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25. November 2025

Wie kann eine erfolgreiche Transformation der Wärmeversorgung gelingen?

RLI ist Teil des Forschungsprojekts zur klimaneutralen Entwicklung des Wärme- und Stromsektors in Birkenwerder und Hohen Neuendorf

Gruppe von zwölf Menschen
Das Projektkonsortium: Vorne von links nach rechts: Sonja Witkowski (Fraunhofer UMSICHT), Heiderose Ernst (Hohen Neuendorf), Sarah Olischläger (Birkenwerder), Petra Teigel (Hohen Neuendorf), Ilka Cußmann (Reiner Lemoine Institut); hinten von links nach rechts: Stephan Zimniok (Bürgermeister Birkenwerder), Carsten Beier (Fraunhofer UMSICHT), Jonas Danke (Reiner Lemoine Institut), Hans Michael Oleck (Hohen Neuendorf), Dr. Jens Horn (EMB Energie Brandenburg), Kai Hohnhold (GASAG), Steffen Apelt (Bürgermeister Hohen Neuendorf) © RLI

Wie können sich die Brandenburger Kommunen Birkenwerder und Hohen Neuendorf klimaneutral mit Wärme versorgen und dafür erneuerbare Energien nutzen? Welche Auswirkungen haben diese auf das Stromnetz? Welche Maßnahmen sind dafür notwendig? Wie kann der Transformationsprozess effizient und kostengünstig realisiert werden? An diesen und weiteren Fragen forschen Wissenschaftler:innen im Projekt KWPconnect, das jetzt ergänzend zur kommunalen Wärmeplanung gestartet ist. Das Projektteam mit Expert:innen vom Reiner Lemoine Institut (RLI), dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und dem Energieversorgungsunternehmen EMB Energie Brandenburg untersucht gemeinsam mit den Kommunen vor Ort, wie eine erfolgreiche Transformation der Wärmeversorgung gelingen kann.

Der Bürgermeister von Hohen Neuendorf, Steffen Apelt, sagt zum Projektstart: „Wir freuen uns sehr über den positiven Förderbescheid! Mit der kompetenten Unterstützung der Forschungspartner, können wir konkrete Antworten zu ganz realen und komplexen Herausforderungen für die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewerbetreibenden in der Stadt aufzeigen. Die Forschenden beschäftigen sich in den nächsten zwei Jahren mit den Themen: Wie können wir zukünftig in Hohen Neuendorf heizen? Welche Kosten müssen wir vermutlich dafür einkalkulieren? Welche Infrastrukturen und Technologien können die Versorgungssicherheit sicherstellen. Ich bin sehr gespannt auf den Diskussionsprozess und die Ergebnisse.“

Stephan Zimniok, Bürgermeister von Birkenwerder, sagt zum Start des Projekts: „Ich habe große Hoffnungen in das Projekt, dass hier die bislang im Abseits stehende Thematik über die Auswirkungen der Kommunalen Wärmeplanung auf die Stromnetze beleuchtet und geklärt wird. Ich würde mich freuen, wenn damit auch Ängste der Bürgerinnen und Bürger gedämpft oder zumindest aufgeklärt werden könnten. Alles in allem bin ich voller Vorfreude und stolz darauf, dass die Gemeinde Birkenwerder Gelegenheit erhält, an einem so groß angelegten Projekt mitzuarbeiten.“

Dr. Jens Horn, Geschäftsführer EMB Energie Brandenburg, sagt über die Chancen des Projekts: „Das Forschungsprojekt KWPconnect bietet uns eine zweifache Chance. Einerseits gewinnen wir als Eigentümer beziehungsweise Miteigentümer des Gasnetzes in Hohen Neuendorf, Birkenwerder und über 150 weiteren Konzessionskommunen Erkenntnisse über mögliche Nutzungen nach 2045. Andererseits hilft es uns als Energielieferant und Grundversorger, um für unsere Kundinnen und Kunden realistische und finanzierbare Angebote für die persönliche Gestaltung der Energie- und Wärmewende entwickeln zu können.“

Bis 2045 müssen Städte und Gemeinden ihre Wärmeversorgung klimaneutral planen. Das bedeutet, dass die zum Heizen benötigte Energie so erzeugt wird, dass keine Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. So sieht es das Wärmeplanungsgesetz für alle Kommunen in Deutschland vor.

Während die Kommunale Wärmeplanung Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung zeigt, wurden die Auswirkungen auf das Stromnetz durch die Transformation im Wärmebereich bislang wenig untersucht. Doch durch zunehmende Elektrifizierung von Wärme und Mobilität sowie den Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung steigen die Anforderungen an die Stromnetze. Das neue Projekt soll helfen, damit Überlastungen und ein wachsender Netzausbaubedarf nicht zum Flaschenhals der Energiewende werden.

Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien

In Hohen Neuendorf und Birkenwerder untersucht das Projektteam, wie sich unterschiedliche Quartierslösungen, wie zum Beispiel Energiegemeinschaften oder Nahwärmekonzepte, auf das gesamte Energiesystem auswirken und welche Rolle in diesem Kontext das bestehende Gasnetz zukünftig einnehmen kann. Im Projekt arbeiten dafür Energieversorger, Verwaltungen und Forschende direkt zusammen und nutzen Erkenntnisse aus Dialogprozessen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren lokalen Akteuren, um von der kommunalen Wärmeplanung in die Umsetzung auf der Quartiersebene zu kommen.

Sonja Witkowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Fraunhofer UMSICHT, bestärkt: „Wir befinden uns hier in einem Kommunikationsprojekt. Wir möchten die mathematischen Modelle der Forschungsinstitute gezielt einsetzen, sodass wir einen Mehrwert für die Akteure vor Ort schaffen. Und das geht nur über einen konstanten Austausch und Feedbackprozess mit und in den Kommunen.“

Ilka Cußmann, Leiterin Forschungsbereich Transformation von Energiesystemen am Reiner Lemoine Institut, sagt: „Kommunen und die Akteure vor Ort spielen eine Schlüsselrolle für die Energiewende. Mit dem Forschungsprojekt KWPconnect möchten wir sie in die Lage versetzen, die Wechselwirkungen zwischen Wärmeplanung und dem restlichen Energiesystem sichtbar zu machen und fundierte Entscheidungen zur Umsetzung der Wärmewende zu treffen.“

Das im Projekt gewonnene Wissen soll weit über den Projektstandort hinaus Wirkung entfalten. Die Erkenntnisse werden nicht nur vor Ort genutzt, sondern mit anderen Kommunen und politischen Entscheidungsträger:innen geteilt. So arbeitet das Projektteam direkt an der zukunfsfähigen Weiterentwicklung des Instruments der Kommunalen Wärmeplanung.
Damit möglichst viele von den Ergebnissen des Projekts profitieren, sind verschiedene Maßnahmen für den Wissenstransfer geplant – darunter praxisorientierte Workshops und die Teilnahme an Fachkonferenzen. So wird sichergestellt, dass die gewonnenen Erkenntnisse bekannt werden und in die Umsetzung weiterer Projekte integriert werden können.

In der ersten Informationsveranstaltung, voraussichtlich im April 2026, wird das Projekt der Kommunalpolitik und den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt, damit diese die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen.

Über das Projekt

Das Projekt KWPconnect „Kommunale Wärmeplanung trifft Energiesystemanalyse: Innovative und integrale Ansätze zur effizienten Transformation des Strom- und Wärmesektors unter Einbindung lokaler Akteursperspektiven“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderaufrufs „Vom Plan zur Wende“ des 8. Energieforschungsprogramms im Zeitraum Oktober 2025 bis September 2027 mit insgesamt rund 1,38 Millionen Euro gefördert. Die Leitung des Konsortiums wird von der Stadt Hohen Neuendorf übernommen.

Kontakt:

Friederike Vogel
Reiner Lemoine Institut
Kommunikation
030 1208434-15
presse(at)rl-institut.de
reiner-lemoine-institut.de

 

Pressemitteilung RLI vom 25.11.2025

Außeruniversitäre Forschung Erneuerbare Energien Grand Challenges Klima

Meldungen dazu

  • Mascha Richter und Philipp Blechinger

    Projekt CommunitE Innovation will bundesweite Bürgerenergie-Community stärken

    Forschende des Reiner Lemoine Instituts wirken beratend mit
  • Wärmespeicher für ein klimaneutrales Berlin

    RLI-Projekt zeigt Potenziale für bessere Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien
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    Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt entwerfen Expert:innen ein digitales Wärmekataster

Verknüpfte Einrichtungen

  • Reiner Lemoine Institut gGmbH (RLI)

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