht nur als Nachwuchssicherung, sondern auch als Investition in die Zukunft. Wir haben bereits über 100 Auszubildende erfolgreich begleitet. Unser erster Auszubildender ist bis heute ein wertvoller Teil des Unternehmens und hat sich durch seine Leistung und sein Engagement zu einer leitenden Führungsperson weiterentwickelt. Insgesamt freuen wir uns darüber, dass ein Teil unserer heutigen Fach- und Führungskräfte einmal als Auszubildende oder Jungfacharbeitende bei uns angefangen haben. Die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden ist uns ein Anliegen – sei es fachlich, persönlich oder in Richtung Führung. Das wird aktiv und individuell gefördert, weil wir überzeugt sind: Wer sich entwickeln kann, bleibt auch gerne.
Wie sieht bei Ihnen das Onboarding aus?
Der erste Eindruck zählt – und zwar in beide Richtungen. Deshalb ist uns ein gutes Onboarding sehr wichtig. Bereits vor dem ersten Arbeitstag sorgen wir für gute Orientierung, begleiten neue Mitarbeitende in den ersten Wochen durch einen klar definierten Einarbeitungsplan, ergänzende Schulungen und persönliche Ansprechpartner:innen. Während der ersten Monate schauen die Vorgesetzen gemeinsam mit dem Bereich Human Resources, was gut läuft und wo wir unterstützen können.
Wer passt in Ihr Team?
Für uns steht bei der Auswahl von Mitarbeitenden immer die Persönlichkeit im Mittelpunkt: Wir suchen Menschen, die sich für Technik begeistern, die Lust haben, Dinge mitzugestalten, und die gemeinsam mit uns an zukunftsfähigen Prozessen arbeiten möchten. Herkunft, Geschlecht oder andere personenbezogene Eigenschaften spielen dabei keine Rolle. Bei uns arbeiten Menschen aus knapp 30 verschiedenen Herkunftsländern zusammen. Diese unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen sind für uns ein messbarer Gewinn – sie machen uns kreativer, innovativer und letztlich auch erfolgreicher. Im Rahmen unserer internationalen Kundenbeziehungen können wir eine Vielzahl von Sprachen auf einem muttersprachlichen Niveau bedienen.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Faktoren, damit Mitarbeitende langfristig bleiben?
Am Ende sind es oft die einfachen Dinge: interessante Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, ein respektvoller Umgang – und das Gefühl, wirklich Teil eines Teams zu sein. Genauso wichtig ist uns aber auch, dass sich jede und jeder einbringen kann. Die Meinung zählt bei uns, gute Vorschläge finden Gehör. Dieses Mitgestalten ist für viele ein entscheidender Faktor, um sich langfristig mit dem Unternehmen zu identifizieren.
Als Familienunternehmen spielt die Unternehmenskultur für uns eine zentrale Rolle. Wir denken langfristig, setzen auf Vertrauen. Dazu gehören für uns auch offene Türen – bis hin zur Geschäftsführung – und bewusst keine starren Hierarchien. Gleichzeitig zeigt sich unsere langfristige Ausrichtung auch darin, dass bereits die nächste Generation in den Startlöchern steht: Mit Alina Jonas ist die Tochter von Geschäftsführer Stefan Jonas inzwischen mit an Bord.
Peggy Mory für Adlershof Journal
