Ungenutztes Fachkräftepotenzial: Wie inklusives Recruiting gelingen kann
Neue Studie aus Adlershof von WISTA und TU Dortmund zeigt, welche Hürden Menschen mit Behinderungen im Recruiting begegnen
Menschen mit Behinderungen sind ein wichtiger Teil des Fachkräftepotenzials. Dennoch stoßen sie beim Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin auf strukturelle Hürden. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit der WISTA Management GmbH zeigt, wo Unternehmen im Recruiting-Prozess noch Herausforderungen sehen und welche Chancen eine inklusive Personalgewinnung bietet.
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Inklusive Berufswelten implementieren und stärken“ (IBis) wurden am Technologiepark Adlershof leitende Führungskräfte und Personalverantwortliche aus acht Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Behinderung, Inklusion und beruflicher Teilhabe befragt. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachbeitrag „More than words?! – Eine explorative Untersuchung der Arbeitgebendenperspektive auf Schwierigkeiten und Möglichkeiten inklusiver Recruiting-Prozesse“ (siehe Anhang) veröffentlicht.
Die Untersuchung zeigt ein ambivalentes Bild: Grundsätzlich stehen die Befragten der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen positiv gegenüber. Viele sehen die Vielfalt von Erfahrungen und Perspektiven als Bereicherung für Teams und Unternehmen. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten im Umgang mit Behinderungen sowie Wissenslücken zu bestehenden Unterstützungsangeboten und Förderstrukturen.
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Inklusion oft erst mit der Einstellung einer Person verbunden wird. Die Forschenden betonen jedoch, dass erfolgreiche Teilhabe bereits beim Recruiting beginnt und als fortlaufender Prozess verstanden werden muss. Dazu gehören unter anderem barrierefreie Bewerbungsverfahren, transparente Kommunikation über individuelle Anpassungsmöglichkeiten und eine Unternehmenskultur, die Offenheit und Vertrauen fördert.
Besonders bemerkenswert: Viele Unternehmen zeigen eine hohe Bereitschaft, in Arbeitsplatzanpassungen und Barrierefreiheit zu investieren. Dieses Engagement wird jedoch in Stellenausschreibungen und Recruiting-Prozessen häufig nicht sichtbar kommuniziert. Dadurch bleiben potenzielle Bewerberinnen und Bewerber mit Behinderungen oftmals unerreicht.
Die Autorinnen und Autoren empfehlen Unternehmen daher, über formelhafte Standardformulierungen hinauszugehen und ihr Bekenntnis zu Inklusion authentisch und konkret sichtbar zu machen. Ein transparentes Signal für individuelle Unterstützungsmöglichkeiten kann dazu beitragen, qualifizierte Fachkräfte mit Behinderungen gezielt anzusprechen und langfristig zu binden.
Der Fachbeitrag entstand aus einer Kooperation zwischen der Technischen Universität Dortmund und der WISTA Management GmbH. Er wurde am 27. August 2026 auf dem Portal Rehabilitations- und Teilhaberecht veröffentlicht.
Kontakt
Melissa Horchemer
WISTA Management GmbH
+49 170 9242309
