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22. Dezember 2025

PFAS-Nachweis in 15 Minuten

BAM entwickelt Sensorsystem für schnelle Vor-Ort-Analysen

Durchsichtiger Chip, in den Kanäle eingefräst sind.
Der mikrofluidische Chip des Sensorsystems in Nahaufnahme. © BAM

PFAS sind Ewigkeitschemikalien, die sich in der Umwelt kaum abbauen. Sie gelangen in Böden und Gewässer, reichern sich in Pflanzen, Tieren und Menschen an und können gesundheitsschädlich sein. Bislang war ihr Nachweis kompliziert, teuer und nur im Labor möglich – zu langsam für eine schnelle Reaktion. Forscher*innen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben jetzt ein kompaktes Sensorsystem entwickelt, das PFAS direkt vor Ort in wässrigen Proben erkennt – schnell, zuverlässig und kostengünstig.

Die neue Methode liefert Ergebnisse in weniger als 15 Minuten und kann selbst geringe Mengen der Chemikalien nachweisen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht und für die Rubrik „Editors‘ Highlights“ als einer der wichtigsten Artikel der letzten Monate im Bereich „Materialwissenschaften und Chemie“ ausgewählt.

„PFAS sind ein globales Problem. Mit unserer Technologie schaffen wir die Grundlage für schnelle Vor-Ort-Analysen, die Behörden und Unternehmen bei der Überwachung und Sanierung von belasteten Standorten unterstützen“, sagt Knut Rurack, Experte für chemische und optische Sensorik an der BAM.

Das System arbeitet mit einer Kombination aus winzigen fluoreszierenden Partikeln und einer mikrofluidischen Plattform – vereinfacht gesagt: einem Mini-Labor im Taschenformat. Nach der Vorbereitung der Wasserprobe zeigt das Gerät ein klares Signal, wenn PFAS vorhanden sind. „Unser Ziel war ein robustes, benutzerfreundliches und skalierbares System. Die Kombination aus Materialwissenschaft und Mikrofluidik eröffnet neue Wege für die Überwachung von Reinigungs- und Sanierungsprozessen im Rahmen des Umweltmanagements – nicht nur für PFAS, sondern auch für andere Schadstoffe“, erklärt Knut Rurack.

Die mobile Technologie kommt ohne aufwendige Laborausrüstung aus und reduziert den Analyseaufwand erheblich. Damit leistet die BAM einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt und unterstützt die Umsetzung aktueller gesetzlicher Vorgaben.

Weiterführende Links

  • BAM-Artikel: „PFAS: Innovativer Filter gegen Ewigkeitschemikalien entwickelt“
  • Paper in Nature Communications: „Ratiometric detection of perfluoroalkyl carboxylic acids using dual fluorescent nanoparticles and a miniaturised microfluidic platform“

Kontakt:

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Pressestelle
+49 30 8104-1013
presse(at)bam.de
www.bam.de

 

BAM-Pressemitteilung vom 18.12.2025

Analytik Außeruniversitäre Forschung Biotechnologie / Umwelt Mikrosysteme / Materialien Grand Challenges

Meldungen dazu

  • Panorama-Aufnahme eines Beschleuniger-Labors

    Kompakter Elektronenbeschleuniger zur Aufbereitung von PFAS-belastetem Wasser

    Neuer Ansatz, um PFAS-Moleküle an Kontaminations-Hotspots durch Radiolyse in unschädliche Bestandteile zu zerlegen
  • Makroaufnahme des Materialgerüsts

    PFAS-Filter aus der Kugelmühle

    BAM-Forschungsteam entwickelt umweltfreundliches Material, das Ewigkeitschemikalien in Abwässern binden kann
  • Behälter mit Stickstoff-gekühlten Stoffteilchen

    BAM entwickelt zertifiziertes PFAS-Referenzmaterial aus gebrauchter Outdoorbekleidung

    Wichtiger Schritt auf dem Weg in eine Circular Economy
  • Detailaufnahme: Pipettieren von Proben

    Forschungsprojekt zur Entfernung von PFAS aus der Umwelt gefördert

    BAM und Partner erhalten knapp 1,4 Mio. EUR von der VolkswagenStiftung
  • Symbolbild: Frau am Wasserspender. Quelle: BAM

    Innovatives Sensorsystem ermöglicht Echtzeit-Analysen von Trinkwasser

    BAM entwickelt eine Methode, um fäkale Verunreinigungen schnell und effizient nachzuweisen
  • Symbolbild: Abwasserrohr am Meeresufer. Bild: BAM © Adobe Stock/Planetz

    Neuer Ansatz zum Nachweis von Ewigkeitschemikalien im Wasser

    Ein Forschungsteam der BAM und der Universität Birmingham hat einen Sensor entwickelt, um PFAS im Wasser schnell und einfach nachzuweisen

Verknüpfte Einrichtungen

  • BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

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