Gesundheitstage und Präventionskurse: Überholt?
Warum ganzheitliche und flexible Impulse im betrieblichen Gesundheitsmanagement so stark an Bedeutung gewinnen
Mit einem kontinuierlichen betrieblichen Gesundheitsmanagement, das immer wieder Impulse setzt, die schnell in den beruflichen Alltag integriert werden können, lassen sich wiederkehrende Routinen und Gewohnheiten ganz einfach aneignen. In diesem Beitrag berichten der Projektmanager des Gesundheitsnetzwerks Adlershof, Ralf Blank, sowie zwei Beschäftigte ganz unterschiedlicher Branchen aus Adlershof, welche Vorteile regelmäßige Angebote für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz bieten.
1. Persönliche Relevanz zählt – Einzelne Gesundheitstage reichen für nachhaltige Veränderungen nicht aus
Ralf Blank, Projektmanager des Gesundheitsnetzwerks Adlershof: „Einzelne oder einmalige Gesundheitstage reichen häufig nicht aus, um nachhaltige Verhaltensänderungen bei Mitarbeitenden und Führungskräften zu bewirken. Immer mehr Unternehmen und Einrichtungen setzen deshalb schon auf langfristig angelegte, ganzheitliche Programme zum Erhalt von Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit und nehmen gerne Unterstützung an. Aktivierende Gesundheitstage mit tatsächlich relevanten Fokusthemen können dabei noch als Einstieg dienen, wenn den Besucher:innen klar eröffnet wird, wie es danach individuell weitergeht. Sie sind jedoch allein betrachtet meist nicht ausreichend. Ohne klare Einbettung in einen umfassenden Ansatz verlieren Gesundheitstage schnell ihre Wirkung und werden als reine ‘Events’ wahrgenommen. Da geht man hin oder auch nicht.“
Und er ergänzt: „Ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement, das den Menschen im Mittelpunkt sieht, – also ein an den Beschäftigten ausgerichtetes BGM – setzt auf ganzheitliche Konzepte, die physische, mentale und soziale Aspekte verbinden, und auf personalisierte Angebote, die auf die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten eingehen. Gesundheitstage sind meist allgemeiner und weniger persönlich relevant, daher verlieren sie zunehmend an Akzeptanz, von auffälligen No-Show-Raten und Enttäuschung bei den engagierten Organisator:innen in den Personalabteilungen ganz zu schweigen.“
2. Teilnahme und Umsetzung sind für mich wichtig – Fokus auf das, was mich gesundheitlich stärkt und weiterbringt
Kevin Krobath, Firmenkundenberater der TK in Berlin, hat am Impuls „Lauftreff im Landschaftspark Adlershof mit besonderem Fokus“ des Gesundheitsnetzwerks Adlershof teilgenommen. Ein Thema, das im Beschäftigten-Barometer 2.0 besonders häufig benannt wurde. Es ging dabei um eine Trainingsmethode aus der Neuroathletik, um die Laufleistung zu verbessern. Das durch einen versierten Trainer angeleitete Laufangebot war sowohl für Anfänger: innen geeignet, die gleich mit einer gesunden Technik starten möchten, als auch für erfahrene Läufer: innen, die ihre Technik verbessern möchten. Kevin hat sich bereits vor seiner Teilnahme im „Selbststudium“ zu einem hochmotivierten Läufer entwickelt und bevorzugt inzwischen auch Langstrecken. Wäre da nicht eine regelmäßige Laufgruppe neben oder direkt nach der Arbeit, also ein Kurs, ideal?
„Ich war nie der große Läufer, zu schnell wurde es anstrengend, zu schnell traf die Langeweile währenddessen ein, zu schnell warf ich die Laufschuhe wieder ins Schuhregal. Was hat sich also geändert, dass sich 10 Kilometer erst wie Einlaufen anfühlen, bevor der richtige Lauf startet? Impulse! Und immer wieder Impulse, die sich schnell in meinen (beruflichen) Alltag integrieren. Erst dadurch habe ich gelernt, mir immer wiederkehrende Routinen und Gewohnheiten anzueignen. Sei es darüber hinaus der Impuls eines Freundes, laufen zu gehen, der Impuls von Social-Media, die eigenen Grenzen zu verschieben, oder der Impuls, eigenverantwortlich mein Leben zu gestalten. Das Laufen gehört mittlerweile in mein Leben wie das Zähneputzen, also holt euch euren individuellen Impuls, auch hier im GNWA wie viele andere neben mir, und macht es einfach. Immer und immer wieder, so entstehen Spaß, die Erfolge und das positive Körpergefühl nach einem Lauf!“, sagt Kevin.
3. Das passt für mich einfach besser – weniger ist mehr und dann sehr unterstützend
Antonia Voss, Mitarbeiterin der Witt Sensoric GmbH, teilt die Ansicht zu den kurzen Impulsen. Als interessierte Teilnehmerin an der Veranstaltung „Führung auf Projektebene“, die sie als sehr hilfreich empfand, sagt sie: „Der Impuls war so gestaltet, dass er für mich eine gute Balance zwischen theoretischen Inhalten, der Reflexion der eigenen Projekte sowie konkreten Projektsituationen bot. Es blieb ausreichend Raum für Diskussionen und Rückfragen, und zum Abschluss teilte jede und jeder, welchen konkreten Aspekt man im eigenen Projekt umsetzen möchte.“ Sie betont eigenverantwortlich: „Die Teilnahme an einem live angeleiteten Impuls mit einer Dauer von maximal 120 Minuten passt für mich gegenüber einem “Kurs” aus 8 bis 12 Einheiten an einem festen Wochentag (also über 8 bis 12 Wochen) mit jeweils bis zu 90 Minuten besser, weil dieser leichter in meinem Arbeitsalltag integrierbar ist. Häufig ist für mich ein Impuls ausreichend und ich brauche keine Begleitung über einen längeren Zeitraum.“
4. Welches Fazit ist schon möglich?
Wir sind uns einig: Impulse anstatt Kurse – und dann noch in ein schlüssiges Konzept eingebunden und ausprobiert und im Arbeitsalltag umgesetzt – gewinnen.
Ein gemeinsamer Beitrag von Antonia Voss, Kevin Krobath und Ralf Blank zum Thema Arbeitsflexibilisierung
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