Trotz Anschlag in 2025: Technologiepark Adlershof wächst weiter und bleibt zuversichtlich
Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark wächst in andauernder Wirtschaftskrise / Unternehmen sehen Verantwortung für technologische Unabhängigkeit Deutschlands
Der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof kann auch für 2025 eine positive Entwicklung verzeichnen. Die Umsätze und Haushaltsmittel stiegen um rund 5 % auf über 4,2 Mrd. Euro (2024: 4,0 Mrd. Euro). Die Zahl der Beschäftigten entwickelte sich ebenfalls positiv und wuchs um 500 auf rund 29.600 Personen an. Die Wachstumsdynamik zeigt sich vor allem im Bestand der Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Leicht stagnierend ist die Zahl der Studierenden mit rund 6.200.
Die Förder- bzw. Drittmittel der in Adlershof ansässigen Einrichtungen der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) betrugen 38 Mio. Euro, die Grundfinanzierung lag bei 86 Mio. Euro. Bei den außeruniversitären Instituten beliefen sich die Haushaltsmittel auf 356 Mio. Euro. Das Drittmittelvolumen stieg um über 27 % auf 103 Mio. Euro. Damit zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung des wissenschaftlichen Sektors am Standort im Jahr 2025. Die Zahl der Beschäftigten in den wissenschaftlichen Einrichtungen betrug in Gänze 4.200.
Für die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2026 gehen weiterhin nur 11 % der Unternehmen im Wissenschafts- und Technologiepark von einem Umsatzrückgang aus. Rund 39 % erwarten einen Umsatzanstieg (für 2025: 46 %), während nun mehr rund 50 % der Unternehmen mit gleichbleibenden Umsätzen rechnen (für 2025: 43 %).
Wie machen Unternehmen ihre Infrastruktur krisenfest?
Krisen, geopolitische Konflikte und globale Umbrüche prägen seit einigen Jahren zunehmend auch den Technologiepark Adlershof. Dennoch hat sich der Standort als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen: Weder die Corona-Pandemie noch die wirtschaftlichen Folgen des Angriffskriegs auf die Ukraine konnten seine Entwicklung nachhaltig bremsen. 2025 kam jedoch eine weitere Belastungsprobe hinzu. Ein dreitägiger Stromausfall im September – verursacht durch einen Anschlag auf die Strominfrastruktur im Südosten Berlins – stellte Adlershofer Unternehmen und Institute vor akute operative Herausforderungen. Anknüpfend daran wurden die Einrichtungen in Deutschlands größtem Technologiepark detailliert befragt, wie sie auf die Themen Krisenresilienz und Sicherheit in Zukunft blicken.
Der Stromausfall hat bei vielen Unternehmen vor allem ein Umdenken in der Krisenvorsorge ausgelöst. Nur 2 % der Unternehmen erwägen hingegen die Verlagerung ihres Unternehmens an einen anderen Standort. Gefragt nach Risiken und Krisenszenarien, für welche sie präventive Maßnahmen ergreifen, nannte der Großteil der Befragten Anschläge auf die Infrastruktur (31 %) oder Probleme bei der Energieverfügbarkeit (42 %). Für 16 % der Einrichtungen stellen zudem Cyberangriffe einen Krisenfall dar, auf den es sich vorzubereiten gilt. Naturkatastrophen und Extremwettereignisse spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle (11 %).
Um die Sicherheit und die technologische Unabhängigkeit Deutschlands u.a. aufgrund der geopolitischen Lage zu gewährleisten, befürworten knapp drei Viertel der Adlershofer Einrichtungen (73%) ein verstärktes Engagement deutscher Technologieunternehmen in der Entwicklung von Technologien zur Sicherung und Verteidigung, – etwa zum Schutz kritischer Infrastruktur. Lediglich 7 % lehnen Anstrengungen bei und Investitionen in entsprechende Technologien ab.
Wissenschaft und technologische Unabhängigkeit wesentlich für Resilienz des Wirtschaftsstandorts
Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH, zieht Bilanz: „Lange stand angesichts von Krisen vor allem die wirtschaftliche Resilienz des Technologieparks Adlershof im Fokus. Die jüngsten Ereignisse - vom Anschlag auf die Strominfrastruktur bis hin zu geopolitischen Verwerfungen – zeigen je doch: Auch die Widerstandsfähigkeit der lokalen Infrastruktur, die systemisch-betriebliche Resilienz, wird zu einem zentralen Faktor. Sie entscheidet darüber, ob wir als Wirtschaftsstandort handlungsfähig und wirtschaftlich erfolgreich bleiben. Gleichzeitig können wir in der Entwicklung 2025 sehen, dass die wissenschaftlichen Einrichtungen ihre Standorte in Adlershof weiter ausbauen. Für viele Unternehmen gewinnt die Wissenschaft zunehmend Bedeutung als Kooperationspartner. In Feldern wie Photonik und Optik, neue Materialien, Luft- und Raumfahrt, Künstliche Intelligenz oder Energie stärkt die Adlershofer Forschung die technologische Souveränität und Innovationskraft. Für unsere Unabhängigkeit und Sicherheit finde ich es zudem wichtig, dass wir in Berlin Verantwortung für die Entwicklung und Herstellung von Produkten und Technologien übernehmen, die wir beispielsweise zum Schutz unserer Infrastruktur benötigen. Dem stimmen auch die Adlershofer Einrichtungen mit großer Mehrheit zu.“
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Der Technologiepark Adlershof ist einer der wichtigsten Innovations- und Wachstumstreiber Deutschlands und ein zentraler Baustein für Berlins wirtschaftliche Zukunft. Wir wollen Berlin zum Innovationsstandort Nummer eins in Europa machen. Dafür braucht es starke Zukunftsorte wie Adlershof, die Wissenschaft, Wirtschaft und gute Arbeitsplätze zusammenbringen. Der gezielte Anschlag auf die Stromversorgung in Adlershof im September 2025 hat verdeutlicht, wie wichtig der Schutz unserer kritischen Infrastrukturen ist. Deshalb arbeiten wir als Land Berlin gemeinsam mit der WISTA und den Unternehmen vor Ort daran, den Standort weiter zu stärken und krisenfest aufzustellen. Ein resilientes und innovationsstarkes Berlin ist die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, Beschäftigung und technologische Souveränität.“
Prof. Dr.-Ing. Patrick Scheele, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Ferdinand-Braun-Institut gGmbH, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH): „Adlershof vereint am Standort ein breites Spektrum forschender Einrichtungen und Unternehmen, die Weltklasse sind – von Großforschungseinrichtungen bis zu Start-ups, von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung. Am FBH erforschen und entwickeln wir auf Basis von Halbleitern Komponenten, Module und Systeme für Anwendungen in der Mikro- und Hochfrequenzelektronik, Photonik und Quantentechnologie. Diese werden dringend benötigt – ob für Quantensensorik, moderne drahtlose Kommunikation oder medizinische Diagnostik und Umweltanalytik. Dabei arbeiten wir oft eng mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen am Standort zusammen. Derartige Kooperationen sind eine wichtige Grundlage für neuartige technologische Entwicklungen und Ausgründungen, die die Herausforderungen unserer Zeit lösen können.“
Über den Technologiepark Adlershof
Der Technologiepark Adlershof im Südosten Berlins ist der größte seiner Art in Deutschland und mit rund 1.300 Firmen eine der besten Adressen für Hochtechnologie – national wie international. Ansässige Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen konzentrieren sich auf die Bereiche Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Mikrosysteme und Materialien, Informationstechnik (IT) und Medien sowie Biotechnologie und Umwelt. Die WISTA Management GmbH, Entwickler und Betreiber des Wissenschafts- und Technologieparks, unterstützt technologieorientierte Unternehmen und Einrichtungen dabei, durch innovative Produkte und Leistungen zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit beizutragen.
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