PTB und ZEISS verlängern Vereinbarung zur EUV-Reflektometrie: Durch Modernisierungen im PTB-Laboratorium bei BESSY II soll die spektrale und räumliche Reinheit monochromatisierter Strahlung verbessert werden

18. September 2020

PTB und ZEISS verlängern Vereinbarung zur EUV-Reflektometrie

Durch Modernisierungen im PTB-Laboratorium bei BESSY II soll die spektrale und räumliche Reinheit monochromatisierter Strahlung verbessert werden

Ein wichtiges Arbeitsfeld der PTB an ihrem Standort Berlin-Adlershof ist die messtechnische Unterstützung der deutschen und europäischen Industrie bei der Entwicklung der EUV-Lithographie für die Halbleiterfertigung. Die seit 1998 bestehende enge Zusammenarbeit mit ZEISS bildet eine wichtige Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der messtechnischen Fähigkeiten der PTB im extrem-ultravioletten Spektralbereich (EUV). Auf Basis der Nutzung von Synchrotronstrahlung zur Radiometrie, Reflektometrie und Scatterometrie sowie Kombinationen dieser und weiterer analytischer Verfahren zu Hybridmethoden entwickelt die PTB neue messtechnische Lösungen z.B. für die Halbleitertechnik und stellt ihre Messdienstleistungen ihren zahlreichen Kooperationspartnern aus Forschungsinstituten oder der Industrie zur Verfügung.

Mit der Unterzeichnung des nunmehr 9. Nachtrags zu der ursprünglichen Vereinbarung wurde die Zusammenarbeit mit ZEISS bis Ende 2024 verlängert. Durch eine Modernisierung der EUV-Strahlführung im PTB-Laboratorium bei BESSY II soll während der Vertragslaufzeit die spektrale und räumliche Reinheit der monochromatisierten Strahlung verbessert werden. Davon wird die Entwicklung neuartiger Messverfahren (basierend auf gut etablierten Messtechniken) für die Untersuchung strukturierter Oberflächen profitieren. Die gegenüber dem sichtbaren Licht kürzere Wellenlänge im EUV-Spektralbereich eröffnet neue Möglichkeiten zur Vermessung von Nanostrukturen auf Halbleitermaterialien. Neben dem für die Lithographie bedeutenden Wellenlängenbereich um 13,5 nm umfasst der Arbeitsbereich dieser Strahlführung auch den Spektralbereich des “Wasserfensters“ (2,3 nm bis 4,4 nm). Über diesen gesamten Spektralbereich entwickelt die PTB mikroskopische Analysemethoden mit kurzer Wellenlänge für die Halbleitertechnik, die zukünftig auch für weitere Technologiefelder wie z.B. die Medizintechnik (“Wasserfenster“) relevant werden können.

Ansprechpartner:

Michael Kolbe
Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Fachbereich 7.12 Röntgenmesstechnik mit Synchrotronstrahlung
E-Mail: Michael.Kolbe@ptb.de
www.ptb.de

 

Pressemitteilung PTB vom 15.09.2020

Meldungen dazu

Neuer „Präzisionsmaßstab“ für Lichtquellen
Metrology Light Source in Betrieb
PTB nimmt Synchrotron-Speicherring in Betrieb
Bundesanstalt verfügt über weltweit breitestes Strahlungsspektrum der metrologischen Spitzenklasse
Neue Synchrotronstrahlungsquelle
Einweihung des Willy-Wien-Laboratoriums der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)